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WORTBEITRAG

17. Oktober 2003, 17:04 Uhr, rolph

conrad lebt

das ist nur eine vereinfachte darstellung des lebens.

die vereinfachte darstellung eines tages. nur ein tag.

kaum einen tag lang hatte es geregnet. und schon glichen die wiesen den seen. das grün der gräser, gräser die sich nicht länger mehr im wind sondern in wellen wiegten. eine scheinbar neue welt tat sich auf. das glitzern wirkte schon sehr echt, fast wie das glitzern eines sees. flüssiges leben, denkt sich conrad. ist das leben da draussen, ist es nötig, dass ich aufstehe? es macht keinen unterschied, das leben ist hier drin wie überall. hier, in mir. was muss ich tun um zu fühlen wie ich lebe, wie fühlt sich leben an? warum hat mir das niemand gezeigt wie man sich fühlen kann. musik. das ist es. wenn ich mich darin verlieren könnte, wäre das dann leben? wenn ich die töne fühle ist mir, als ob ich getragen würde. ist das leben, getragen sein? ach was, so einfach kann es nicht sein.
man sagt, das leben ist überall. in stinkenden haufen, besonders da. alles lebt, fliegt, kriecht und riecht. tausende von leben, tausend leben. fortpflanzung, sterben - ist leben sterben. fühlt man wenigstens das sterben? wenn man doch aber das sterben fühlt, dann muss man das leben auch gefühlt haben, sonst würde man das sterben nicht wahrnehmen. das ist ein beweis. conrad lehnt sich zurück. es tut so gut sich zurückzulehnen.
beklemmend, nicht wahr? conrad ist allein. er ist sich gewohnt nichts zu hören ausser sich selbst, redend, denkend.
diese entspannung, ist sie nicht beklemmend? conrad denkt sich nichts dabei.
seine gedanken kreisen um das nichts, um nichts. es ist anstrengend zu denken, noch anstrengender ist das nicht-denken. das leben ist anstrengend. conrad gibt sich mühe sich nicht diesem gedanken hinzugenben. er scheitert. wie regen prasseln diese gedanken auf ihn ein.
kraft zum aufstehen, kraft zum sitzen bleiben, kraft zum denken, kraft zum nichtdenken. woher nehme ich alle diese kraft, kraft schöpfen braucht kraft. conrad füllt sich, sein kopf füllt sich. wie die wiesen sich füllen.

aber man sagt, das leben ist geschenkt. das leben ist. sein bedeutet leben. man kann nicht nicht leben. man lebt so oder so. conrad verfällt der resignation.

man sagt, leben sei in allem. und alles lebt. und niemand lebt allein, das leben verbindet, das leben ist die verbindung. sinngebend leben. sich dem leben hingeben, sich in seinen dienst stellen. ist diese erkenntnis nicht erleichternd? conrad leert sich. der nebel lichtet sich. conrad lebt.


ich hab sie nochmal reingezogen.
sie ist wundervoll

eva | 18. Oktober 2003, 18:28 Uhr | http://www.jamiroquai.co.uk


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