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WORTBEITRAG

17. November 2006, 14:35 Uhr, Epiphanius

Wenn ...

hunderttausende von Jugendlichen keine sinnvolle Beschäftigung mehr finden;
hunderttausende von jungen Menschen nur noch als Praktikanten herumgereicht werden;
zig millionen Menschen keine Arbeit mehr haben;
sich zig millionen Menschen deshalb zum Fronarbeiter versklavt finden;
deshalb diese Millionen bespitzelt, entrechtet und diffamiert werden als seinen sie die Verbrecher;
abermillionen Beschäftigte in immer mehr Leistung und immer weniger Lohn gepresst werden;
diese Abermillionen ständig um ihre Beschäftigung und Existenz fürchten;
millionen ältere Arbeitnehmer von ihrem Job weggemobbt werden;
Eltern ihre Kinder zu Tode lieben;
Häftlinge sich foltern und umbringen;
die Alten in den Pflegeheimen verhungern;
Pfleger im Krankenhaus ihre Patienten ermorden;
Innepolitiker tagtäglich nach immer mehr Überwachung rufen;
Wirtschaftsleute mit der Gestaltung der Sozialgesetze betraut werden;
diese Wirtschafter dann in zig Fällen der Kriminalität überführt werden;
Wirtschaftskriminelle mit dem Entzug ihrer Portokasse bestraft werden;
überall die Dollarzeichen in den Augen blitzen;
alle Welt nur noch ruft 'Heil Wirtschaft schenk uns dein Wachstum';
dieses Land schon wieder die drittstärkste Wirtschaftsmacht der Welt ist;
die Moneten die höchste Moral sind;
dieses Land sich Nacht für Nacht mit dem Albtraum der durchökonomisierten Gesellschaft quält und ihm jährlich Hunderttausende davonlaufen;
selbst Grüne sagen Braun sei bedeutungslos;
sich Philosophen nur schöngeistig mit den Köpfen nicken;
die Kirchen zu all dem schweigen und kollaborieren;
ich es hier nur in der Einsamkeit oder auf der Straße aushalte;
Politiker mit Stammtischluzidität wohlfeil Kleinklein regieren;
wir uns erinnern, dass dieses Land vorgestern noch den 2. Weltkrieg und den Holocaust vollbrachte, dann hat sich in ihm nichts verändert, dann ist es noch genau so faschistisch, dann hat sich dieses Land nun hoffentlich endlich das Gericht Gottes zugezogen.


Wo du recht hast....

Aber genaus so ist es halt. Geändert hat sich nicht viel. Aber reden und schreiben können wir alle, mehr bleibt uns ja auch nicht übrig, oder?

Es gibt jetzt nicht mehr EINEN über dem wir schimpfen können...
Es wächst uns so langsam übern Kopf.

Es läuf darauf hinaus....

Alastor | 04. Dezember 2006, 21:09 Uhr | http://alastor.wortbeitrag.net/


Und die Schweiz die Ostmilliarden entrichtet, ohne zur EU zu gehören und mitreden zu können, dabei vergisst, wie vielen Bürgern es hier - hier in unserem Land und nicht dort im Osten - sauschlecht geht, dank Rationalisierung, dank Härte und Unmenschlichkeit, aufgrund Burnout, Sozialphobie und vielem, das noch nicht mal einen Namen trägt... es macht mich traurig. Ostmilliarden nennt man das, um zukünftig auf Handelsvereinbarungen zu hoffen, mit denen Aktien gespeist, aber trotzdem Stellen gestrichen werden...

Hey, Epiphanius, wandern wir aus? Heute ist Vollmond, oder? Ist er unser meditatives Ziel?

Liebe Grüsse

alexa | 04. Dezember 2006, 23:02 Uhr | http://alexa.wortbeitrag.net


@Alexa, @Alastor Ja, leider läuft unser Monderlebnis hier nicht synchron. Ich empfinde die Verhältnisse auch so bedrückend und zementiert, dass mir oft der Gedanke kommt, nur weg hier, Du kannst nichts mehr ändern. Aber, es gibt nur noch Orte auf der Welt, bei denen das System noch nicht so dominant ist. Das heisst, egal wo wir sind, wir müssen da unser Menschsein leben, uns nicht erpressen lassen, uns nicht zur Eile treiben lassen, uns nicht zum Egoisten machen lassen, ... wider die Verhältnisse revolutionär lieben.

Epiphanius | 07. Dezember 2006, 05:27 Uhr | http://epiphanius.wortbeitrag.net


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