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WORTBEITRAG

05. Oktober 2008, 04:20 Uhr, bjoernholste

Erst Sex – dann Beziehung

Wie definiert sich eine Beziehung? Was macht Sie aus? Ist es nicht so, dass wenn es im Bett nicht funktioniert, wir uns was vormachen? Gehört der Sex nicht auf jeden Fall zu einer Beziehung?
Oft lernen wir jemanden kennen, treffen ihn, gehen ins Kino, gehen Essen und spüren das Kribbeln im Bauch. Das erste Date, das zweite Date. Wir „heben“ uns auf. Charmant, gutaussehend, lebendig, amüsant – ein Traum. Die Zeit vergeht – dann passiert es. Der erste Sex und der Typ ist absolut schlecht im Bett. Was nun? Kann man sich die Intimität zurechtrücken? Kann ich mir „das“ größer denken, was nicht da ist? Macht der Sex die Beziehung aus oder schaue ich die nächste Zeit einfach währenddessen in die Luft und denke „es wird schon besser und geht vorbei“. Kann ich jemanden voll und ganz lieben wenn der Sex schlecht ist?
Es gibt viele Leute die seit Jahren eine scheinbar Glückliche Beziehung oder Eheleben, du fragst Sie und alles ist „perfekt“. Doch warum seht sich denn dann der Partner nach einer Anderen, Warum muss es dann der italienische Casanova sein. Der heißblütige Hengst? Die rhythmischen Hüften des leidenschaftlichen Tänzers oder die geile Sau, die ich in der Disco traf. Stell ich mir in meinen Träumen einen besseren Liebhaber vor oder bin ich es mir schuldig, dass zu holen und zu haben was ich will und brauch? Bin ich in meiner Beziehung gefangen, weil alles schön ist, aber der Sex langweilig – warum nur…
Wir sagen uns doch immer, „Schatz, wir sagen uns alles“ – und doch ist es nicht so. Ich sage nicht, dass ich immer wenn es „losgeht“, weiß ich sowieso wie es ausgeht. Erst das Vorspiel, dann die erste Stellung, dann die Zweite Stellung und zum Schluss wird vielleicht noch der Orgasmus vorgetäuscht. Wofür das alles? Weil das Leben sonst so schön ist? Kann man damit auf Dauer leben oder ist es vielleicht besser, das ganze einfach anders aufzuziehen. Checken wir ab, ob wir sexuell harmonieren und schauen dann weiter.
Ein Kaffee, ein Abendessen lauschiges Feuer vorm Kamin und dann der heiße Akt - mein Megaorgasmus mit meinem Traumpartner, die halbe Nacht, Champagner, Erdbeeren dem Himmel nah, seelig in seinen Armen völlig schwerelos einschlafen.
Kann ich danach noch Kribbeln im Bauch verspüren – klar, warum nicht, vielleicht noch mehr als nach der Enttäuschung am Abend. Zu viele Gefühle wurden in den Wochen zuvor investiert, ich malte mir ein wunderschönes Leben, Kinder, ein Traumhaus, Urlaube am Meer aus und dann – tote Hose. Wie sage ich es meinem Partner, meinem halb (Alb)Traum? „Schatz, wir harmonieren so gut miteinander aber im Bett bist Du eine Niete“. Nein – wir verletzen einen Menschen nicht so schnell, nachdem wir Tage oder Wochen mit Ihm verbracht haben und es nicht auf Sex reduziert hatten. Wir wollten es anders machen und doch ist es wieder passiert – es funktioniert nicht.
Doch erst Sex und dann Beziehung? Welcher Weg der einfachere ist, das entscheiden einzig allein das Gefühl, der Mut und der, der weiß was er will – guten Sex mit allem drum und dran.
05.10.2008
Björn Holste, Kaisheim


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