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20. November 2008, 16:24 Uhr, Klatschmohn

auf dich!

ich betrete diesen raum erneut. draußen ist es kalt. es stürmt. temperaturen sind unter den gefrierpunkt gesunken. ich suche einen warmen, gemütlichen ort und lande hier. ich schaue mich um. hier seid ihr, ihr zuschauer. zuhörer. zuleser?

ich ergreife mir einen. dich, dich da drüben. komm, komm wir gehen. komm, wir gehen hinaus. wir schweben hinaus. dorthin, wo die sonne scheint.

wir sind verschwunden. du und ich. gelandet. an einem herrlich weiten, großen strand. warmer, weißer sand kitzelt unter unseren füßen. das meer rauscht. möwen kreischen in der ferne. die luft riecht salzig. das meer rauscht. leicht begleitet stehen wir uns gegenüber. du und ich. ein sommerabend. komm, lass uns ein stück laufen.

wir gehen nebeneinander her. schweigend. ich sehe zu dir herüber. du schaust fragend. und noch bevor du deine gedanken in worte fassen kannst, entziehe ich dir die antwort: 'frag nicht. frag nicht, wo du bist und wie du hergekommen bist. ich kann DAS halt und teile diesen moment mit dir!'
noch nicht ganz zufrieden mit meiner antwort, aber doch einverstanden läufst du neben mir her. größer als ich bist du. und schlank. athletisch dein körper. verschmitzt dein lächeln, das sich inzwischen in deinem gesicht entfaltet.

'schau da drüben', entfährt es dir begeistert. 'schau!' ich blicke in die richtung in die du zeigst und sehe ein lagerfeuer mit einem dutzend menschen darum. erstaunt bin ich, als du plötzlich zu rennen beginnst. du stürmst in die richtung. ich folge dir, kann aber nicht schritt halten. du bist mir zu schnell. schlingel du!

wir kommen an. menschen in leichter kleidung und mit blumenschmuck und algenkränzen im haar, tanzen um das feuer. die meisten der anwesenden männer mit nacktem oberkörper. ein mann und eine frau mit einer gitarre in der hand, spielen und singen zu mireißender, rhythmischen musik. eine frau packt dich an deiner hand. sie tanzt um dich herum. sie sinkt. sie neckt dich. und du lachst. lachst ausgelassen. die frage vergessen, was wir hier tun. ein alter mann steht inzwischen neben mir. 'komm sonnenschein', lädt er mich auf seine decke ein. er hält mir eine geöffnete flasche wein entgegen. und schaut, genau wie ich, schweigend den treiben zu.

du tanzt noch immer mit der frau. lachst mit ihr. inzwischen bewegen sich eure körper schon viel näher zusammen, als sie es zuvor noch getan haben. du schaust nicht mehr zu mir herüber.

der alte mann neben mir hat sich ein pfeife angzündet. er reicht sie mir. ich nehme einen kräftigen zug. blase den rauch aus meinen nasenlöchern heraus. angenehm schwindlig wird mir, als ich sehe, wie ihr euch küßt. du und sie. zwei gestalten, eng umschlungen. du berührst ungeniert ihre brüste. und deine zweite hand presst ihr hüften an die deinen. du krallst dich in ihr haar. ihr lachen verwandelt sich in ein lustvolles jauchzen.

der alte mann neben mir beobachtet die beiden genau wie ich und schmunzelt zufrieden in sich hinein. ich schaue hinaus aufs meer. ein schiff in der ferne. es hubt, als wolle es uns grüßen.

als ich meinen blick zurückkehre, zurückkehre zum feuer, sitz ich hier allein. auf der decke. an dem feuer. hallo, wo seid ihr?! und wo bist du?
ich kenne deinen namen nicht. nach wem soll ich rufen? 'hallo', schreie ich. und nochmal: 'hallo!' wo bist du nur! gott, ich muss dich doch zurück bringen. ich kann dich doch nicht ... nein.

ich stehe auf. es ist noch immer angenehm warm. der himmel hat sich erdunkelt. die sterne scheinen über meinen kopf. das meer rauscht. und das feuer, schnell und viel zu schnell, am abklingen.

'komm zurück', schreie ich. letzendlich hauche ich es nur noch. und ahne, du willst das sein in dieser sommernacht nicht gegen den trostlosen november in deutschland tauschen.

ich kehre zurück. zurück in die community. und hoffe, dir hier vielleicht doch irgendwann wieder zu begegnen.

auf dich!


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