08. Januar 2010, 15:14 Uhr, kaiDie SchokoladeEs war einmal ein Urlauber der spät abends nach dem Abendessen mit seiner Mitreisenden hinter dem VW-Bus saß und es sich gut ergehen ließ. Der Campingplatz lag fast am Fluss, einfach ein schöner Flecken Erde. Toll gelegen, in einem weiten, offenen und sonnen durchfluteten Flusstal.
Die Sonne begab sich seit geraumer Zeit in Richtung Südhalbkugel unserer Erde, sprich es wurde schon dunkel.
Der Mond wanderte über einen Bergrücken und stand dann tief am Firmament. Sterne in allen Leuchtstufen begleiteten ihn dort oben. Die Stille der Nacht schlich sich auf dem Platz ein, nur noch vereinzelnd ein Zirpen hier und dort.
Der Tag mit einem schönen Abendessen zum Abschluss rundete das Erlebte zur Vollkommenheit ab, nein nur fast - denn ein kleines „Bonbon“ als letzte Zugabe gab es noch.
Ein Rippchen Schokolade mit ganzen Nüssen sollte das Bonbon sein… Nach einer kräftigen Bewegung mit beiden Händen machte es ‚Knick‘ und ‚Knack‘, jetzt wanderte eine Rippe gen Mund. In kleinen Bissen, leicht, lecker, verschwanden die Happen. (Ein Orgasmus neee!!!!), Eine Sinneslust, ja ein Sinnesrausch an Geschmack blieb zurück und bettelte nach mehr von dieser köstlichen Schokolade.
Die Verpackung faltete ich sorgfältig zusammen und legte die noch übrige Schokolade auf den Campingtisch.
Also siegte diesmal die Vernunft über die Lust und der Herr, quasi ich verschwand ohne weitere Schokoladenstücke zu naschen im Bulli, um zu schlafen.
Nach schönen Träumen und einer ordentlichen Mütze voller Schlaf kam der Zeitpunkt des morgendlichen Aufstehens. Der Neue Tag zeigte gleich sein schönstes Gesicht, denn die Sonne strahlte, ein schöner sonniger Morgen. Die ersten Bewegungen noch ziemlich gedrosselt und bald schon bereit die Schritte zum nahe gelegenen Gumpen zu wagen, für das Bad im kühlen Nass.
Das morgendliche Bad dauerte nicht allzu lange, es war eher nur ein Eintauchen, Abtauchen, ein kurzes Planschen - und wieder heraus aus dem Fluss. Die Mägen knurrten schon wieder nach Nahrung, sprich der Hunger rief die beiden Reisenden an den Frühstückstisch.
Der erste Blick auf den leeren Tisch bewegte irgendwas in mir: da stimmt was nicht!
Erst jetzt, körperlich noch benässt und nach dem Handtuch greifend durchschaute ich die Situation. Von meiner nächtlich gespeisten Schokolade war nichts mehr da!
Sag mal träume ich, keine Spur von der Verpackung, geschweige den von der Schokolade!
Ich aß doch wirklich nur eine einzige Rippe von der Schokolade auf und jetzt bald wird dank meiner Verdauung ein winziger Rest vom Ganzen, (Verzeihung bitte!) durch meinen Darm ausgeschieden.
Aber wo, wo, genau wo ist die Schokolade hin? Wer, wer, ja wer hat sie geklaut bzw. gegessen???
Natürlich beschuldigte ich meine Mitreisende, dass sie des Nachts den Rest der Schokolade heimlich verspeist hatte, doch diese Anschuldigung bestritt sie vehement!
Hm - die Schokolade war verschwunden.
Die Aktivitäten des Tages begannen, deutlich später als wir, stand das Pärchen aus Österreich auf. Sie schliefen in einem Mercedes-Bulli auf dem angrenzenden Zeltplatz.
Sie hatten hinten einen Heckfahrradträger am Bus montiert, auf diesem befanden sich zwei Mountainbikes.
Guten Morgen! Hörte ich es zu uns rüber schallen und somit wurden die üblichen Höfflichkeitsfloskeln eingeläutet, wie war euer Schlaf? wo ward ihr gestern Abend noch? Und ähnliche Informationen wurden ausgetauscht.
Einige Zeit später kam der Mann zu mir herüber und er fragte mich, ob wir ich nachts etwas gehört hätten, denn einige Spannbänder waren geöffnet worden, ein paar lagen sogar hinter dem Bus auf dem Boden.
Eindeutig hatte sich Jemand an den beiden Mountainbikes zu schaffen gemacht und wollte sie stehlen.
Oha, jetzt ist man auf einem kleinen Campingplatz und weit weit von der nächsten Ortschaft entfernt und ein Dieb oder mehrere Diebe klauen Schokolade und versuchen Fahrräder zu entwenden.
Das gab mir zu denken, denn auch wir hatten unsere Fahrräder dabei und hinter dem Bulli an einen Baum geschlossen.
In der nächsten Nacht werde ich vorsichtiger sein und die Heckklappe einen Spalt weit offen lassen, dachte ich. Wenn man im Bus mit geschlossenen Türen und Fenstern schläft ist man rein lärmtechnisch gut abgeschirmt, somit ist ein tiefer Schlaf fast schon garantiert.
Nach einem weiteren schönen Urlaubstag gingen wir schlafen.
Irgendwann spät in der Nacht, wachte ich schreckhaft auf weil ich draußen Lärm hörte. Sofort brüllte ich mit lauter Stimme durch den Spalt in der Heckklappe nach Draußen. Keinerlei Reaktion, niemand meldete sich, geschweige den lief irgendjemand weg.
Also sprang ich auf, nahm all meinen Mut zusammen, griff nach der Taschenlampe und ab nach draußen.
Ein zerfetzter Müllsack der sich bewegte kam mir ins Blickfeld. Was den Sack bewegte erkannte ich erst, nachdem ich wirklich auf der Hinterseite des Bullis angekommen war.
Kein Dieb, keine Diebe weit und breit!
Ein junger Fuchs suchte nach Nahrungsresten und zerstörte dadurch lautstark unseren Müllsack.
Als ich mich wieder zurück ins Bett legte, kam mir ein Gedanke zur verschwunden Schokolade und deren Dieb.
Tzzzz ein Fuchs der Schokolade mampft, wo gibt es das denn!? Wahrscheinlich auch nur auf Korsika!
Und ich hatte noch energisch meine Mitreisende am vergangenen Morgen beschuldigt, die Schokolade entwendet zu haben.
Und die Moral von der Geschichte: jetzt läuft dort auf der Insel ein Fuchs ohne Zähne herum, und sucht für sich einen geeigneten Zahnarzt, der ihm ein Gebiss anfertigen kann. Weil 'ER' doch keine Zahnbürste sein Eigen nennt und vom vielen Schokolade fressen keine Zähne mehr im Maul hat!
„Kennt Jemand einen Zahnarzt der auf Tiergebisse spezialisiert ist???“
(Kai Peter Jasny)
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