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WORTBEITRAG

03. Juli 2004, 13:27 Uhr, lucent72

Schwermut tut oftmals gut

Die Melancholie hat oftmals einen schlechten Ruf, zu unrecht wie ich finde. Wenn es sich hierbei wirklich um eine Gemütskrankheit handelt, dann bitteschön, da bin ich gerne mal krank. Ich mag ihn sehr, den schwermütigen Zustand, er macht mich für kurze Zeit schwerelos.

Ich schwimme in ihm, wie in einem klaren Bergsee, ich tauche unter und sobald ich an die Oberfläche gleite fühle ich mich frisch und frei, frei vom Alltag, frei von Zwängen. Um diese Ebene zu erreichen wird gerne mit Liebeskummer gearbeitet, oftmals unterstützt durch den passenden musikalischen Background, es ist vieles erlaubt.

Mit trauriger Musik klappt es immer, auch ohne Liebeskummer. Ich kenne Menschen die mögen dieses Gefühl nicht, sie versuchen zu fliehen, aber weshalb sollte man vor diesem Gefühl fliehen, oder es erst gar nicht zulassen? Hier fehlt mir die passende Antwort, wie gesagt ich mag´s recht gerne. Ok, es ist Vorsicht geboten, zu tief abgleiten sollte man nicht, doch bis ganz unten ist es ein weiter weg.

Die Melancholie ist ein Gefühlsverstärker der besonderen art, eine natürliche Droge, absolut legal, selbst in Bayern. Unter dem Eindruck der Melancholie werden viele Dinge sehr klar. Die Wahrnehmung wird stark sensibilisiert, ich achte auf Kleinigkeiten die in Normalform nicht weiter von Bedeutung sind.

Es gab goldene Herbsttage überzogen mit einem bunten Blätterteppich da zerriss mich dieser Gemütszustand schier vor Glück, welch Widerspruch, seltsam, dennoch so war es.

Verspüre ich einen gesunden Pegel an Melancholie, so empfinde ich das Leben am intensivsten.

Nur Worte, einfache Gedanken, einfach mein Leben.



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