06. Oktober 2004, 20:40 Uhr, HannesZypressenDen Himmel verhängen Zypressen. Darunter die Bank, auf die sich zwei Gestalten strecken. Ich gehe, murmelt der Eine. Blüten bedecken den dampfenden Boden. Ich stehe, sagt die Andere, auf der Lehne dieser Bank, wie Duftbäume in Autos baumeln. Der Eine setzt sich auf den Boden und schließt die Augen. Was meinst du, träumen wir unser Leben?
Das leise Bibbern geschorener Schafe. Vernünftig, sagt der Eine, wäre, wenn ich jetzt ginge. Die Andere summt: Es war ein König in Thule, Holzpüppchen dreh’ dich. Die Welt ist es, die sich dreht!, bricht es aus dem Einen, die Welt. Und wir können sie nicht aufhalten. Darum gehe ich.
Sehe ich jemanden, der meine Hand umfasst, fragt die Eine. Die Glocken schlagen einmal mehr. Eine kleine Hand pflückt Pusteblumen. Rollen Steine, ohne angeschubst zu werden, fragt die Eine.
Ich gehe, ich gehe schon, entgegnet der Andere, ich gehe und du bleibst. So werden wir es halten. Ich gebe nach und du behältst Recht.
Irgendwann schläft der Eine ein. Das Haar der Anderen zerzaust der warme Abendwind. Wie ein Duftbaum hängt sie in den Zypressen.
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