WWW.WORTBEITRAG.NET  :  im August
WORTBEITRAG
Impressum
Hauptseite
---
Login
---
Februar
Dezember
Februar
Januar
November
Oktober
Juni
März
Februar
Dezember
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
Dezember
November
Oktober
September
August
---
WORTBEITRAG

31. August 2003, 19:12 Uhr, Hannes

Lagerfeuer

Er begrüßt mich mit einem Händedruck, der selbstsicher wirken soll; er ist zu fest, hier am Lagerfeuer. Von hinten kriecht die kalte Luft mir schauderartig unters Hemd, ich presse mich gegen Anna, die soll mich wärmen. Er drückt sich schwänzelnd neben uns herum, mal hier, mal da, bis Anna sagt, er soll verschwinden. Dass sie das nicht aushält, wenn immer einer unseren Redefluss stört; einer, der sie liebt dazu. Der böse Blick geht wohl an mich und sticht ins Herz. Dennoch habe ich sein Lächeln, den zurückgeworfenen Kopf, der den Unterkiefer meinem von unten lechzenden Blick freigibt, jetzt vor Augen. Das Bild schiebt sich über die Wirklichkeit und verdeckt die Hässlichkeit; übertüncht sie mit Wahrheit. So möchte ich ihn immer erinnern, denn ab heute ist er tot.

   kommentieren

Aus der Wortstation: http://hannes.wortbeitrag.net

31. August 2003, 18:00 Uhr, Andreas

Ach du dickes Ei!

Unter Kollegen kam uns in einer Feierstimmungslaune - vergleichbar einer Schnapslaune - ein Kinderüberraschungsei in die Hände, dass doch tatsächlich ein Plastikhuhn enthielt.

Schnell war man sich einig: die berühmte Frage, was zuerst da war - Huhn oder Ei - ist damit beantwortet. Das Ei ist der Gewinner!

Nun ja, analoge Entwicklungen gabs immer mal wieder in der Natur, Ferreros Eiereien gehören aber sicher nicht dazu. Und durch falsche Schlüsse kann man auch zum richtigen Ergebnis kommen, lehren uns sie Logikregeln der Implikation :-)

Um die Frage wissenschaftlich korrekt zu beantworten, muss erst einmal der Standpunkt geklärt werden: Was ist ein Huhn und was ist ein Ei?

Unter einem Huhn verstehen wir an und für sich das Haushuhn (Gallus domestica). Dieses gibt es erst, seit der Mensch sesshaft wurde und Tiere für seine Zwecke hielt, seit gut 5000 Jahren also.
Der Vorgänger unserer Haushuhns, das Bankivahuhn oder Rote Kammhuhn (Gallus gallus), stammt aus der Region des heutigen Indien. Dass es im Jahr nur maximal zehn Eier legte und ausbrütete, sei mal so am Rande erwähnt.

Unter einem Ei andererseits versteht man ja nicht nur die Gelege der Hühner sondern aller Vögel, Kriechtiere, Lurche, Fische etc.
Sie alle legen Eier, aus denen sich dann die Nachkommenschaft entwickeln soll. Generell aber bezeichnet man all jene Zellen, die in den weiblichen Geschlechtsorganen heranreifen und nur über einen einfachen Chromosomensatz verfügen als Eizellen.

Damit dürfte die Frage klar sein, dass es Eier schon lange vor den Hühnern gab, denn das Leben entstand im Wasser.

Schlaumeier werden nun gegenfragen: Na und? Was war denn dann vorher? Fisch oder Ei?

Dazu ziehen wir wieder die Definition heran, dass unter einem Ei alle Eizellen zu verstehen sind, die von weiblichen Organismen produziert werden. Und eine der primitivsten Lebensformen, die dazu imstande ist, ist die Kugelalge Volvox. Die wird bis zu einem Millimeter groß und besteht aus über 20'000 Zellen, die einzeln jedoch nicht lebensfähig wären.

Eier sind letzten Endes die logische Konsequenz aus der Erfindung der geschlechtlichen Fortpflanzung. Über ihre männlichen Gegenparts, die Samenzellen, verliert man dagegen nur selten ein Wort, da sie oft nur ein Tausendstel der Größe der Eizelle erreichen und in Regel auch weniger widerstandsfähig sind, dafür aber meist zu Millionen auftauchen.

Also: Das Ei existiert zwar noch nicht so lange, wie es Eiweiße gibt - ohne die kein Leben existieren könnte -, aber es existiert auf jeden Fall schon länger als es Hühner gibt.

  2 Kommentare

Aus der Wortstation: http://andreas.wortbeitrag.net

30. August 2003, 15:11 Uhr, Johannes

Von der Rückkehr eines Weltreisenden

Heute kommt einer meiner Freunde von seiner Weltreise nach Hause. Auf die Woche genau ein Jahr war er unterwegs. Er wird mich fragen, wie mein Jahr so gewesen sei, was sich verändert habe. Und ich schäme mich ein wenig dafür, dass ich werde zugeben müssen, dass alles beim Alten geblieben sei; dass ich noch immer nicht wirklich glücklich sei, immerhin eine gewisse Zufriedenheit gefunden habe.

Ich werde ihm sagen, dass ich ihn beneide. Nicht dafür, dass er Peru gesehen hat, nicht um Neuseeland, Columbien, China oder Australien beneide ich ihn. Nein, ich beneide ihn dafür, dass er nun einer derer ist, die einmal in ihrem Leben einfach gegangen sind; die alles, was einem so unentbehrlich erscheint, für was man sich so unendlich verantwortlich fühlt, hinter sich gelassen haben.

Dafür beneide ich ihn.

  2 Kommentare

Aus der Wortstation: http://johannes.wortbeitrag.net

28. August 2003, 22:49 Uhr, Johannes

Widerspruch und Amen

Liegt - zum Beispiel - ein Ideal jenseits der Moral vermutet manch einer einen Widerspurch und Amen so sei es. Beim Widerspruch ist meistens Schluss mit Denken und was bleibt ist die Hoffnung, dass man nicht der einzige ist, der dort hängen bleibt, und dass niemand jemals einen äussert.

Man müsste schweigend akzeptieren oder denken - aber man flucht.

  1 Kommentar

Aus der Wortstation: http://johannes.wortbeitrag.net

25. August 2003, 23:35 Uhr, Hannes

Guten Morgen

Roter als Blut ist nur Früchtetee, dessen Säure salziger ist als alle Ähnlichkeit. Eben das trockene Gefühl im Hals, das sich einstellt, wenn man zuviel dieser Flüssigkeit trinkt, dieses Paradoxon unpassender Antikörper zudem, das hungert sich in den Magen, der missmutig grummelt. Allein, das würde nicht die denkbare Unmündigkeit bestimmter Spießgesellen weitertreiben, bliebe nicht der Nachgeschmack so gallenbitter. Wenn dann die Sonne schweigt und ihre zweifellose Lebensnotwendigkeit viel schlechter greift, versteht der werte Leser seltsam still das Leuchten als ein Zeichen von Vollkommenheit.

   kommentieren

Aus der Wortstation: http://hannes.wortbeitrag.net

22. August 2003, 19:20 Uhr, Johannes

Die Macht der Bescheidenheit

Mein Machtanspruch ist grenzenlos und doch fühl ich mich enorm bescheiden. Dies zeugt nicht von verwirrtem Geiste und auch die Diagnose Schizophren können Sie getrost wieder in ihr Register zurück oder beides sonst wohin schieben, Herr Psychiater.

Ganzheit trägt auch den Widerspruch in sich. Seien Sie sich dessen bewusst, bevor Sie ihre Zange aus der Glut nehmen und zur Korrektur ansetzen.

   kommentieren

Aus der Wortstation: http://johannes.wortbeitrag.net

Februar | Dezember | Februar | Januar | November | Oktober | Juni | März | Februar | Dezember | September | August | Juli | Juni | Mai | April | März | Februar | Januar | Dezember | November | Oktober | September | August | Juli | Juni | Mai | April | März | Februar | Januar | Dezember | November | Oktober | September | August | Juli | Juni | Mai | April | März | Februar | Januar | Dezember | November | Oktober | September | August | Juli | Juni | Mai | April | März | Februar | Januar | Dezember | November | Oktober | September | August |
1895 Wortbeiträge in 227 Wortstationen | RSS-Feed | Kredits | Hosted by NETZONE | © 2003 - 2004 by NETZLABOR