30. Mai 2004, 21:14 Uhr, HannesÜbersinnlichesÜbersinnlichkeit I
Schaf: Ich nehme wirklich mehr wahr als andere.
Richter: ...
Schaf: Wirklich...
Richter: ...
Schaf: Wenn zum Beispiel jemand um die Ecke kommt, habe ich vorher an ihn gedacht.
Richter: Soso.
Schaf: Wirklich...
Übersinnlichkeit II
Schaf: Ich nehme wirklich mehr wahr als andere!
Richter: ...
Schaf: Geben Sie mir Ihr Gesetzbuch.
(Richter tut's)
Schaf: Ich sehe Sie und Ihre Familie am Abgrund stehen. Ihre Frau ist schwanger. Das Kind ist ein Elch.
Richter: Falsch.
Übersinnlichkeit III
Schaf: Ich nehme wirklich mehr wahr als andere!!
Richter: ...
Schaf: Sie sind kein Richter.
Richter: Und Sie kein Schaf.
Schaf: Mäh!
Richter: Gut gekontert, Schaf!
Übersinnlichkeit IV
Schaf: Ich nehme wirklich mehr wahr als andere!!!
Richter: Ich verurteile dich zum Tode durch Ertrinken.
kommentieren Aus der Wortstation: http://hannes.wortbeitrag.net 
LiebeendenTeil 1 (Fragezeichen)
Wer will schon, mit den traurigen dieser Welt, Hand in Hand, wer will schon. Wer steht schon seinen Menschen, wenn er mies gelaunt irrt, in ihm, die Krater grösser werden. Wer mag schon auf das Echo warten, wer mag schon mögen.
Teil 2 (Aufbau von Wut)
Die Worte fallen weigerlich, immer wieder mit dem gleichen Ton. Knapp entwischt, was kaum erfasst, ein Ist, alles, nur nicht erkannt.
Teil 3 (Persönlich werden)
Du denkst ich sei verrückt, ein wenig zu stark abgedriftet, zu wenig Vertrauen in meine Logik.
Teil 4 (Faziterus)
Auf der kleinen Oberfläche bleibt nur wenig Platz für grosse Gefühle, der Status frisst, von unten Löcher in alles hinein. Schwachsinnig, so viele Gefühle für so wenig Tiefgang.
kommentieren Aus der Wortstation: http://lebenstraumsammler.wortbeitrag.net 
23. Mai 2004, 19:29 Uhr, JohannesSeit ich denken kann»Wieso fragst du mich das, wenn ich fragen darf«, fragt er und wie ich nicht gleich darauf zu antworten weiss, wendet er sich ab von mir, schaut über die Böschung auf das Wasser hinunter und summt leise irgend ein Lied, das mit bekannt vorkommt, woher weiss ich nicht.
Ich zweifle an der Berechtigung meiner Frage, an der Berechtigung des Gefühls, das mich fragen liess. Ist es nicht so, dass wir von dem, was wir öfters tun, denken, es sei, was wir gerne tun? Und ist es dabei nicht die Gewohnheit, die aus Gemochtem Geliebtes macht, um uns das ewig gleiche Tun zu begründen? Und ist es nicht so, dass wir keinen Namen haben, für dieses Eine, Kleine, Unbequeme, das trotz mögen und lieben und Liebe und geliebt werden uns immer wieder und meist dann heimsuchst, wenn wir uns derart davor in Sicherheit wähnen, dass wir es vergessen haben?
Ist unter diesem Umstand, so frage ich mich, die Frage, ob er mich noch genau so liebe wie an diesem Tag im Frühling, als wir uns kennen lernten - ist das Bedürfnis nach einer Bestätigung - berechtigt?
Er hält inne mit summen, just an der Stelle, an der ich auch nicht weiter gewusst hätte, schaut mich an und sagt: »Nein, so wie damals liebe ich dich nicht mehr und ich bin froh darüber. Ich liebe dich heute anders, eher wie einen Teil von mir. Die Liebe zu dir ist tiefer geworden.«
Er nimmt mich in den Arm, drückt mich und flüstert dann: »Dass ich es dir immer wieder sagen muss, mein Lieber, woran liegt das bloss?«
Ich weiss es nicht, wirklich. Ich weiss nicht, warum ich stetig zweifle an mir, an ihm, an uns, am um uns. Das war schon vor ihm so - seit ich denken kann.
kommentieren Aus der Wortstation: http://johannes.wortbeitrag.net 
22. Mai 2004, 11:58 Uhr, RuppNachgefragtFrage an das allgemeine Rechtswissen.
Wenn innerhalb Verfassungsgarantierter Grundrechte, die Würde des Menschen, die Rede- Versammlungsfreiheit und die spezielle Freiheitsgarantie Art. 5. Abs. 3 Satz 1. nur innerhalb der „Verfassungsordnung“ eingeschränkt werden darf.
Was bedeutet dann „Verfassungsordnung' gegenüber in LVwG-NRW. normierte Gefahrenabwehr: Auch der Kunst nicht erlaubt werden muss, sich zu jeder Zeit, an jeden Ort, in jeder Art und Weise betätigen zu dürfen?
Welche Gefahr geht von der Kunstfreiheitsgarantie aus? Die Allgemeinheit bereits durch verwaltungspolitische Polizeigesetze, vor der Kunst geschützt werden muss?
Scheint so als habe Künstler mal wieder alles falsch gemacht, was falsch zu machen war. Hat sich reingestürzt in das Abenteuer die Kunstfreiheit zu verteitigen, der Richterwillkür überfordert, ihm kein Raum zu Atmen gelassen. Nebenbei immer die Angst vor dem Konkreten und doch der Drang des Herzens, sich der Sehnsucht einfach hinzugeben. Freiheit beginnt im Kopf. Sie muss gut überlegt sein, kalkuliert und geplant. Er, der Kunstfreiheitsfeind mag das nicht. Er kann nicht mehr mit Verfassungsgarantierte Freiheitsrechte umgehen und Leugnet sie, weil ihm das Kunstverwaltungsleben so vereinnahmt.
Alles falsch gemacht, was falsch zu machen war. Vielleicht lässt uns eine Rehabilitation, endlich wieder in Würde Mensch sein.
MFG.
Bsucher
kommentieren Aus der Wortstation: http://rupp.wortbeitrag.net 
19. Mai 2004, 08:53 Uhr, JohannesAblesebüroZugegeben, ich hatte etwas ein schlechtes Gewissen, als ich seine leidende, nur noch knapp von sich überzeugte Stimme von meinem Beantworter abspielte. Mir war sofort klar: Der Mann muss leer sein wie der Name des Amts, für das er arbeitet. Ablesebüro.
»Guten Tag Herr S, hier ist U vom Ablesebüro,« sagte er, dann kurze Pause, in der er sich vergewisserte, ob er nicht doch in der Liste um einen Namen nach unten verrutscht sei. »Wir müssen das so tun«, fuhr er dann fort, und in diesem müssen lag dieses Leiden, weniger in der Wortwahl wegen, als dem Laut, der sowohl etwas duckendes wie forcierendes hatte, oder so ähnlich, jedenfalls begann er das Wort stehend und beendete es in kauernder Stellung, dazwischen lag er zwei Mal.
»Die Rechnung, die Sie bekommen haben, ist eine Einschätzung aufgrund ihres letztjährigen Verbrauchs«, erklärte er mir, »wir müssen das... «, und da war es wieder, dieses müssen, doch jetzt mit etwas mehr Schwung, überzeugter, williger, diese Aufgabe durchzustehen, »...wir müssen das so tun, wenn wir die zugestellten Ablesekarten nicht ausgefüllt zurückgeschickt bekommen.«
Ich wollte einwenden, dass er vom Ablesebüro sei und nicht vom Ablesekartenzustellbüro, doch einwenden, das nützt nichts bei aufgezeichnetem Text. Darum fährt er unbeirrt fort: »Wenn Sie Fragen haben... «, und er schien sich gänzlich erholt zu haben, für einmal im Falle von Fragen Partner des Anspruchs sein zu können, erfüllte ihn hörbar mit Stolz, »Wenn Sie Fragen haben, wählen Sie bitte die dreiundzwanzig, unter der Sie mich erreichen oder die fünfzehn, wo Herr F für Sie da sein wird. Schönen Tag!«
Wie gesagt, ich hatte ein schlechtes Gewissen. Gerne hätte ich ihm und vor allem mir diesen Anruf erspart. Mir war der Sachverhalt klar und ich hatte Verständnis. Mir missfällt einzig der Ton in den Schreiben dieser Ämter und die Ämter an und für sich, darum schrieb ich damals diesen Brief an dieses Ablesebüro und teilte darin mit, dass:
»Guten Tag, ich bin erstaunt über den Ton, den Sie in ihrem Schreiben vom Elften wählten und darüber, dass es Ihnen offenbar nicht gelungen ist, mit mir oder meinem Hauswart einen Termin zu vereinbaren. Ihr Schreiben hat den Charakter einer Betreibung; einmal per Schnellpost und einmal eingeschrieben. Und dieses Einschreiben nötigt mich nun wieder, zur Öffnungszeit an einem dieser Schalter zu stehen, was mir ein Gräuel ist, was Sie nicht verstehen, Sie sind Beamter und auch dieses Schreiben, ich weiss, Sie müssen das so tun. Trotzdem: Bitte schicken Sie mir zukünftig Ihre Rechnungen mit gewöhnlicher Post und am liebsten kommentarlos, ich zahle meinen Strom gerne und wenn es immer geht auch pünktlich. Mit freundlichen Grüssen, Herr S«.
kommentieren Aus der Wortstation: http://johannes.wortbeitrag.net 
18. Mai 2004, 00:13 Uhr, socKopflosScheint so als habe er mal wieder alles falsch gemacht, was falsch zu machen war. Hat sich reingestürzt in das Abenteuer, ihn überfordert, ihm kein Raum zu Atmen gelassen. Nebenbei immer die Angst vor dem Konkreten und doch der Drang des Herzens, sich der Sehnsucht einfach hinzugeben. Liebe beginnt im Kopf. Sie muss gut überlegt sein, kalkuliert und geplant. Er mag das nicht. Er kann nicht mehr damit umgehen weil ihn das restliche Leben so vereinnahmt. Er will fliegen. Er will sich über diese rauchenden Köpfe hinwegsetzen, will an der Blume riechen und sie als das wahrnehmen was sie wirklich ist. Alles falsch gemacht, was falsch zu machen war. Vielleicht. Lasst uns endlich wieder Menschen sein.
kommentieren Aus der Wortstation: http://soc.wortbeitrag.net 
10. Mai 2004, 14:14 Uhr, HannesWeiteres Irrtumsfragment'Weiter!' ruft er, der ich ist. Eiterduft überdeckt die folgende Stille. Stellt sich tot der Hund (können nur Tiere), denkt (können nur Menschen), er wird ihn los. In Großbuchstaben ruft er jetzt, was, weiß niemand mehr, war auch nicht wichtig.
Jedenfalls so sexfixiert ist er nicht. Allenfalls ein Beck's, aber nicht das goldene. Golden wie das Lächeln, wenn die Sonne zwischen seinen halbgeöffneten Lippen verschwindet. Kein Gedanke an den ersten Mai.
Die mit Watte ausgestopften Puppen, Helm auf dem Kopf, Schlagstock in der Hand. Wattiert seine Gedanken, das merkt er jetzt. Konkreter geht es nicht, nicht an dieser Stelle.
Die Stellen des ersten, des letzten Treffens, die dazwischen gibt es schon gar nicht mehr.
Sex? Natürlich. Das Primat der Unzucht über die Geduld.
5 Kommentare Aus der Wortstation: http://hannes.wortbeitrag.net 
09. Mai 2004, 20:36 Uhr, socGruppendynamikEs war einer dieser Tage, an denen er sich wieder fragte, warum jede Gelegenheit immerzu in ihrem Keim erstickt wird, bevor ihr auch nur der Hauch einer Chance vergönnt wurde. Die Gruppe hat nur eine Funktion. Sie dient dazu, der Verbundenheit entgegenzuwirken. Sie polarisiert, sie zieht das Individuum an ihre Seite; lässt es zerschmelzen mit einer Kollektivmeinung die umso vieles einfacher erscheint. Der Mensch soll und muss alleine bleiben, auch wenn er daran zerbricht. Dafür gibt ihm die Gruppe oberflächliche Geborgenheit. Während etwas Junges, Frisches und Neues noch Zuneigung, Geborgenheit und Schutz braucht, zieht ihn die Gruppe hinter die Grenze. Dorthin wo die Gewitterwolken aufziehen. Da steht er nun, im Regen.
kommentieren Aus der Wortstation: http://soc.wortbeitrag.net 
05. Mai 2004, 10:48 Uhr, lucent72Gefräßige Mittelmäßigkeit An manchen Tagen fühle ich mich von der Mittelmäßigkeit meines momentanen Daseins regelrecht verschluckt. Nicht mal das Verschlucken gelingt, es fühlt sich an als ob ich im Halse der Mittelmäßigkeit quer liege, und nun darauf warten kann ob ich ausgekotzt oder geschluckt werde. An diesen Tagen würde ich mich am liebsten verlaufen. Vielleicht in der Mittagspause im Supermarkt? Einfach durch einen Hinterausgang gehen und ganz woanders rauskommen, alles gelöscht, alles auf Null. Die Mittelmäßigkeit an sich ist nicht sonderlich schlimm, nur meine Mittelmäßigkeit hat guten – und regelmäßigen – Sex mit dem Stillstand. Durch das wilde Kopulieren beider Zustände entsteht die Brut der Unzufriedenheit. Ich bin auf der Suche nach Zielen, nur wo ist die verdammte Startlinie? Nacht´s durchstreife ich die Straßen der Stadt, um – wie „Nietzsche“ schon sagte – beim laufen die guten Ideen zu finden. Fehlanzeige! Ich blicke durch die erleuchteten Fenster in das Leben der anderen, auch hier keine Antworten. Nun liege ich im Bett und schaffe mir Erleichterung durch Onanie. Mit einem kleinen Lächeln zieht es mich weg, könnte ja sein das Morgen was geht.
Motivationssong: Attwenger – Gedscho, gedscho, gedscho wieda weida...
1 Kommentar Aus der Wortstation: http://lucent72.wortbeitrag.net 
02. Mai 2004, 15:57 Uhr, arjunaaugenblicker stand ganz still und schaute bloss. es schien, als sei er ganz weit weg und mitten drinn zugleich. unbehelligt von der hektik der lebensrettenden not-massnahmen, die routiniert getroffen wurden. er wusste, dass da, mitten in der bahnhofshalle, vor aller augen, still und sanft ein menschleben am verblassen war, slow-motion, gewissermassen und ohne ton... suchte er und fand den blick, die augen, das verschmelzen. die stille, ewig, die vergänglichkeit. weit weg und doch ganz nah. fremd und lang vertraut, in diesem einen augenblick... so sahen sie sich an, die zeit stand still. noch während diese augen ihm mit einem traurigen lächeln immer mehr entglitten...
kommentieren Aus der Wortstation: http://arjuna.wortbeitrag.net 
Februar | Dezember | Februar | Januar | November | Oktober | Juni | März | Februar | Dezember | September | August | Juli | Juni | Mai | April | März | Februar | Januar | Dezember | November | Oktober | September | August | Juli | Juni | Mai | April | März | Februar | Januar | Dezember | November | Oktober | September | August | Juli | Juni | Mai | April | März | Februar | Januar | Dezember | November | Oktober | September | August | Juli | Juni | Mai | April | März | Februar | Januar | Dezember | November | Oktober | September | August |
|