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19. Juli 2004, 19:56 Uhr, groegg

self - raubing

jetzt hats mich erwischt. das loch. einige schritte, einige atemzüge, einige ideen vermischen sich in mir und sind nicht mehr aufzufinden. das loch. es frisst alles was es kriegt, selbst wenn es schrecklich wenig ist, es frisst es. das loch. es nimmt mir sogar den körper, das arsch. das loch.

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Aus der Wortstation: http://groegg.wortbeitrag.net

09. Juli 2004, 00:39 Uhr, nggalai

Homo Gnosis.

'Jesus liebt dich.'

Weshalb sollte er mich lieben? Was habe ich ihm angetan, dass mich der Zimmermann am Kreuz mit seiner Liebe überschütten müsste wie in einem japanischen Bukkake-Film?

Hat Jesus wirklich so geringe Ansprüche?

Oder liebt mich Jesus, weil er so seine grenzenlose Aufopferung effektiv demonstrieren kann? Bin ich ein Mittel zum Zweck, Dogma in seinem Namen zu fördern?

Jesus weinte.

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Aus der Wortstation: http://nggalai.wortbeitrag.net

05. Juli 2004, 12:05 Uhr, Hannes

Treffen mit Leander T.

Ich lernte Leander T. nicht kennen.

Wir trafen uns in der U-Bahn-Station, nachdem wir seit Monaten jeden Mittwoch im gleichen Club verbracht hatten. Ich sah ihn durch diesen Glaskasten hindurch, in dem früher wohl die U-Bahnhofvorsteher saßen und ihre Durchsagen machten. Er schaute sich die am Kiosk ausliegenden Zeitschriften an.

Ohne Probleme hätte ich, wäre ich zu diesem Zeitpunkt in die einfahrende U-Bahn gestiegen, mein damaliges mittelmäßiges und eher ereignisloses Leben weiterführen können. Doch ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, ihn einmal von Nahem im unbarmherzigen Neonlicht zu sehen.

Bisher kannte ich ihn ja nur von besagtem Club. Dort herrschte schummriges, makelkaschierendes Licht, von dem ich im Nachhinein sogar glaube, dass es leicht rötlich war.
Ich ging also in seine Richtung, langsam, schlendernd, mein Herz raste. Ich wollte so nahe an ihn herankommen, um ihn riechen zu können.

Als ich eine Weile gedankenverloren hinter im gestanden war, drehte er sich um. Ich sah den kleinen Leberfleck an der linken Seite seines Kinns. Er schaute in meine Augen.
Er umrundete mich wortlos. Ich blieb stehen, suchte nach Ausflüchten für die bevorstehende Verbalkonfrontation. Er lächelte und ging in Richtung Ausgang.

Ich war mir nicht sicher, ob ich ihm folgen sollte. Hatte ich mich nicht lächerlich genug gemacht?
Er blieb stehen und blickte zurück.

Ich rannte los, nahm den anderen Ausgang und schnappte nach Frischluft. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand Leander T. und winkte mir zu.
Ich überquerte die Straße.

Wir gingen eine Weile schweigend nebeneinander her und als wir an eine Brücke kamen, blickten wir gemeinsam ins Wasser.
„Da, wo ich geboren bin, gibt es auch einen Fluss.“ sagte er. „Als Kind konnte ich stundenlang ins Wasser schauen und meinen Gedanken nachhängen.“

Seine Augen glitzerten.

Es fuhren ununterbrochen Autos an uns vorbei, doch ich hörte nichts außer dem Rauschen des Flusses.
„Das ist wie mit den Muscheln“, sagte ich, „die man sich ans Ohr hält, und man hört nur ein Rauschen. Man glaubt, das sei das Meer.“

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Aus der Wortstation: http://hannes.wortbeitrag.net

03. Juli 2004, 13:25 Uhr, lucent72

Musikalische Gehirnwäsche

Mein Körper steht vor meiner Anlage, der Rest von mir liegt noch im Bett, seit Tagen. Ich spaziere schon seit Tagen nur mit meiner Körperhülle durch das Leben, da die restlichen Bestandteile unauffindbar sind. Ein seltsames Gefühl.

Gestern saß ich in einem Cafe, ganz normale Geschichte: Milchkaffee, Leute beobachten, Nachdenken. Irgendwann schossen meine Gedanken ganz weg, ich war komplett an einem anderen Ort, so als würde ich mich von oben beobachten, merkwürdig.

Während der Kaffee läuft bin ich am überlegen mit welchem Song ich in den Tag starten werde. Ich benötige jeden Tag ein Lied das mich auf Kurs bringt, geht nicht ohne. Der Tagessong hängt in meinem Ohr, solange bis ich einen neuen andocke.

Heute, an diesem arschigen Tag muss schon einer her der mich einmal quer durch´s Zimmer schleift, das geht gut mit „Back 2 Mono – Trickshot“. Schnell hab ich die CD gefunden, nun steh ich mit meiner Tasse Kaffee, verpeiltem Blick und ner Handvoll austauschbarer Gedanken in der Mitte des Raumes, bereit zur musikalischen Gehirnwäsche.

Meine Augen sind geschlossen, der Beat und der Wind tanzen einen Reigen der Sehnsüchte in meinem Zimmer, in meinem Kopf.

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Aus der Wortstation: http://lucent72.wortbeitrag.net

02. Juli 2004, 17:50 Uhr, marimandli

sitzen
sitzen denken
sitzen sprechen
sitzen schreiben
sitzen
sitzen essen
sitzen
sitzen warten
sitzen
aufstehen.

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Aus der Wortstation: http://marimandli.wortbeitrag.net

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