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28. Februar 2005, 22:40 Uhr, rolph

ich jauchze aus voller brust

also, und wieder bin ich an einem punkt angelangt, wo sich alles wiederholt.

die ängste, der bauch, die unruhe. alles schon erlebt, alles schon durchlebt. und immer wieder erfahren und gespürt, wie wenig es doch nützt. wie nichts es nützt.

heute soll es aber ander sein. heute soll mich die sonne wärmen, heute will ich glauben. mit jeder zelle, jede sehne und jedem haar. mein ganzer körper soll mir gehorchen und glauben, dass es so ist wie es ist. dass es so kommt wie es kommt.

und er sah, dass es gut war.

ja ich lache schon. ich fühle wie diese unsichtbare gestalt mir die hände auf die schultern legt. und einfach nur glück und liebe. ohne bedingung, ohne angst und ohne gut und bös. schön, wie schön.

sein halt.

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Aus der Wortstation: http://rolph.wortbeitrag.net

21. Februar 2005, 18:38 Uhr, Alina

muuuuuuuuuuuh!

eene mene mu!
und schon ist es vorbei. der mond geht in der blauen wasserfarbe unter. krasse grüne wasserkröten fraßen sich die sich schlängelnden glitschpflanzen hoch. oben angekommen, kotzten sie ihre Gedanken in das gesicht des blonden leichtsinnigen mannes. eine krasse magische kraft zieht ihn in richtung der schwarzen, glänzenden krötenaugen. er verliebt sich sofort in die schwule kröte. tacatacatac - rabe auf unbekanntem weg, spießt das kotzende tier auf und lässt den guten verdattert stehen.

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Aus der Wortstation: http://alina.wortbeitrag.net

19. Februar 2005, 12:52 Uhr, Johannes

Spielball

Es ist Jahre her. Zwischen den Zeilen stapelt sich die Wahrheit, möglichkeitsweise. Irgendwo da, stückweise dort wird nichts sagendes Nichtgesagtes gewichtig und zerrt entgegengesetzt. Spielball.

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Aus der Wortstation: http://johannes.wortbeitrag.net

14. Februar 2005, 11:58 Uhr, Julian

Vor uns

wir rannten zusammen die strasse entlang, er blickte lachend nach vorne, ich schaute nur ihn an..... vielleicht habe ich daher nicht kommen sehen, was vor uns war

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Aus der Wortstation: http://julian.wortbeitrag.net

11. Februar 2005, 21:23 Uhr, Julian

Die Gondel der Liebenden

(oder der Homo-Kitsch, Working Title)
Giovanni betrachtet den Stallburschen, wie er den Pferdesattel mit Öl schmiert und fühlt ein vertrautes Spannen im Schritt. Die vibrierenden Lenden eines Mannes sind wie die herrlichen Knospen, die ihresgleichen suchen. Das servile Maskulinum von erheblicher Grösse und strammem Bindegewebe und mit flottem Kurzhaarschnitt schmiert den Sattel und fühlt quellende gewehrstahlfarbene Augen auf sich ruhen Giovanni will die Rinde eines Baumes abschälen, sich auf den Boden legen oder randalieren. Sind Hormone nicht eine Streitmacht, die die verängstigen Organe malträtieren? Die Milz versteckt sich, die Gedärme drücken sich zusammen, das Herz will aufhören zu klöpfen, pumpert aber vor sich hin. Im Stallburschen fängt es an zu gären und zu sieden. Die vernünftigen Gedanken entdampfen. Die ungebührlich starken Hände des Stallburschen schusseln und das Sattelöl kleckert auf seine Arbeits-Latzhosen, die sich um seinen von Muskeln besäten Corpus betten. Giovanni eilt ihm zu Hilfe, um dieses butterige Kuddelmuddel zu putzen. Der Stallbursche namens Montesquieu, einer verlumpten Bourbonenfamilie entstammt, steht in spe in seinem Slip im Heu. Seine Attribute, die die Männlichkeit bezeugen, zeichnen sich in vulkanartiger Weise darin ab. Giovanni fühlt eine körperhafte Ohnmacht, er hört nur den Gesang der kleinen, aufgeplusterten Vögelchen, die sich im Gebüsch hofieren. Plötzlich singen die spassig aufgeplusterten Vögelchen eine Oktave höher, Zungen raufen in wildem Kusse, Hände rangeln, wie vom Tau befeuchtete Körper wälzen in den goldenen Blüten des Eros. Giovanni und Montesquieu sind nicht mehr in einem Stall, sondern in einer romantisch dahin gleitenden Gondel, auf einem Moosbett und vor einem prasselnden Feuer in einem Schloss. Es regnet Sterne und Perlen. Sie wachen auf im Heu und werden nie wieder an diese Synthese schwelenden Verlangens denken.

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Aus der Wortstation: http://julian.wortbeitrag.net

11. Februar 2005, 17:18 Uhr, leeloo

Der Blick auf der Strasse

Nichts ahnend auf der Strasse gehend. Plötzlich festgehalten! Ein flüchtiger, mystischer und trotzdem warmer Blick. Erwidert vom Gegenüber, ein angenehmer Stich ins Herz! Der Austausch von Gefühlen, lässt Emotionen entstehen. Kurze Zeit im Banne des Blickes. Kaum realisiert ist alles bereits vorbei. Die Nüchternheit, welche einen zu schnell wieder einholt, lässt erkennen, dass dies wohl nur ein Blick war. Speziell jedoch, dass ein noch so kurzer Blick, einen durchaus den ganzen Tag reflektieren lassen kann.

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Aus der Wortstation: http://leeloo.wortbeitrag.net

06. Februar 2005, 02:49 Uhr, soc

Lügner

Soviel Potenzial steckt in ihm, soviel Emotion, Geist und Weitsichtigkeit. Sein wahres Wesen wird jedoch von ihm durch mentalitäre Gewissensbisse abgeschottet und verdrängt. Tagtäglich lenkt er sich ab, befriedigt sich durch das Erreichen irrelevanter Ziele und rennt trotzdem weiter stetig auf den Abgrund zu. Müsste er doch gerade den Teil seines Lebens aufgeben, der ihm fälschlicherweise am meisten Halt gegeben hat, um aus dem künstlich erzeugten Vakuum wieder fliehen zu können. Was am Ende bleibt ist sein Trotz, der die längst getätigte Erkenntnis zu verdrängen sucht. Doch die Wahrheit wird ihn immer wieder einholen. Selbst dann noch, wenn es zu spät sein könnte.

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Aus der Wortstation: http://soc.wortbeitrag.net

02. Februar 2005, 20:33 Uhr, nggalai

Braun.

Der junge Mann sieht dem alten Mann verdutzt ins Gesicht. 'Wie meinen? Ich glaube, ich habe Sie missverstanden.' Er balanciert unsicher auf seinen neuen Stelzen und schluckt geübt einen Miniatur-Toaster herunter. Der alte Mann lächelt und tätschelt seine eigenen Stelzen, welche an die weiche Steinmauer gelehnt sind. Sie sehen aus, als ob sie schon seit Ewigkeiten nicht mehr das Gleichgewicht eines Pilgers herausgefordert hätten.

'Du bist was Du isst. Oder eher, was Du isst verringert was Du bist. Manchmal. Aber nicht immer. Wie oben, so unten.'

Der junge Mann nickt nachdenklich, während hinter ihm eine Horde Typographen von fleischhutbewehrten Pilgern zur Schlachtbank getrieben wird. Es ist ein kühler aber fröhlicher Tag, und die gurgelnden Laute der Frischfleischtypographen singen von Frühling und Morgensonne. Der junge Mann stutzt.

'Und was ist, wenn ich keine Miniatur-Toaster mehr zu mir nehme? Was bin ich dann?'

'Um das heraus zu finden,' sagt der alte Mann, 'bist Du hier. Auch Du wirst noch lernen, über dich zu lachen. Auch Du wirst noch lernen, die Absurdität deiner Position zu schätzen.'

Der junge Mann schüttelt den Kopf und wankt auf seinen neuen Stelzen davon. Vereinzelte Nägel fallen vom Himmel, aber das Wetter wird halten.

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Aus der Wortstation: http://nggalai.wortbeitrag.net

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