30. Mai 2005, 14:17 Uhr, ZenonWortwechsel (59): SinngebungALTER. Letzten Endes kann jeder Schaden bis zur Unkenntlichkeit verwandelt werden. Sinngebung ist die ultimative Systemeigenschaft.
EGO. Was unterscheidet Sinngebung von Schönfärberei?
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26. Mai 2005, 00:44 Uhr, ZenonWortwechsel (49): PhilosophierenALTER. Für unsere sinnliche Wahrnehmung ist die Denktätigkeit ähnlich unscheinbar wie das Treiben der Pantoffeltierchen. Dennoch zeugt beides von lupenreiner Vitalität.
EGO. Hat nicht bereits Platon seinem verehrten Meister Sokrates in den Mund gelegt, Philosophieren sei sterben lernen? Demnach ist es zumindest die gewollte Todesnähe, die den reinen Denker als Lebe-Wesen abqualifiziert.
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24. Mai 2005, 19:15 Uhr, retoes kam unterm bett hervorgekrochen und sagte kein wort. nichts. stand einfach nur da und machte ein dummes gesicht. pah, dachte ich, was du kannst, das kann ich auch, und hab nichts mehr gesagt. nach etwa 30 miuten zupfte es am hosenbein. reue. schön, dachte ich. ich vergab.
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21. Mai 2005, 23:44 Uhr, nggalaiLila.Der Fremde wickelt den schweren Ledermantel enger um seine gedrungene Gestalt und spuckt auf ein paar alte Rollschuhe, welche blutverkrustet auf dem Gehsteig liegen. 'Er war hier,' knurrt er und bleckt seine nikotingelbe Gebissruine. 'Er war hier, und ich habe ihn verpasst.' Frustriert schüttelt er den Kopf und kramt in seinen Taschen nach dem silbernen Flachmann, den er vor acht Monaten aus der Obhut der heiligen Klobürste von Antiocha geraubt hatte. Er nimmt einen Schluck Bier zu sich und hustet. 'Es ist an der Zeit, dass ich mit ihm spreche. Ja.'
Ein blaugestreiftes Zebra rennt durch die Strassen und lenkt den Fremden einen Moment lang ab. Er legt den Kopf schief, lächelt und folgt den Spuren der Verwüstung, welche den Weg des Zebras markieren. 'Du spielst also DIESES Spiel? Mutig, mutig. Oder dumm? So oder so - Du hast dich entschieden, und jetzt darfst Du die Konsequenzen tragen. Hoffentlich komme ich nicht zu spät.'
Der Fremde hoppelt schneller über das alte Kopfsteinpflaster und flucht leise vor sich hin. Ein Schwarm Toaster flüchtet vor seinen Schritten und rasselt irritiert mit den Kabeln. Fünf Minuten später haben sie den Fremden vergessen und scharen sich erneut um die Stelzen und den Fleischhut, welche auf der Strasse liegen. Sie reißen kleine Stücke aus den Reliquien, die nach Pfefferminz riechen. Die Uhr schlägt Mitternacht.
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21. Mai 2005, 15:47 Uhr, socOerlikonHab mich vor zwei Wochen in Justin Timberlake verliebt. Wir haben uns per Zufall auf dem Gebrauchtwagenmarkt kennengelernt. Zwischen Käfer und Ferrari sind wir ins Gespräch gekommen und haben über die Vergänglichkeit der Dinge philosophiert. Aus einem Treffen wurden mehrere; immer dann, wenn Cameron daheim auf die Hunde aufgepasst hat. Sie weiss von uns, aber ihr sonniges Gemüht verbietet ihr, Trübsaal und nicht Justin zu blasen.
Problematisch ist nur, dass Jus andauernd auf der Strasse angehauen wird, wenn wir zusammen unterwegs sind. Der schwule Marco, Frau Hinz und Herr Kunz kommen unaufgefordert auf uns zu und bleiben wie Ölgötzen vor uns stehen. Zuerst reissen sie die Augen und den Mund auf, dann sagen sie ein paar Worte, die sich wie Hebräisch anhören, bis sie schlussendlich ihre Krallen ausfahren um Jus anzupacken. Könnte ja auch eine Illusion, eine Fata Morgana oder das schlechte Koks von gestern Nacht sein.
Während die Zeit vergeht, lernt man damit umzugehen. Darum werde ich ihn nächste Woche meinen Eltern vorstellen. Wohlweisslich habe ich meine Mutter schon mal angerufen und ihr gesagt, mit wem ich daheim auftauchen werde. „Tschöstin Timerteich?“ „Was macht der?“ „Er ist Sänger, Mami.“ „Und was will der hier?“ „Dich kennenlernen und sich vorstellen.“ „Ach, na dann kommt doch. Ich lad dann noch Isabelle ein, gut?“ „Warum?“ „Ich finde ihr würdet so gut zusammenpassen.“ „Ist gut Mami, Auf Wiederhören.“
Justin, meine Mutter, Isabelle und ich werden also nächste Woche auf der Heide im tiefsten Freiburgerland aufeinander treffen. Bis es soweit ist, suchen sich Jus und ich ne Wohnung in Oerlikon, während Cameron weiterhin an der Goldküste die Hunde hütet. Die Gegend soll ganz schön sein. Glücklicherweise ist der Ausländeranteil dort so hoch, dass höchstens Tarkan auf der Strasse angepackt werden würde.
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21. Mai 2005, 00:55 Uhr, ZenonAnagramm (11) zu "Therapeutisches Klonen"Part ohne echte Kulissen
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18. Mai 2005, 15:32 Uhr, JohannesSchwule SchneckenJa, die meisten Schnecken sind Zwitter, ich weiss, und darum ist die Chance auch eher klein, dass sie rechtens als schwul bezeichnet werden können - aber wen interessiert das schon? Säue sind ja auch per Definition weiblich und trotzdem hab ich noch niemanden 'Du schwuler Eber!' oder etwa 'Du lesbische Sau!' schimpfen hören. Nein, die Sau ist schwul, das war schon so als Fabian in den Kindergarten ging und es war noch so, als er sich mit 15 in den Michael aus der Parallelklasse verliebte. Doch heute ist das anders. Heute sind Schnecken schwul. Schwul wie sau.
Eine nicht allzu sehr fundierte Internet-Recherche ergab: „Sowohl die im Meer lebenden Hinterkiemer, als auch die Land und Süßwasser bewohnenden Lungenschnecken sind Zwitter, die sowohl männliche, als auch weibliche Organe in einem gemeinsamen Genitalapparat haben.“
Schnecken können sich wechselseitig begatten, stand da weiter geschrieben, eine Selbstbefruchtung sei allerdings durch den Verlauf der Entwicklung und Reifung von Samen- und Eizellen ausgeschlossen.
Diese Situation wirft Fragen auf: Wer ist beim Sex für die Verhütung verantwortlich? Wer zahlt wem Alimente, wenn beide schwanger werden? Welche Schnecke steht am Herd? Wie teilen sie sich väterliche Strenge und mütterliche Fürsorge? Überhaupt: Was soll aus dem Frauenturnverein werden? Und was aus geschieht mit dem Männerchor?
Zugegeben, Beweise sind das keine - aber wie gesagt: wen interessiert das schon? Und wie auch immer Mann und Frau sich das mit diesem zwitterigen Genitalapparat vorstellen sollen: Heute sind die Schnecken schwul und nicht mehr die Säue, Fabian ist letzten Monat 20 geworden und zusammen mit Michael wirbt er am Informationstand des Vereins „Ja zum Partnerschaftsgesetz“ nicht nur für ein Ja zu einem Gesetz, sondern auch für ein Okay zu ihrer Liebe.
Darum legt am 5. Juni ein Ja zum Partnerschaftsgesetz in die Urne!
Für Fabian, für Michael und weil Schnecken heute schwul sind.
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18. Mai 2005, 01:12 Uhr, ZenonLektüre (8): Wille (Begriffsgeschichte)Historisches Wörterbuch der Philosophie
Band 12: W-Z (2005)
Der Artikel 'Wille' gehört mit 32 Spalten zu den mittellangen dieses Großlexikons, dessen erster Band 1971 erschien und 120 DM kostete (Band 12: 257 Euro!!). Damals war ich 19, und meine Philosophie-Begeisterung hatte gerade begonnen. Nunmehr soll nur noch ein Registerband folgen – ob dazu ein, zwei oder drei Jahre verstreichen werden? Das war die übliche Zeitspanne zwischen zwei Bänden. Nun, wenn alles normal läuft, werde ich das i-Tüpferl auch noch erleben.
Was sich die großen Denker nicht alles bei 'Wille' gedacht haben! Die alten Griechen hatten eigentlich noch gar kein Wort für das, was wir heute sagen wollen, wenn wir 'wollen' sagen. Sie oszillierten stattdessen zwischen 'Abwägen' (bouleusis), 'Streben' (orexis), 'Mut' (thymos) und 'Entschluss' (prohairesis). Als entschiedensten Willens-Philosophen mache ich nach der Artikel-Lektüre Schelling aus – 'Wollen ist Ursein' – und nicht mehr Schopenhauer oder Nietzsche. Und ganz fasziniert bin ich wieder einmal von Wittgenstein, der dem zur Rede stehenden Begriff mit dem folgenden Argument einfach die Existenzberechtigung abspricht: 'Das Wollen, wenn es nicht eine Art Wünschen sein soll, muss das Handeln selber sein.'
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15. Mai 2005, 17:35 Uhr, HannesWinterliedJupien.
Das also
fällt in Flocken dick vom Himmel.
Ein unbestimmter
Franzose, weich und schön.
Der Name drängt sich in mein Ohr,
sich langsam bis ins Auge windend.
Rein und duftend, Zimt und Nelken.
Wie er sinkt. Mit jedem Stück
zergeht er mehr, und aus dem Trugbild,
dessen Schmied
ich selber bin, wird Wasser, wird Eis.
Klar und glänzend.
Jupien.
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11. Mai 2005, 09:45 Uhr, ZenonWortwechsel (50): FeindesliebeALTER. Die praktische Vernunft ist eine Kämpferin und als solche nicht unbewaffnet. Ihre Kämpfernatur erschöpft sich durchaus nicht in passivem Widerstand. Sie hat die besten Gründe, vor Selbstvertrauen zu strotzen. Ihr ist gewiss nicht jedes Mittel recht, aber mit der 'List der Vernunft' sollen es ihre Feinde zu tun bekommen. Feindesliebe darf in diesem Sinne verführerisch sein.
EGO. Also verlogen!! Auf des guten Kants Drehmoment im Grab soll es mittlerweile wohl gar nicht mehr ankommen!
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10. Mai 2005, 10:11 Uhr, billaDas FlüchtigeDas Flüchtige
an dem Gedanken
waren die
vom alten Tag
gerosteten Wolken
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08. Mai 2005, 17:16 Uhr, arjunaweit draussen – tief drinnam ende ist alles,
was mir bleibt,
mein wahres ich,
etwas anderes
habe ich ja nicht...
so ist das beste,
was ich da besitze,
mein wertvollster
schatz,
alles erlebte
all die gedanken,
die träume
und wünsche,
erfüllt und
unerfüllt,
die erinnerung
und hoffnung,
die mein zentrum
still umkreisen,
planeten gleich,
beschienen
und genährt
von
licht und wärme
meiner seele.
weiter draussen
umkreisen
andere planeten
ihre sonnen,
galaxien
verbinden sie,
meteore
und gedanken,
träume
und gefühle,
erinnerung…
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04. Mai 2005, 12:51 Uhr, billaWiesenschaumkrautDas Wiesenschaumkraut hatte sich in meinen Garten gelegt und nun, da es Frühling ist, schäumt es violen und erhebt sich frühreif und stolz neben den Büschen und Sträuchern, die erst noch wachsen werden.
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04. Mai 2005, 12:46 Uhr, billaKriegKrieg
Kriegen
Bekriegen
Rumkriegen
Abkriegen
Aufkriegen
Hinkriegen
Kinderkriegen
Bums
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