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28. März 2006, 21:54 Uhr, kai

E-Mail an eine Reisende Freundin

Die Reise…

Eine junge bildhübsche Frau aus einer mittelgroßen Stadt am Rhein zieht demnächst in die große weite Welt hinaus.
Ist sie auf der Suche nach dem großen Glück, oder auf dem Reise zu sich selbst?
Reisen bedeutet immer ein großes Abendteuer, man geht neue noch ungegangene Wege für sich selbst.
Ihr Herz pocht wild und die Angst vor dem Augenblick erwartet sie, die Stunde des Abschiedes rückt immer näher…
Was wird hier ohne sie geschehen und wie mag ihr Weg wohl aussehen?
Viele Fragen und noch keine Antworten.
Die Zeit wird wohl zum richtigen Zeitpunkt, alle nötigen Antworten uns liefern.
Bis dahin wird die Reise ein Abenteuer für sie und ihre Freunde bleiben.
Eins ist sicher, die Sterne die sie an diesen fremden Orten sehen wird, werden die Selben wie auch hier sein.
Wir werden ja sehen, was die Sonne der Südhalbkugel mit ihr macht…
Viel Glück und spaß, du Reisende.
Heitersheim, den 23.11.2005 – Kai Peter
Jasny

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Aus der Wortstation: http://kai.wortbeitrag.net

22. März 2006, 19:33 Uhr, siebenkaes

Neon

Die Erinnerung ist die Hölle, aus der du dich nicht befreien kannst.
(frei nach Jean Paul)
Die Erinnerungen nagen, zerren, rupfen. Sie haben sich festgesetzt, wollen nicht weichen. Wie dreiste Untermieter, die zwar keinen Vertrag haben, aber bleiben. Unliebsame, schmerzhafte, anrührende Erinnerungen – egal welcher Couleur – kleben wie Himbeersoße an dir. Tag und Nacht verstopfen sie dein Gehirn, lassen nichts mehr hinein. Wie Torhüter. Was war das für eine Zeit, in der Erlebnisse noch Eingang fanden? Zeit der Naivität, der Offenheit.
Wenn ein gewisses Maß an Erinnerungen erreicht ist, ist das vorbei. Dann ist da nur noch die Hölle der alten. Tempus memoriae.

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Aus der Wortstation: http://siebenkaes.wortbeitrag.net

21. März 2006, 23:47 Uhr, Zenon

Wortwechsel (341): Meditation

ALTER. Im philosophischen Gespräch greifen wir – anders als etwa in einer Zen-Meditation – eine Vielzahl von Themen als Diskussionsstoff auf, von denen wir aber keines 'erledigen', sondern zu denen wir unter veränderten Gesichtspunkten immer wieder zurückkehren.

EGO. Und in dieser dynamischen Form des Innehaltens kann es wohl endlos weitergehen für Gemüter, die das aushalten.

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Aus der Wortstation: http://zenon.wortbeitrag.net

20. März 2006, 14:49 Uhr, Willi

K A L E N D E R

Wenn Sportflugzeuge lethargisch ihre Kreise zieh'n,die Städter in Scharen der Stadt entfliehn;
wenn sich Motorräder und Cabrios in die Strassen ergiessen, Geranien und Fahnen aus den Häusern spriessen;-
Ist es Sonntag, s'ist Frühling du bist in der Schweiz.

Wenn die Boulevardcafés und Biergärten kollabieren, gequälte Familienväter nach einem kühlen Blonden gieren,
wenn die Mütter ihre quengelnden Kinder anschreien, aber im Grunde den Ehemann meinen, ist es wohl Maien,
und es ist Sonntag und du hockst in der Gartenbeiz.

Wenn rund um die Seen das Fleisch sich wendet, und der Nordmensch seine Ferien am Gotthard verschwendet,
wenn auf den Balkonen die Grilladen verkohlen, und die Männer die Six-Päcks per Kühlwagen holen,
dann ist es Sommer, es ist das Leben.

Wenn am Tage die Strassen und Plätze veröden, und unsere vertrockneten Gehirne verblöden,
wenn sich die Massen in klimatisierten Museen, ehrfurchtvoll die Füsse in die Bäuche stehen,
reifen in den Weingärten die Reben.

Wenn die Bierzelte aus dem Boden schiessen, und die Vereinsmeier ihre Jubilare begiessen,
wenn prachtvolle Feuerwerke aufblühen, und die Nordmenschen wieder Heimwärts ziehen,
sind die Ferien vorbei, die Nächte sind kälter.

Wenn wir an Früher, 'als alles noch gut war' zurück denken, und uns, weil es der Brauch will, mit Ramsch beschenken,
und wenn Seelenklempner ihr Vermögen mehren, und die Menschen sich beim Herrgott beschweren,
ersehnen wir den Frühling und sind ein Jahr älter.

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

17. März 2006, 05:00 Uhr, Willi

Hey ihr Ami-Übermenschen

.......................................Ihr seid die Terroristen.
Joh ihr frommen Puritaner, Schleimer, Moralisten.
Ihr wütet auf der ganzen Welt, als Demokratische Instanz.
Ihr sagt was gut und böse ist, in eurer dumpen Arroganz.
Hey, - ihr Weltpolizisten, ihr säht Gewalt und Krieg.
Ihr seid die Erdoeljunkies, was ist euer Sieg?
Nun habt ihr wieder frischen Stoff, er verbraucht sich halt sehr schnell.
Und was dann kommt, auch das wissen wir, ihr werdet Beschaffungskriminell.

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

16. März 2006, 02:17 Uhr, Zenon

Kinokarte (8): Elementarteilchen

Elementarteilchen
(Deutschland 2006)
Regie: Oskar Roehler
Hauptrollen: Moritz Bleibtreu, Christian Ulmen, Martina Gedeck, Franka Potente
Kinobesuch: Mi 1.3.06

Für einen Science-Fiction-Liebhaber beginnt es vielversprechend. Schon der Filmtitel scheint in diese Richtung zu deuten. Ein junges Mathematikgenie ist drauf und dran, Huxleys 'Brave New World' Wirklichkeit werden zu lassen. Dazu würde die völlige Abkoppelung von Sexualität und Fortpflanzung gehören. Aber realistischere Züge als diese Ambition am Rande des Geschehens nimmt der weitere Handlungsverlauf an: das Genie und sein Bruder verstricken sich in ganz normal-chaotische Liebes- und Leidensgeschichten. Oder wird auch diesbezüglich - ähnlich wie in Houellebecqs Romanvorlage - zu dick aufgetragen? Das mag jede/r selbst beurteilen nach Maßgabe ihrer/seiner eigenen Geschichten. Was das filmende und das schauspielerende Team bieten, ist jedenfalls den Kinogang wert.

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Aus der Wortstation: http://zenon.wortbeitrag.net

15. März 2006, 23:40 Uhr, Willi

Schmerzhaft

Ich habe heute TV geschaut.
Ich verstehe noch immer nichts.
Aber das ist, meine ich,
auch nicht die Hauptsache.
Hauptsache ist,
ich habe heute TV geschaut.

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

14. März 2006, 14:50 Uhr, siebenkaes

Phosphor

b-moll – die Tonart der Fremde. Im Winter. 182 Wintertage – Quersumme 11. Elf Monate Winter. Elf Monate Fremde. Was bleibt? Die Elf steigt auf den Berg der Fremde. Sie ist allein. Die Elf ist graublau. Oder nicht? Farben sind im Winter nicht zu unterscheiden. Anders die Tonarten. Die Elf ist b-moll.

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Aus der Wortstation: http://siebenkaes.wortbeitrag.net

12. März 2006, 13:39 Uhr, siebenkaes

Lithium

Osse caret lingua, sed frangit dorsa, maligna. Gemeinheiten von sich geben ist wunderbar! Spitze Stacheln durchbohren den Mitmenschen. Am schönsten ist es bei denen, die eine Elefantenhaut haben. Das dauert so schön lange. Orgiastisches Bohren, bis sie es überhaupt merken. Und dann: Holldrioh! Er hat es endlich gemerkt!

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Aus der Wortstation: http://siebenkaes.wortbeitrag.net

08. März 2006, 12:07 Uhr, Zenon

"Schüttel mich" (40): Woche 2006-10

Als in meinem wirren Traum auch noch der
FROMME RUSSE DRAFI ÖL
ins Feuer der
FÖDERALISMUSREFORM
goss, war Deutschland nicht mehr zu retten.

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Aus der Wortstation: http://zenon.wortbeitrag.net

07. März 2006, 12:03 Uhr, Zenon

Lektüre (29): Sternstunden

Stefan Zweig (1943)
Sternstunden der Menschheit

Der Autor der berühmten 'Schachnovelle' erweitert mitten im Zweiten Weltkrieg seine Sammlung 'historischer Miniaturen' von fünf (1927) auf zwölf.

Zwar gehören auch Waterloo 1815 und die Eroberung von Konstantinopel 1453 zu seinen in gewohnt klare Prosa gefassten Denkwürdigkeiten. Aber bei weitem überwiegen unkriegerische, deshalb nicht weniger dramatische Dammbrüche bei den für Zweig wohlverdienten Höhepunkten des Menschengedenkens: etwa die Entdeckung des Pazifiks 1513, die Auslegung des Atlantikkabels 1858 oder des alten Tolstois 'Flucht zu Gott' 1910.

Dieses kleine Buch habe ich zum wiederholten Mal mit Genuss und einiger Rührung gelesen.

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Aus der Wortstation: http://zenon.wortbeitrag.net

01. März 2006, 15:48 Uhr, Willi

Macho und Lesbe

Macho: 'Du gehörst mal richtig durchgefickt, dann wirst du Männer lieben!
Lesbe: 'Du scheinst zu wissen wovon du sprichst, hast du's mit Max getrieben?
Macho: 'Spinnst du? das ist ja ekelhaft mit Männern Sex zu haben!
Lesbe: 'Schau das weiss ich doch schon lang', drum treib ich's nicht mit Knaben.

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