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31. Mai 2006, 20:18 Uhr, Willi

Es ist kalt

Es ist kalt!
schon den dritten Frühling.
Und ich dachte immer
der dritte Frühling sei
DER Frühling überhaupt.
Nach jenem Sommer
der nicht enden wollte
so wie so.

Es ist kalt!
und trotzdem schmilzt uns
das Eis von den Firnen.
Und die Kälte der Herzen
nützt nicht einem.
Jenen die glauben damit
sei Geld zu machen am wenigsten.
Die werden ein bisschen mehr brutal
und empfinden das als ganz normal.

Es ist kalt!
Wolln wir ein paar
Tage an die Sonne fliegen?
Aber vielleicht ist es gar nicht kalt
nur ich werde langsam alt
und die Akkus sind verschlammt
. . . . . . . . verdammt.

(Ach ja die Fliegerei,
trägt das ihre dazu bei
es ist kalt!)

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

30. Mai 2006, 05:49 Uhr, Epiphanius

Nukleares Rhodosfeuer

Auf der Bank an der Strasse; oberhalb und am Ende des Strands; im warmen Abendsonnenlicht die Vogelperspektive. Da unten nun, ein kleines, buntes Sammelsurium an Liegeplätzen; hier, sein Logenplatz im Zirkus - Sonne, nackte Haut und Meer.
Die Silhouette der Berge, da im Jenseits, unter einer Käseglocke; darauf, wie Sahne, die Wolkenakkumulation.
Ein Schneeweiss im Blau, der Luxusliner mit dem gelben Schlot; schiebt ab, zum glatten, nördlichen Horizon, zielt in den Sonnenuntergang hinein.
Wenn sich ihm gen Abend, die Strasse kommt er da herunter, die Reflexion der Wellen, am Ende der Häuserschlucht ergiesst, ist es ihm Gnadenschein; ein Hoffnungsschimmer, der ihn rasch ertränkt.
Brandungsgischt, der Reizwäsche Spitzensaum, streichelt den Erdenschenkel; ihr sanftes kohabitatives Stöhnen.
Diese kleine verglühende Murmel da hinten, der Fluchtpunkt der Seelen zur Nacht, hat uns den Tag wahrhaftig und elementar erbrütet.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

29. Mai 2006, 23:20 Uhr, siebenkaes

Technetium

Getretene Hunde kommen winselnd heran und lecken ihrem Herrn auch noch die Füße. Ist das nicht grauenhaft? Hündisches Verhalten sollte man ablegen. Hoch den Kopf! Erhobenen Hauptes davongehen, wenn man getreten wird. Oder besser noch: zurücktreten. In beiden Bedeutungen; erst zurücktreten und dann zurücktreten. Cave canem.

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Aus der Wortstation: http://siebenkaes.wortbeitrag.net

27. Mai 2006, 16:44 Uhr, Willi

Loslassen

Natürlich kannst du nichts dafür, / ich hab dich nicht gefunden.
Ich suche schon sehr lang nach dir, / die Hoffnung ist geschwunden.
Auch Online hab ich dich gesucht, / aber nicht die kleinste Spur, -
was habe ich gefleht, geflucht, - 'sag mir doch wo bist du nur'?
Ich glaube dran, dass es dich gibt, drum halt ich endlich still,
jenen Menschen der mich liebt, aber nicht weil ich es will.

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

27. Mai 2006, 04:34 Uhr, Epiphanius

Hegaublick

Die kleinen, zarten Pilzlein; die erhabene Ruh auf der Bank, am Waldrand, vor der Strasse, oben; der Hegaublick, im lichten, weiten Juraland.
Auf dem Radweg, vor Engen; der Strassenbruder schob, sein Pferd bepackt, hinauf, entgegen, schwitzte; ›Acht Jahre unterwegs‹, er informierte; ›In der Schweiz, da musst du 60 Euro bei dir haben, dann schiebt die Polizei nicht ab‹.
Hinter Engen, die Strasse hinauf, Richtung Tengen, fand er zum Abend seinen Wanderweg und darauf, zur rechten Zeit, das Dach der Hütte.
Ging anderntags dann lieber doch am Radweg flach, sah hoch nur, zu seinen Bergen. Der Gewitterregen im Schutz der langen Brücke; durch Villingen freischnautze, von Markierung keine Spur. Im Wald dahinter, die Menschen an dem Schrebergartenhäuschen sassen, brieten, assen; er fragte nach dem Weg; nach 100 Metern, Rufe, Winken, ›Warten‹! Er brachte noch Bulettenbrötchen ihm; die Nacht im Zelt im Walde.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

26. Mai 2006, 09:53 Uhr, Willi

Heimat & Highmatt

(Eine sinngemässe Schriftprachliche Variante ist unter Kommentar zu finden)

Das würd mer ä nöd gfalle, / allei als Tütsche in St.Galle,
wo me scho paar Wörter, / aber kä Näme vo dä Örter
chönnt mit frööge usefinde, / will di stuure Schwiizergrinde,
wo zwar beschtens tüütsch chönnt schnurre, / liebi Sieche nu deetdure,
sött mer's dringend therapiere, / süferli i' d' Wält zrugfüere.

Jetz muss i scho no säge, / äs gaat mer da nöd gäge,
Sangalle oder Appezäll, / dä Rütlischwur dä Willhelm Täll; -
denn wer das liest, der merkt doch gleich, / zum läse isch Dialäkt än Seich.
Au am Fernseh find is fraglich, / mir isch äs öppe unbehaglich,
und deet find is ä no üsserscht dumm, / so händ's doch s'chliner Publikum!

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

25. Mai 2006, 21:38 Uhr, Epiphanius

Kampf!

Er lag noch; sah durch das viereckige Fenster auf der anderen Seite seines aufgegebenen Hauses; die Sichtlinie war also: durch die offene Tür, über den Flur, durch den Türrahmen des nächsten Raumes und da, durch das glaslose Fenster ins Morgenlicht hinaus. Zwei weisse Ziegenböcke, mit mächtigem, zur Seite gewachsenen Gehörn gaben sich da, auf den Hinterläufen stehend, einen Kampf; er hörte sie einander schlagen.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

25. Mai 2006, 13:34 Uhr, kai

2.Teil

Zufälle oder Fügungen!?

Heute ist der 24.Mai 2006 und der Fahrer denkt zurück an die Tage um den 24.Januar 2005.
Ein Tag der sein Leben für immer veränderte.
„Gibt es die eine richtige Liebe nur einmal im Leben eines jedem Einzelnem!?“
„Hatte er sie bereits gefunden und sie zu schlecht gepflegt?“
„Lag es an dieser Dauerberauschtheit!?“

Weihnachten ist jetzt fast ein Monat her und der Winter durfte, durch die doch noch recht kühle Sonne sich seinem Schneekleid entledigen.
Es ist Samstagabend, die Dunkelheit hat mal wieder viel zu schnell über den Tag gesiegt.
Der sechste oder siebte Joint des Tages ist fertig gedreht und zum gebrauch bereit.
Bei diesen Kosummengen fällt das Zählen wohl recht schwer…
Eigentlich hat er sich nach dem Besuch bei einem Freund, der auch das Gras ihm verkaufte, damit abgefunden, dass es für diesen Abend wohl kein Koks für ihn geben wird.

Was macht man eigentlich als Kiffer den ganzen lieben langen Tag?
Warum eigentlich Koks?
Ist das Leben, nicht die schönste Droge der Welt!?

Das Telfon klingelt und er legt den schon angerauchten Joint an den Rand, des mit Kippen und Jointstummel gefüllten Aschenbecher.
Eine warme und sehr, ja sehr vertraute Stimme begrüßte ihn.
Er wusste es zu diesem Zeitpunkt nicht, sie war ihm schon recht fremd geworden und lange dürfte er ihre Stimme wohl nicht mehr hören.
Es ist der mittlerweile übliche Smalltalk, der ihm trotzdem, vielleicht auch unbewusst das Gefühl von Sicherheit, oder besser ausgedrückt: seine „heile Welt“ vorgaukelt.
Das Telefont endete schon nach wenigen Minuten, der schon angefangene Joint steckte wieder in seinem Munde und das kurze Gespräch ist schnell vergessen.
Musik wurde gehört und später am Abend noch ein oder zwei Filme geschaut.
So gegen zwölf klingelt erneut sein Telefon und wieder eine sehr vertraute Stimme am anderen Ende der Leitung.
Diesmal war es sein Dealer, ist ein blödes Wort, bleiben wir bei einem Freund und er sagte: „es hat doch geklappt und ob er noch kurz vorbei kommen könnte“
Ja, die Antwort und keine viertel Stunde später stand er vor der Tür.
Natürlich wurde erst mal, bevor der Schnee überreicht wurde wieder ein Joint gedreht und geraucht.
So nun hatte er es im Besitz…

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Aus der Wortstation: http://kai.wortbeitrag.net

22. Mai 2006, 23:29 Uhr, Epiphanius

Oglio

Er schritt des morgens auf der schmalen, steinernen Brücke über den Oglio. Ein Mann kam ihm entgegen; er trug eine Pappe unter dem Arm. Sein Haupt schien umschwebt von den letzten Vibrationen einer Nacht voller Visionen; schweren Herzens kam er hierher. Sie trafen sich in der Mitte; dort legte er sein Kissen, diese Pappe, auf den Boden; sie fanden sich ein paar Worte zu sagen.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

22. Mai 2006, 22:06 Uhr, Epiphanius

Avenna

Ein sehr geschäftiger Supermarkt; hier brachte er sich am Zeitungsregal kalendarisch auf den Stand; es war der 10. Oktober. Nur mit einer Wasserflasche reihte er sich in die Schlange vor der Kasse ein; als er herauskam sah er, hier stand Wachpersonal.
Zum Zentrum hin wurde es ruhig und die Luft, nun klar und fein, liess ihn ein Kribbeln über dem Nabel verspüren; ›das ist die Weltluft‹, dachte er.
Ein Mönch, alt, scharfgesichtig und ohne Haar, sah lange auf das wohlproportionierte, historische Kirchenportal, dann machte er kehrt.
Auf einer Bank unter einem jungen Baum auf der erhabenen Uferpromenade sitzend, wuchtete sich seinen Augen, die mit hohen Zinnen bewehrte, rotbraune Backsteinfront der Festungsbrücke über den Adige; das junge Avenna setzte mit glatten Fassaden am anderen Ufer eine langweilige Front der Moderne.
Ein Fotograf, mit irgendwie verstohlen wirkendem Blick, machte sich um ihn herum zu schaffen; vereinzelt spazierten Menschen vorüber.
In der ruhigen, bejahrten, harmonisch wirkenden Straßenfront darunter, links und rechts, neben einem Hauseingang, unter den wuchtig vergitterten, quadratischen Fenstern, hingen Banner in königlichem Rot; ein ›Darma‹ fand er auf dem dicken Tuch in gold zu lesen.

Ein abschüssiger Weg führte ihn auf die große Kiesbank unter dem ersten Brückenbogen; oberhalb einiger herumliegender Pappen bereitete er sein Lager und schlüpfte, gleich so wie er war, mit Kleidung in den Schlafsack.
Der silbern glänzende Vollmond stand über der Biegung des still dahinfließenden Wassers und der vielfach gebrochenen Silhouette der mittelalterlichen Häuserfront; nach oben hin berahmt von seinem Brückenbogen.
›Eigentlich ein wunderschöner Platz‹, dachte er. Später vernahm er, trotz seiner tamponierten Gehörgänge, das Knirschen von Schritten auf den Kieselsteinen. Nach einer Weile blickte er auf und sah, dass sich weitere Straßenbrüder eingefunden hatten; der neben ihm lag eingehüllt in Pappen; er bat um eine Zigarette; alle blieben wortlos; man lag; einer hustete viel.
Er glaubte nun, in dieser Gemeinschaft, einen großen, tiefen Frieden zu verspüren. Später, er träumte Nudeln zu kochen, da hopste etwas auf den Schlafsack über seinem Bein. Er vertrieb das Tier mit einer Bewegung. Um sich blickend gewahrte er eine weisse Plastikschale am Kopfende stehen; eine Gabel steckte darin; auch bei den anderen standen diese Schalen; er nahm sie auf und ass dankbar das leckere Pasta-Geschenk der Nacht.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

21. Mai 2006, 01:36 Uhr, Epiphanius

Wolken über der Türkei

Gen morgen erwacht, erinnerte er sich dieses Traums; in rotem Bikini hatte sie ihn da ganz wild beritten. Es war schon taghell; er sah sie, als Morgenrot nun, auf den Gipfeln der Wolken über der Türkei. Die Brandung säuselte; ein erster Jogger tapste vorbei; die Lüftchen befächelten seine Meditation auf dem Orange des Schlafsacks.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

18. Mai 2006, 20:34 Uhr, Epiphanius

Der EDV-Industrielle Komplex II

Es sind ja nur einige Spitzlein des Eisberges, die ich hier im letzten Artikel angesprochen habe. Man könnte einen ellenlangen Bericht dazu schreiben, was heute alles an Überwachung und Kontrolle möglich ist und auch praktiziert wird. Die Vernetzung aller Bürgerdatenbanken über die ganz schlicht und harmlos klingende Indexdatei ist es, die Einsehbarkeit aller Bankkonten, Gesundheits- und Befähigungsdaten; Kontaktprophile: mit wem und was telefoniert er, mit wem schreibt er per Email, SMS oder per Post; welche Webseiten sieht er sich an, was schreibt er im Internet, welche Bücher entleiht er aus der Bibliothek, welche Strecken fährt er mit dem Auto, wo befindet er sich nach den Daten der Handylokalisierung; was wird in dem Raum gesprochen, in dem sich das Handy befindet; was ist sein Konsum- und Medienprofil, was sind seine sexuellen Präferenzen, welche Daten lagern auf seinem Computer, der biometrische Ausweis, die Datenbanken der Strafverfolgungsbehörden, und und und ...
Dieser Datenmensch wird dann natürlich Kategorisiert: für unsere Zwecke instrumentalisierbar, zu sanktionieren, zu beobachten, auszugrenzen.

Der materialistischen Ebene, auf der sich das alles abspielt, ist natürlich nicht zu entkommen, aber als Mensch mit Moral und Ethik stehen wir in der Dauerwehrpflicht diese zu transzendieren; das heißt, die rechten Entscheidungen zu treffen, auch wenn es weh tut; immer wieder die Kontrapunkte zu setzen, die dieses System überschreiten und ad absurdum führen; z.B.: das Engagement in Freiheitsbewegungen, Electronic Frontier Foundations, Bürgerrechtsbewegungen, Open Source Software, kryptographische Systeme, und, und, und, ... aber, das alles sind natürlich Ansprüche, die an den von der Arbeit ausgelaugten Couchkartoffeln vorbeigehen und natürlich bedarf es heute einer intellektuellen Befähigung und gewisser Techniken seinen Geist nicht auch in der uniformen Mediensülze zu vernetzen und auskristallisieren zu lassen.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

18. Mai 2006, 07:17 Uhr, Willi

Innen und aussen

Hach wie gern ich lach im Grund

Nur manches Lachen bunt und schrill

ist Angstgeschrei ist Panik und -

tief innen ist es leer und totenstill

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

16. Mai 2006, 22:41 Uhr, Epiphanius

Intellektualismus

octavian
Das ist für mich ein sehr schöner, anspruchsvoller Beitrag zum Zeitgeistdauerbrenner Intellektualismus.
Im Buddhismus/Hinduismus gibt es so eine Art Axiom, daß heißt, 'der Intellekt ist der große Lügner' - das passt, finde ich, zu der Kernaussage dieses Artikels.
Interessanterweise spricht er dies im Zusammenhang mit Armut aus, siedelt die Deutung des Begriffs hier aber nur in der materiellen Sphäre an.
Der Gegenpol zum Intellektualismus ist die 'geistige Armut', und die, nicht nur verstanden als mangelnde Beweglichkeit im Oberstübchen, sondern auch als die Hinwendung zur Kultivierung und Beherrschung - und damit zu einer Distanzierung von der intellektuellen Sphäre, die ja auf eine sehr effektive Weise, wie er es beschrieben hat, auch den Blick verstellen bzw. die Wahrheit verschleiern, kann. Stichworte: Meditation. Ganzheitliche Sichtweisen, Intuition. Nur ein solcherart relativierter und geharnischter Intellekt steht im Leben, motiviert, inspiriert, schafft die guten, nicht depressiven, 'schlagkräftigen' Werke. Beispiel: vielleicht Sloterdijk.
Ein so gemeisterter Intellekt schert sich nicht viel um materielle Armut(bei sich selbst); er gedeiht eh besser in asketischen Ambienten und erfreut sich vielleicht sogar an seiner Schaffensfreiheit in der 'Arbeitslosigkeit'.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

15. Mai 2006, 10:39 Uhr, Zenon

Mogelhochzeit: Die ganze Packung

Dem Schumi oder Schumachér,
dem rennt fast jeder hinterher:
Formel eins brummbrumm, Formel eins brummbrumm,
Strophe eins: brummbrumm, brummbrumm.

Der Kaiser, der Kaiser
- Franz Beckenbauer heißt er -
holt uns die WM, holt uns die WM,
holt uns wieder die WM.

Papst Benedikt, Papst Benedikt
sagt allen, wie die Kirche tickt:
eins, zwei, drei, Grüß Gott! Drei macht eins, Grüß Gott!
Strophe drei: Alleluja!

Der Mahmud Ahmadinedschad
braucht viel Uran für den Dschihad:
Waffen ehrt der Zweck, Waffen ehrt der Zweck,
Krieg und Waffen ehrt der Zweck.

Die Angela, die Angela,
Frau Merkel kommt mit Bush recht klar:
Antiterrorkrieg, Antiterrorkrieg,
Antiterror-Terrorkrieg.

Der Schröder Gerd, der Schröder Gerd
setzt unterdes aufs Erdgaspferd:
Und der Rubel rollt, und der Rubel rollt.
Strophe sechs: der Rubel rollt.

Bill Gates, Bill Gates
spendiert was gegen Aids:
Rettet Afrika, rettet Afrika
und bleibt trotzdem Milliardär.

Der Freud, der Freud
weiß über mich Bescheid:
Ödipuskomplex, Ödipuskomplex,
Ödi-Ödipus-Komplex.

Die Mogelpackung hat ein Loch,
es passt hinein gar vieles noch,
wie sich denken lässt, wie sich denken lässt.
Strophe neun: das war's für heut'!

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Aus der Wortstation: http://zenon.wortbeitrag.net

13. Mai 2006, 01:30 Uhr, Epiphanius

I don't want your money!

Wollte gestern an der Kirche des Ortes nächtigen, als ich da jedoch auf einem Mäuerchen saß und aß, kamen zu den Wespen, die es auf meine Fußzehen abgesehen hatten, auch noch die massenhaft auftretenden, hyperaktiven, kleinen Ameisen, so daß ich mich entschloß weiterzugehen. Nach 100 m kam ich an einem Gemüsestand vorbei und zu einer Wasserstelle. Ich wusch mich da und ging dann noch einmal zum Stand, wollte da für die zwei Tomaten, eine Paprika, und zwei Peperoni bezahlen, aber die Verkäuferin wollte kein Geld. Das verstand ich nicht gleich, oder vielleicht war ich ihr gegenüber auch berschämt es zu verstehen. Sie wiederholte mit etwas gereizt klingenden Worten: 'I don't want your money!' - „Ich will dein Geld nicht!“ 100m weiter gab es einen Weg rechts hinein. Da entlang habe ich unter einem Ahornbaum das Zelt aufgeschlagen.

Des morgens aß ich einen dieser griechischen Süßigkeitenriegel die aussehen wie türkischer Honig. Beim mühsamen zerkauen der zähen Masse blieb dann der untere waklige Schneidezahn dran hängen. Ich tröstete mich mit dem Gedenken an Ghandi und fand es so nicht weiter schlimm.

Bei leicht bewölktem Himmel durch ein paar km beeindruckend mächtige Schlucht, vorbei an einem Denkmal der Orthodoxie, an einem ehemaligen Kloster, das nun Hotel war, heraus aus den Bergen wurde das Wasser des Meerbusens zur rechten sichtbar. Da der Himmel plötzlich bedrohlich dunkel wurde, erdachte ich mir eine Bushaltestelle, und richtig, kurz darauf kam sie, modern, mit großem Dach. Ich saß da vielleicht 10 Minuten, als es zu regnen begann, ein wenig Gewitter auch, der kleine, fast unbrauchbar gewordene Schirm, schützt mich noch vor dem vom Wind hereingedrückten Naß. Nach einer 3/4 h war alles vorüber.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

11. Mai 2006, 19:23 Uhr, kai

1.Teil

Zufälle oder Fügungen!?

Die Geschichte beginnt auf einer der schönsten Inseln des Mittelmeeres, Korsika.
Wir schreiben das Jahr 2001, irgendwo zwischen der letzten August oder der ersten September Woche.
Drei Freunde reisen nach einer Woche relaxtem Strandurlaub mit einem roten VW Bus in Richtung Corte, dem Dach der Insel.
Der Fahrer ein 27 Jähriger großer Süddeutscher sitzt ziemlich bekifft hinter dem Steuer, er fühlt sich gut.
Die Welt des Alltags weit hinter sich gelassen, beraucht vom guten Gras und berauscht von der Stimme des Meeres.
Seine Gedanken schweifen gefesselt durch die wunderschöne Landschaft und er entdeckt seine große Zuneigung zu diesem göttlichen Fleckchen Erde.
Nach ca. eineinhalb Stunden Fahrzeit hat dieser besagte Fahre eine Vision, er träumt von einer Frau, auf die sein Herz schön lange verheißungsvoll und Sehnsüchtig wartet.
Auf einmal ein lautes Stopp….Hey brems mal wir müssen an diesem Abzweig links und nicht in die Richtung, die du lieber Fahrer eingeschlagen hast.
Mittlerweile ist die Sonne hinter einer der fast dreitausend Meter hohen Bergkuppen untergegangen und sie erreichten ihr Ziel schon fast in der Dunkelheit der angebrochenen Nacht.
Die Suche nach einem geeigneten Campingplatz erschien nicht so schwer, da Corte eine ziemlich kleine Stadt ist und es trotzdem fünf dieser besagten Plätze gibt.
Corte beherbergt die einzigste Universität auf dieser recht großen Insel.
Die drei Freunde entschlossen sich für den am Eingang des Restonicatales und auch Gleichnamigen Fluss gelegenen Campingplatz um dort die nächsten Tage zu verbleiben.
Nach der mühelosen Anmeldung an der kleinen Rezeption wurde ein geeigneter Zeltplatz gesucht und auch so gleich gefunden.
So, die dreißig Gramm Shit und die zwölf Gramm feinstes Gras wurden aus dem Versteck im Bus geholt und man weiß ja, ohne gutes Bier, auch keine Arbeit im Urlaub.
Die Luft roch nach süßlichen Hasch und die Entscheidungen in welcher Richtung wohl der Zelteingang stehen sollte, wurde immer schwerer erreichbar.
Diese ganze Prozedur zog sich sicherlich zwei Stunden hin und das Licht des am Himmel stehenden Mondes erleuchtet die noch junge Nacht.
Sie gingen ziemlich berauscht, erschöpft und friedlich in ihre Schlafgemächer.
Der Fahrer alleine in die rechte Hälfte, und seine zwei Freunde in die Linke Kabine des noch ungebrauchten Aldizeltes.
Der Schlaf konnte leider nicht direkt den Anstrengungen des letzten Tages folgen, da noch etliche Hunde laut bellten und die Studenten sich ihre Nacht mit illegalen Autorennen durch die kleine Altstadt verkürzten.

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Aus der Wortstation: http://kai.wortbeitrag.net

11. Mai 2006, 01:08 Uhr, siebenkaes

Arsen

Ich kann nicht mehr schreiben – mir ist es abhandengekommen. Ich lese zuviel – auch hier. Blockade. Mir ist so vieles abhandengekommen.

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Aus der Wortstation: http://siebenkaes.wortbeitrag.net

09. Mai 2006, 21:23 Uhr, Zenon

Vogelhochzeit: Freud

Der Freud, der Freud
weiß über mich Bescheid:
Ödipuskomplex, Ödipuskomplex,
Ödi-Ödipuskomplex!

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Aus der Wortstation: http://zenon.wortbeitrag.net

09. Mai 2006, 18:37 Uhr, Willi

Gähnende Leere

Der schöne Mai so Blütenprall, schmachtet vor sich hin,
Düfte schwebend überall, die Knaben buhlen kühn.
Laue Lüfte lautlos wehen, auf den Wellen schaukeln Schwäne,
ich jauchze auf, lass es geschehen, oh Frühlingsmüdigkeit ich gähne.

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

09. Mai 2006, 17:13 Uhr, Epiphanius

Blogistik

Eine kurze Satire auf die Textproduktion von Blogern, Schriftstellern und Journalisten.

Pathologisches Institut der
Psycholinguistik Fachabteilung Blogistik

Chefvisite

Wir wollen also einmal hier den Finger in diese Wunden legen.
Haben sie keine Angst, es tut nicht weh und selbstverständlich, da sind die Regeln der Asepsis.

Ja, also, es ist so ...
da sehen wir nun ... eine progressive Entdifferenzierung der ... syntaktischen Gewebe; überall, ... hier, und da, und dort ... ! Was sagt uns das, Herr Kollege Chomski?

Ja, ich vermute da eine Langzeittraumatik; wenn wir uns die Intervalle der Einträge betrachten, könnte man auch von einem status paralyticus sprechen.

So, nun gut.

Fr. Kollegin Sorsky, bitte, worauf beruht ihrer Meinung nach dieses Geschehen?

Ich würde sagen, es handelt sich hier um einen klassischen Fall von Langzeit-Textabusus.

Sehr schön, sehen wir weiter.

Herr Kollege, noch einmal zu ihnen ... diese rudimentären Gebilde hier, was fällt ihnen dazu ein?

Ja, ... wir finden da kaum noch Wohlgeformtheit ... wir sehen nur noch die Lexeme, fabulative Kohäsionen, ... extremes self imprisonement, selbst referenziertes Leiden, Aggressivprojektion des Leidens ...
das könnte auf ein schweres phobisches Problem hinweisen, in Verbindung mit dem Rückzug auf die nur mehr abstrahierenden Ebenen des minimalistischen Programms.

Ja, aber werter Herr Kollege, wie verträgt sich das, - Textabusus, Textphobie, Textretardierung, Status Paralyticus, usw. ?

Ja, also ...

Ein Textabusus in Kombination mit obsessiv dominanter Textsezierung, ... der zu einer hypertrophen Ausbildung der eigenen Hemmstrukturen geführt hat vielleicht?

Ausgezeichnet Frau Kollegin. Machen sie weiter so.

Wie denken sie sich also unser Vorgehen?

Ganz klare Line; völliger Fremdtextentzug in Verbindung mit einer Sprachquarantäne in dörflichen arabischen Ambienten ... einschleichende Mantrisierung selbstverständlich; nach frühestens drei Monaten dann, der langsame Wiederaufbau der Formgebenden Strukturen.

Schön, dann machen wir das so.

Den nächsten Fall bitte!

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

08. Mai 2006, 15:53 Uhr, Willi

Wenn

Wenn das monotone Ticken der Wanduhr, das Gesäge von Sportflugzeugen, wie Melasse in dein Bewusstsein dringt.
Wenn der Schweiss der Langeweile die Fenster beschlägt, und in jedem Geräusch Depression mitschwingt, -

ist es Nenzehnhundertsechzig, Sonntagnachmittag und du bist in der Schweiz.

Wenn sich die Massen an die Ballustraden drängen, um aus der ersten Reihe zu sehen, was uns die Freizeithändler so bieten.
Wenn sie, um dem monotonen Ticken zu entgehen und um Stundenlang im Stau zu stehen, teure Luxuswagen mieten; -

ist es Zweitausendundsechs, Sonntagnachmittag und du bist in der Schweiz

Und wenn Du meinst im Garten deiner Lieben zu sitzen, glücklich, angeregt und voll Kultur,
dann bist du ich, es ist Sonntagnachmittag und du träumst das nur.

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07. Mai 2006, 18:58 Uhr, Zenon

Vogelhochzeit: Schumacher

Dem Schumacher, dem Schumacher,
dem rannten alle hinterher -
Formel eins brumm brumm, Formel eins brumm brumm
Formel eins eins eins brumm brumm

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07. Mai 2006, 13:55 Uhr, parcival

NOVEMBER

Die Kälte des Herbstes zieht durch die Welt und nagt an den Menschen, die es nicht verstehen, sich warm und wohlig zu begnügen!
Die Welt aber ist nicht kälter, als wir sie zulassen.
Erinnert Euch an die Sonnenstrahlen, die es in den wärmeren Zeiten gab und gebt diesen, Raum in Eurem Leben!
Genießt die Wärme des Sommers auch im Winter!
Grüße an die Maus Frederick!

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06. Mai 2006, 21:11 Uhr, Willi

Zeit zu staunen

Dass ich Natur beschrei, - bedichte, wäre wirklich völlig neu.
Die Wolken, Berge, Kuh und Fichte, den Geruch von Haut und Heu.

War oft mehr als nur bedeppert, s'war keine Zeit, - blieb nirgends stehn.
Quer den Städten langgescheppert, durchgerast und nichts gesehn.

Ich kann staunen über alles, aber nur wenn ich auch liebe.
Stürze sonst fast freien Falles, in den Schlund der dunklen Triebe.

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05. Mai 2006, 01:23 Uhr, Epiphanius

Industriediakonischen Offenbarung

Ein Gau ging hier quasi in Rufweite vonstatten.
Der energetische Ausbruch, das Blitzlichtgewitter der Medien,
eröffnete einmal mehr den Blick in die Gründe der hiesigen Industriekultur,
schenkte einmal mehr Einblick in ein Kapitel der industriediakonischen Offenbarung.
Der Volksstern hatte wieder einmal abgesprengt,
es leuchtete der Schweif aus Eis und Staub und Schmutzpartikeln.
Die das Gold gruben degenerierten zu Bandaffen,
die Kybernetiker sind auf Bordellgrößen, Produktionslyriker, Produktfeuerwerker und andere Lackaffen abgefahren.
Wen überkommt da nicht der Wunsch nach ehrlicheren Fundamenten,
nach einem Bildersturm .

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

03. Mai 2006, 14:00 Uhr, Willi

Idyll DXXVII

Hach was bin ich endlich frei,
als Mann, - das nur so nebenbei, -
mit Hilfe von externen Stoffen,
komplett Testosteronbesoffen.
Für's Bett, den Sport und für's Büro,
gibt's Viagra, Frischblut, Cokain und so.

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

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