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30. Juli 2006, 01:40 Uhr, Epiphanius

Nachtgruß

Allein am Computer ... das haben wir vermutlich gemeinsam; der Schreiber wie der Leser. Gefühl ... leicht angeregt wieder; ich konnte mich länger kaum auf ein Thema besinnen. Tun ... die rezeptive Textzerstreuung und ein wenig Webkosmetik. Experimentierte auch mit der FreeMind Software. Reales Ambiente ... Endlich fiel richtig Regen vom Himmel. Lag zum Nachmittagsschlaf im Bett unter dem Spitzdach der Holzhütte; als das Donnern und Prasseln begann fühlte ich mich wie erleuchtet. Die Natur atmete auf; sie ließ ja wie wir die Köpfe etwas hängen. Katze Karla bekam ihre überfälligen Streicheleinheiten. Virtuelles Ambiente ... Software ... FreeMind ist ein freies Computerprogramm zum graphischen Darstellen von Begriffen, Ideen und Strukturen in sogn. Mind Maps. Früher, noch unter Windows, fand ich das Programm 'The Brain' auch ein anregendes Werkzeug; FreeMind ist es nun. Ich benutze jetzt schon über einem Jahr Linux und bin heilfroh den Umstieg gemacht zu haben. Die Softwarepalette bietet mir alles was ich brauche; und das Open Source schenkt mir einen sympathischen Anklang an den Begriff 'Open Mind', den unvoreingenommenen, offenen Geist. Cyberfreunde ... das war mein wenig Netzgemurmel ... tschüß!

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

20. Juli 2006, 13:07 Uhr, siebenkaes

Antimon

Und noch ein Lamento: In unseliger Gemeinsamkeit mit den Rechtschreibreformern haben uns die Währungsveränderer im ausgehenden 20. Jahrhundert auch noch des Pfennigs beraubt.
Alles verloren: Pfennigkraut, Pfennigfuchser, Pfennigabsätze, Glückspfennig, Pfennigbeträge, Wer den Pfennig nicht ehrt, … Auf Heller und Pfennig … Jeden Pfennig zweimal umdrehen. Und hier in Krähwinkel auch die Pfennigbrücke.
ahd. pfenning, mhd. pfenni(n)e, asächs. pending. Schon alt also. Alles weg. Hier.
Man stelle sich die Wörter mit Cent vor – grauenhaft!
Ich beneide die Engländer/Briten um ihr Geld. Penny. Da gibt es noch penniless, den penny-pincher, a penny for your thoughts und vieles andere mehr. Und die Schweizer. Rappen. Die können noch „berappen“ sagen. Die Dänen und die Schweden hätten den Öresund auch in Centsund umtaufen müssen. Klingt doch furchtbar!
Auch der Groschen ist weg. Auch in Österreich. Der Spargroschen, Notgroschen. Kein Wunder, daß die Menschen nichts mehr auf der hohen Kante haben. Groschenromane werden wohl aber noch gekauft.
Auf die Frage:“Haste mal ne Mark?“ kann ich aber gut verzichten.

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Aus der Wortstation: http://siebenkaes.wortbeitrag.net

20. Juli 2006, 08:50 Uhr, Epiphanius

Festlandsprache

So murmelte er hier in dieser Nacht mit jenen Worten ... Dass es mit der Schrift sein könnte, wie auch mit den anderen Notation; sie suchen ja doch alle ... nach dem regen Interpreten; dass das Belauten der Schrift dabei wie ein Beleben sei, dass das Lauten wie Wehrübung sei ... entgegen die Bevormundung; dass Stimmlos kraftlos sei ... dass das Stimmlos vergolde nur dein Eiland des Schweigen ... Klick.

Erläuterungen: Dies ist ein Plädoyer für das aktiven Rezipieren der Schriften. Was ich sagen will ist, dass das laute Lesen eine lebendigere Interpretation des Geschriebenen bedeutet; leises Lesen bereichert nur den passiven Wortschatz, lautes Lesen aber auch den aktiven ... ein mir recht wichtiger Punkt. Das laute Lesen ist zwar langsamer, aber es ergreift doch viel mehr und anders ... auch das Denken scheint mir darin substanzieller und sozialer. Ein Thema, das ich auch gerne einmal im Lichte der neueren Neuropsychologischen Forschung betrachten würde.

Siebenkaes: Ja, verstehe. Ist das nur beim Selbst-Laut-Lesen der Fall oder auch beim Vorgelesen-Bekommen?

Gute Frage ... vom Selberartikulieren habe ich mehr Gewinn ... mir darauf dann noch eine Fremdartikulation anzuhören ... das könnte wohl das Sahnehäubchen sein ... da kommt der Rezipient dem ›Rezitierfähig‹ nahe und erfährt neue Interpretationsweisen. Umgekehrt, erst Hören, dann artikuliertes Lesen, geht natürlich auch; aber, da fehlt dann ein wenig das kreative Element und die Freiheiten, die mit einer Erstbegehung verbunden sind.

Auch diese aktiv rezipierten Texte zerfallen mir ja in kurzer Zeit zum größten Teil in unbewußt schlummernde, nun aber doch latent auf im Sprach- und Gedankenspiel zum Zuge kommen wollend lauernde Wort-, Sprach- und Sinnpartikel; die jedoch bleiben dort ja nicht statisch; die werden ja integriert und internalisiert; von einem hoch komplexen, dynamischen, individuellen Netz aus Lebensspuren, Sinnspuren, Ideen, Motiven, Gedanken; da findet auch unbewußt Verarbeitung statt; daraus entsteht Neues; daraus fischt das Bewußtsein das Neue in der kreativen Betätigung ... Ja, das ist glaube ich eine nicht ganz unpassende Annäherung an das Werkeln der Psyche dazu.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

13. Juli 2006, 10:25 Uhr, Epiphanius

Alexandroupoli

Als ich in Xanthi aus dem Netzcafe kam, war es schon dunkel; es hatte am Nachmittag geregnet und sah nun weiterhin nach Niederschlag aus. Ich entschloss mich da kurzerhand, das Zelt unter den Bäumen einer nahen Grünanlage aufzustellen. Ich lag schon, da prallte etwas gegen die Außenhaut; kurz darauf erneut. Jemand hatte Steine geworfen; wer, war dann aber natürlich nicht mehr ersichtlich. Der zweite Wurf hatte ein faustgrosses Loch in die Plane gerissen. Ich überlegte schon, ob ich nicht wieder einpacken sollte, da kam, mit blaulicht, die Polizei dahergefahren. Der Beamte sagte mir, ich dürfe hier nicht zelten, ... aber schließlich, ... na ja, nach Lage der Dinge und für die eine Nacht, ... sollte ich dann doch ruhig bleiben. Auf die Steinwürfe angesprochen, bekam ich zur Antwort, die Leute hätten wohl sicher nur Angst vor mir gehabt. Ein Gruppe wild aussehender Jugendlicher umstand uns nun auch und verfolgte neugierig mit grossen Augen das Geschehen. Ich solle trotzdem die Nacht hier bleiben. So tat ich's und war dann auch ungestört; bis auf den freundlichen Anwohner, der mir noch einen Teller mit Spagetti ans Zelt brachte und sich mit mir ein wenig unterhielt.

Der alten Strasse über die Lagune von Lagos folgend, kam ich durch eine Reihe beschauliche, ja geradezu wie zeitlos in der Sommerwärme vor sich hin schlummernde Dörfchen. In Nea Kalisti nötigte mich der Betreiber des Supermarktes doch bitte am Tisch hinter seiner Kasse platz zu nehmen; wir führten eine einfache Unterhaltung, die sich mir aber ob ihres ungezwungenen, offenen, interessierten, animierten Charakters besonders einprägte; schließlich schenkte er mir zu meinem Einkauf noch das Brot und einen Fruchtsaft dazu.

Nicht lange danach, in Paladio, trat der Cafeneobesitzer an der Strasse zu mir heran und fragte, ob er mich auf eine Limonade einladen dürfe. Hundert Familien wohnten in dem Dorf, so erzählte er; 30 davon seien türkischer Abstammung. Auch hier, wie nun überall, waren eine orthodoxe Kirche und das moslemische Minarett einer Moschee, als Glaubensstützpunkte sichtbar. Das Zusammenleben gestaltet sich, nach seinen Worten, sehr friedvoll. Er spricht neben etwas Deutsch, Französisch und Englisch, das er sich als Autodidakt beibrachte, auch mit seinen türkischen Freunden in ihrer Sprache. Zum Abschied winkten mir die Gäste des Cafes Ade.

Mein Eindruck war, dass die Menschen hier einen besonders sensiblen und höflichen Umgang, eine besondere Seinsweise lebten; das war mir ausgesprochen angenehm zu erfahren. Eine häufig gestellte Frage laute nun, ob ich nach Konstantinopel ginge, das ist das heutige Istambul. Diese kleinen dörflichen Minarette, mit ihren silbernen Hütchen wirkten übrigens ungewöhnlich futuristisch auf mich.

Hinter Komotini kam am Nachmittag Gewitterwind und Regen auf. Einer Eingebung folgend, ging ich zu der Kapelle auf dem Hügel hinter Roditis. Hier fand sich ein kleiner aber feiner und stiller Park mit Grillhäuschen und Toiletten; er war der perfekte Schutz vor dem Unwetter und des Wanderers glückvolle Ruh durch die Nacht.

Über Sapes folgte ich ab Mesti der alten Nationalstrasse, die nun oberhalb der Autobahn verläuft; die übrigens auf meiner Karte noch gar nicht sichtbar war. Mitten in den Bergen mündete diese dann aber doch auf die Schnellstrasse; das Tal war wohl hier zu eng gewesen. Gleich gegenüber befand sich ein Rastplatz mit einem Kantina-Wagen und einem Pavillon dahinter. Ich ging da erst einmal hinüber auszuruhen, und, um dann zu sehen, wie ich weiterkäme. Von dem Holzhüttchen aus entdeckte ich unterhalb einen, über eine Treppe erreichbaren Picknikplatz. Eine Brücke über das Flussbett dazwischen gab es nicht mehr, aber, da war sowieso kein Wasser darin. Grosse schattenspendende Bäume, Tische, Bänke und eine Quelle waren da so einladend anzusehen, dass ich beschloss zu bleiben.

Das war vor drei Wochen! So lange bin ich da nun schon; ich mag diesen Ort; ich wusste da gleich, ich könnte nur bleiben, wenn ich Faste und mich so zur Ruhe bringe. So geschah es auch; in mehreren Perioden von je drei Tagen, an denen ich nichts ass, nicht rauchte, keinen Kaffee trank; sie bekamen mir sehr gut. Ich meditierte, lernte Türkisch, schrieb und kümmerte mich ein wenig um den Platz. So sammelte ich den Müll ein, den die wenigen Gäste, vor allem am Wochenende immer reichlich und unbedacht hinterliessen. Eine Familie russischer Griechen, sie kamen vor 10 Jahren aus der Ukraine, nahm mich ganz selbstverständlich hier schon zweimal wie einen guten Freund an ihrem Mittagstisch auf. Als ich am letzten Sonntag mit einem türkisch stämmigen Griechen meine neu erlernten Vokabeln prüfte, ich nannte u. a. auch ein paar Lebensmittel, brachte der mir später ein Tüte mit eben den genannten Sachen und ein paar mehr vorbei.

Streunende Hunde gesellten sich da auch zu mir. Anfangs ausgesprochen menschenscheu, liegen sie nun den ganzen Tag um mich herum und folgen mir auf schritt und tritt; obwohl ich ihnen kaum etwas geben konnte. Ab und an ein wenig Brot; ja und die Mülltonne befördert hin und wieder noch etwas für sie. So sind sie da meine Askese-Assistenten; worüber ich ganz dankbar bin. Mein heutiger Ausflug nach Alexandroupoli hat unter anderem das Ziel, einen Sack Futter zu befördern. Ich spiele mit der Vorstellung, noch den heissen August hier auszuharren ... so schrieb er es in sein Notizbuch, vor zwei Jahren.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

11. Juli 2006, 20:02 Uhr, Epiphanius

Pressefreiheit ? Bloggerfreiheit ?

Freie Presse? Glaube lieber nicht daran! Auch sie unterwirft sich dem Druck des Marktes, biedert sich an und will gekauft sein. Nach dem Motto: Ein kritischer Beitrag zu einem Vertreter der Automobilindustrie? Lieber nicht, das könnte ja dessen Werbeanzeigen stornieren. Ein kritischer Beitrag zur Wirtschaft? Lieber nicht, wir sind ja ein Blatt der Profitöre. Ein kritischer Beitrag zur Arbeitslosenpolitik der Regierung? Lieber nicht, das könnte unseren Lesern aufstoßen. Ein kritischer Beitrag zur Ausweitung der Befugnisse für die Geheimdienste im Inland? Lieber nicht, das destabilisiert den gerade so gefährdeten inneren Frieden und ... sonst nehmen die uns auch gleich ins Visier. Ein kritischer Beitrag zu den Arbeitslosen ... natürlich immer, gerne, da haben wir nichts zu befürchten ... die Online-Kommentare lassen wir einfach schnell verschwinden.

Was bleibt? Immer noch viel ... da gibt es ja noch jede Menge ferne Achsen des wirklich Bösen, Kultur-, Fussball-, Konsumstyle-, Sex- und Krime-Trallala.

Der freie Blogger? Eventuell ... und noch! Aber der hat mal nur seine zwölf Leser ... und dazu können BND und MAD ihn bald offiziell, ansonsten aber wohl schon längst ganz easy per Suchalgorithmus aussortieren; so ähnlich, wie das die Abmahnspezialisten unter den Anwälten ja auch schon lange ganz erfolgreich und einträglich an ihnen exerzieren.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

08. Juli 2006, 18:58 Uhr, Epiphanius

Moses

Ein schöner Sprachhack, eine intelligente Betrachtung, ein Weckruf; die bemerkenswerte Etüde eines hochkarätigen Solisten; eine die meinen Dilettantentenor ausphrasiert; eine, die mich nun doch ermutigt, das zu sagen, was mir dazu schon so lange auf der Zunge liegt: Heinrich Heine heute würde vielleicht schon arabisch lernen und dazu darüber fluchen; wir aber leben ja das andere Exil, die Diaspora. Der Spiegel Online: Und der Markt ist Gott geworden von Alois Weber. 2.Mose 20,3

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

06. Juli 2006, 16:57 Uhr, Zenon

Sonett (2): Es wär SO NETT gewesen

Wie hundsgemein, dass kurz vor Toresschlusse
erneut die Führung den Azzurris glückte!
Die Italiener waren ganz versessen,
den Kampf in der Verlängrung zu gewinnen.

Im Viertel- und im Halbfinale stand es
nach regulärer Spielzeit Unentschieden.
Schon wieder deutsches Glück beim Elferschießen?
Das wäre auch nicht ganz o. k. gewesen.

Bedenkt, vier hohe Favoriten patzten
bereits zuvor: Brasilien und England,
die Niederlande und die Argentiner.

Hut ab vor Jürgen Klinsmann! Tolle Leistung!
Als Teamchef den WM-Sieg heimzuholen,
gelang doch nicht mal Kaiser Franz auf Anhieb.

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Aus der Wortstation: http://zenon.wortbeitrag.net

04. Juli 2006, 20:38 Uhr, Epiphanius

Alkohol und junge Nerven

Die New York Times machte ja vor kurzem erst durch die Publikmachung der Überwachung des weltweiten Finanzverkehrs von sich reden. Nun publizierte sie einen weiteren, wohl auch für Aufregung sorgenden Forschungsabriss zu den bislang verkannten Folgen des jugendlichen Alkoholkonsums. Nachfolgend mein Konzentrat der Kernaussagen des Artikels:

Der Alkohol führt zu Beeinträchtigungen im Bereich der Informationsverarbeitung, des Lernens, des Erinnerns, der Entscheidungsfindung, der Wertediskriminierung, der Folgenabschätzung des Verhaltens und des Konzentrationsvermögens.

Alkohol verursacht Blockaden in den Teilen des Gehirns, die für Selbstkontrolle, Motivation und Zielsetzung essentiell sind ... der früh begonnene Konsum resultiert in einer 30% höheren Wahrscheinlichkeit als Erwachsener zum Alkoholiker zu werden.

Die Zellen des jugendlichen Hypokampus werden unempfindlich gegenüber dem beruhigend und schlafinduzierend wirkenden Neurotransmitter GABA ... das alkoholbedingte Absterben von Nervenzellen im Frontalhirn ist bei Jugendlichen mindestens zweimal so stark als bei Erwachsenen ... schon eine einmalige hohe Dosis Alkohol führt im Frontalhirn zur temporären Hemmung der Bildung neuer Nervenzellen aus den Vorläufer-Stammzellen.

Wer es schafft mit dem Trinken zu brechen hat allerdings die Chance, dass sich als Erwachsener bei ihm die geistigen Defizite dann wieder nahezu normalisieren.


The New York Times: The Grim Neurology of Teenage Drinking

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

03. Juli 2006, 17:23 Uhr, Epiphanius

Du bist die Schöpfung !

Wir sind essentiell die Schöpfung, mit allem, was darin zu finden ist; wenn wir diese missachten, reduzieren und vergewaltigen wir uns selbst.

Die industriell betriebene Massentierzucht zur Ernährung des Menschen fällt natürlich auf den Menschen zurück ... da braucht es nur ein wenig intellektuelle Bewegung und Sensibilität um auf die Spur der schon sichtbaren Folgen der Massentierzüchtung zu kommen.

Die hemmungslose Durchökonomisierung aller Lebensbereiche der Weltgemeinschaft hat den Menschen ja heute schon ebenso auf die Bedeutung eines Produktionsfaktors reduziert und entmündigt ... und er nimmt es millionenfach wie gottgegeben hin ...

Überspitzt formuliert: wer ein solches Masttier isst, inkorpuriert sein Schicksal.

Das Welternährungsproblem der Proteinversorgung wurde vor 20 Jahren schon einmal heftig diskutiert; damals erschien ein Taschenbuch mit dem Titel: 'Die Ökodiät'; darin wurde dargelegt, dass zur Produktion von einem Kilo tierischem Eiweiß, ein Vielfaches an Pflanzenprotein benötigt wird; also unter Verzicht auf Tierzuchtprotein mehr Menschen ernährt werden können; das Buch zeigte auf, wie Pflanzenprotein sinnvoll kombiniert werden kann um ähnliche Aminosäurespektren, sprich Nährwerte, zu erhalten wie von Fleisch.

Artikel der Zeit zum Thema

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

02. Juli 2006, 13:18 Uhr, arjuna

in der nacht

in der nacht,

als ein licht

den kleinen jungen

mitten

aus seinen düsteren träumen

riss,

ihm tröstend

mit kalten strahlen

über die nackte haut

strich,

feuchte augen

trocknete,

dunklen zellenraum

erhellte...

in dieser nacht

erkannte dieses unschuldige

kind,

dass kein gefängnis

der welt

die freiheit

seiner seele

rauben kann.

auf den strahlen

des mondlichtes

verliess der junge

den engen, kalten raum,

die verzweifelten kritzeleien,

über der pritsche,

den frierenden körper

und fand

draussen - tief

in sich selbst

einen weiten,

unendlich weiten

raum.

frei, wie er nun war...


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Aus der Wortstation: http://arjuna.wortbeitrag.net

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