28. August 2006, 17:37 Uhr, kleinerdenkerMitteilungLieber L. ...
Begeistert und zugleich bereichert teile ich dir die freudige Nachricht mit, dass sich meine Paranoia, Schizophrenie, psychische Störungen und allfällige Wahnvorstellungen bestätigt haben: Die Schönheit ist tatsächlich durchaus bekannt für ihre wertvollen Dienste. Wie muss es sich anfühlen, mit einem - wortwörtlich - Objekt der Begierde tausend fremder Flüssigkeiten zu teilen? Was für ein Gewissen muss man besitzen, um als beliebig unbekannte Zahl in einem endlosen Kalkül Zufriedenheit und Befriedigung zu erlangen? 100% Rabatt führt bekanntlich zur Versuchung.
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23. August 2006, 20:50 Uhr, WilliFür NEr mochte diese Texte, die Bilder die sie bei ihm erzeugten, aber auch die Vertrautheit, die Unruhe, das Herzklopfen, die Heiterkeit und sogar die Scham die sie ihm manchmal verursachten.
Sie waren einfach von ungeheurer Lebenskraft und Schönheit, voller Liebe Schalk und Weisheit und wunderbar erzählt. Er liebte diese Texte.
Und wenn er sie las, verliebte er sich immer und immer wieder in das Herz und den Kopf, die sich diese Geschichten ausdachten.
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22. August 2006, 08:20 Uhr, WilliReifung? (Neujahr 2006)Als ich vor dem Spiegel stand,
das Bild im Spiegel ganz gebannt
anstrahlte, und mit ihm lachte,
und ohne kleinstes Zögern dachte: -
'Was bist du für ein toller Hecht,
blitzgescheit, hast immer recht,
bist ja so etwas von witzig,
geistreich, kultiviert und spritzig.'
So kam es, so wie die Zeit verstrich,
dass mein Spiegelbild und ich,
uns synchrone Komplimente machten,
die uns in Ekstase brachten.
Als das bunte Licht, die Zuckerwatte,
sich nach und nach verzogen hatte,
stieg ich höher in den Baum,
schwang mich rasch zum nächsten Traum.
Viele Jahre lief das bestens,
auch dank der Medizin des Westens,
doch jetzt gehts mit der Affennummer,
rapid Bergab, das macht mir Kummer.
Ich muss den Dschungel wohl verlassen,
um meine Strategien anzupassen,
anstatt von Ast zu Ast zu schwingen
und Schmonzetten vorzusingen, -
lerne ich den Lift zu fahren,
früh ins Bett zu geh'n, zu sparen.
Und quengeln die Hormone,
werde ich Mormone.
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18. August 2006, 02:40 Uhr, EpiphaniusLegitimation V 1.1Eine Handlung oder das Unterlassen einer Handlung, die oder das gegen Gesetzte verstößt, die die Grundlage der Gemeinschaft sind, ist ein Gesetzesbruch. Das wohl normale Empfinden eines Menschen ist, dass das Töten eines Mitmenschen zu den schwersten Verbrechen gehört; so wird es auch von der Gesetzgebung gesehen; wobei aber diese noch differenziert; so nach Heimtücke, Vorsatz, Raub, Schuldfähigkeit usw.. Auch für mich erscheinen der geplante Mord aus Habgier und der sexuelle Missbrauch von Kindern als die schlimmsten Verbrechen. Aber die Gesetze des Staates reichen ja nicht aus. Der Mensch kann auch ohne offensichtliche Gewaltanwendung auf subtile Weisen töten, z.B. einen erkrankten Elternteil oder Kinder nicht so pflegen, wie es die Menschlichkeit gebietet. Zu Recht und Gesetz gehören im weiteren Sinne die Ethik, die Moral, die religiösen Gesetze und das Gewissen des Menschen. Letztere sind wohl als die eigentlichen Ursprünge der Staatsgesetzgebungen zu betrachten. Ich vertrete die These, dass eine Gesetzgebung, die den Menschen in allen Dingen vorschreibt, was er tun darf und was nicht, dazu führen kann, dass der Mensch immer weniger auf sein eigenes innewohnendes ursprüngliches Rechtsempfinden, also sein Gewissen, hört; und das mit möglicherweise schlimmen Folgen. Wenn ich mich recht erinnere war es eine Stelle im Buch der Wandlungen, die die Gesetzgebung als einen Niedergang, als einen Abfall von einer ursprünglich höheren ethischen Lebensführung definierte. So leben wir ja gegenwärtig in einem Zeitalter, in dem viele Menschen nach dem Motto handeln, was nicht per Gesetz verboten ist, ist erlaubt. Die Folgen sind, dass immer mehr Lebensbereiche von der Gesetzgebung durchdrungen werden müssen. Das Neue Testament schildert ja einen dieser daraus erwachsenden Konflikte an Beispielen der gesetzerpichten Pharisäer mit Jesu, der der Gottes- und Nächstenliebe Vorrang gibt und der Einhaltung des Buchstabens des Gesetzes die Einhaltung seines Sinns entgegengestellt. Es scheint, viele Menschen kommen auch ganz ohne das Gewissen und ohne offensichtlichen Verstoß gegen Recht und Gesetz durch das Leben. Machtmenschen, die ihre Mitmenschen unterdrücken und für nicht mehr als eine Sache achten; habgierige Menschen, denen die Mehrung ihres Reichtums über die Achtung ihrer Mitmenschen geht; triebhafte Menschen, die in ihren Mitmenschen nur das sexuelle Objekt sehen; egoistische Menschen, die sich am Mitmenschen nur selbst verherrlichen wollen und Menschen die schweren Süchten verfallen. Machtgier, Habgier, Triebhaftigkeit, Egoismus, Unbeherrschtheit ... das sind mir die klassischen Beispiele der Götter und Dämonen, denen der Mensch anheimfallen kann; sie sind der Ursprung aller Übel. Daher rührt wohl auch die prominente Stellung des Gebots, ›... du sollst keine anderen Götter neben mir haben‹. Es ist so etwas wie die Legitimierung des menschlichen Seins und Handelns, wenn er nicht sich selbst als Ursprung und Ende aller Dinge, alles Wirkens nimmt, sondern diese von einer höheren, universellen Instanz bedingt und geschuldet, geboten und gerechtfertigt erkennt. Wie die Staaten der Weltgemeinschaft sich erst dadurch legitimieren, dass sie sich eine höhere Instanz schaffen und ihr das Macht- und Rechtmonopol zu einem essentiellen Teil übertragen, so dass kein Land mehr willkürlich nach seinem Gusto über die anderen Unglück bringen kann. So heißt auch für die Moralen und Ethiken der Völker, als von ihrem Gott und ihrer Religion gestiftete Eigenschaften, die Legitimierung, einen ähnlichen Prozess einzuschlagender. Die Religions- und Ethikgemeinschaften müssen sich ebenfalls eine höhere Instanz schaffen, der sie Teilbereiche ihrer Macht- und Moralsysteme abtreten. Das heisst vor allem, sie müssen auf ihren Absolutheitsanspruch verzichten und von ihren Welteroberungszielen durch die aktive Missionierung absehen; auch, sich von ihrer Nicht- oder Verachtung der anderen Religionen abkehren. Sie müssen ihr Kirchenrecht in Teilen harmonisieren und humanisieren. Sie sollten in idealerweise letztendlich anerkennen, dass ihre Religionen einen gemeinsamen Ursprung haben. Es gibt da, wie zu den internationalen Rechtsordnungen, auch schon solche interkirchliche Bemühungen; so der globale Kulturdialog, die interreligiöse Begegnung, die Weltökumene und der Weltkirchenrat. Das Ergebnis der Weltökumene wird nicht die Religionen zu einer einzigen verschmelzen, sondern es bleibt eine bunte, sich respektierende, Weltglaubensgemeinschaft. Es ist also höchst problematisch, wenn eine Religion ihre Botschaft, ihre Lehre, ihren Appell, sich der höchsten menschliche Instanz zu besinnen, mit dem Postulat verknüpft, sie selbst sei gleich zu setzten mit dieser höchsten Instanz. Das ist eine illegitime Verquickung von Eigeninteressen mit dem höchsten Grund des Menschsein, der erst einmal ohne Gesetz, ohne Staatsgebilde, ohne Kirchensoziätät, also noch etwas Ungeschaffenes ist. Wenn eine kreatürliche Emanation dieses höchsten Geistes am Beispiel einer Kirchengemeinschaft sich gleich diesem Geist setzt, sich nicht relativieren kann an der Tatsache, das es ja um sie herum eine Vielzahl von anderen kreatürlichen Soziätäten diese Geistes gibt, dann setzt sie sich ins Unrecht. Ein legitimer Kampf oder Feldzug oder gar Krieg kann also nur heißen, er ist eine Verteidigung gegen die Intoleranten, sich nicht relativierenden, gegen die sich einer Legitimierung Verweigernden. Die so genannten 10 Gebote ... 2. Mose 20,1-17, sind mir die Anleitungen für den Menschen, wie er sich von seinen niederen Instinkten befreien kann, wie er zu einem höheren Dasein findet; in dem er zu seinem ihm innewohnenden Gewissen erwacht, zum neuen und vor allem auch, nun liebesfähigen Menschen. Kants Kategorischer Imperativ setzt ja auch schon die Vernunftfähigkeit des Menschen voraus. Der Mystiker wird darin vielleicht auch den Mensch auf dem Weg zum neu Geborenen sehen. Viele Leute sagen, ich glaube nicht an Gott, für mich macht das keinen Sinn, die Zeiten sind vorbei, das Recht und Gesetz, in dem wir leben, das reicht mir. Und tatsächlich gibt es auch viele Nichtgläubige, die damit zurecht kommen; nicht der Gewissenlosigkeit anheimfallen und so ganz anständig durchs Leben gehen. Sie merken jedoch nicht, dass sie dabei doch dem einen oder andern oder auch vielen falschen Göttern hinterherlaufen. Das übertrieben Sicherheitsbedürfnis in unserer Gesellschaft, der Konsumismus, das Geldanhäufen, die so häufig überhöhte Stellung der Arbeit, die Karriere, das Auto und das Häuslebauen, dem soviel geopfert wird; das sich zu sehr auf sich selbst zentrierende Leben; die Intoleranz und die Unfähigkeit zu Gemeinschaft und verbindlichen Partnerschaften. Dass diesen Menschen dann doch etwas essentielles im Leben fehlt wird oftmals offensichtlich; jedoch, was es wohl sein könnte, was sie ewig unbefriedigt und glücklos sein lässt, das wird ihnen meist nicht mehr klar.
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10. August 2006, 15:42 Uhr, EpiphaniusInfosphäre XXL 1.1Meine Person im Cyberspace, hier als der Bloggerling Epiphanius, besteht aus Informationsmustern, die ich aus der Schriftsprache kreiere. Diese Muster werden von einem dynamischen Datenverarbeitungssystem quasi sozialisiert; es ist das Blogsystem, welches den weltweiten Zugriff darauf und die Vernetzung in einem Freundeskreis der sich Lesenden und Kommentierenden ermöglicht.
Diese Textfiguren sind ein Spiel mit den Bedeutungen, den Anklängen, den Resonanzen und Dissonanzen unseres Geistes, der wieder aus unseren sozialen Verhältnissen entspringt, darin mutiert, sich wandelt. Die Sprachen sind ja wir wir selbst, lebendige Welten; sie sind ein Agens unseres Wandels; ein Code mit dem wir Einfluss nehmen und beeinflußt werden.
Ich lebe allein, quasi in der Wildnis; in einer Hütte, die in einem bewaldeten Teil des niedersächsischen Flachlandes steht; hier nun auch diesen Anschluss an den Informationsraum zu haben ist mir eine wertvolle Entwicklung.
Meine Wissbegier findet an diesen digitalen Gestaden eine bislang nicht gekannte Zufriedenstellung. Ich denke immer wieder daran, was dies doch für ein Quantensprung im Bereich des Lernens, Verstehens und Arbeitens ist, insbesondere für die jungen Menschen, die nun mit diesen Möglichkeiten aufwachsen.
Politik, Kultur und Information frei im Netz zugänglich zu machen, wie es in den Wikipedia Enzyklopädien, den Gutenberg- und Bibliotheksprojekten, aber auch durch die Suchmaschinen und die offenen Onlineangebote der Printmedien geschieht, der erschwingliche Zugang zum Netz und die freie Kommunikation darin, das sind die zukunftsträchtigen Entwicklungen hin zur Weltteilhabe in einer neuer Dimension.
Es ist mir eine der größten revolutionären Entwicklung unserer Zeit; die Infosphäre bietet zum ersten Mal jedem die Möglichkeit zur aktiven Teilnahme; darin sich einzubringen; seine Meinung, sein Können, sein Wissen und seine Ressourcen zu teilen und sich zu organisieren.
Der Staat darf das Netz ebenso wenig für die Überwachung seiner Bürger missbrauchen wie die Wirtschaft zu Spam und zur Erstellung von Persönlichkeits- und Konsumprophilen. Die sogenannte Informationelle Selbstbestimmung und der Datenschutz bedürfen weiterer Entwicklung.
Als Netznutzer gilt es hier auch, das rechte Maß zu finden. Die Infosphäre kann den Geist so weit zerstreuen, dass er nur noch in Informationspartikeln erscheint; dass er seine Ganzheit, seine Integrität, seine fundamentale Leere vergißt und daran auf höchstem Niveau zu verdummen droht.
Die Entwicklung wird wahrscheinlich dahin gehen, dass wir den Netzzugang immer in der Tasche tragen, wie heute schon das Handy; und was jetzt unser Fenster in diese Welt, unser Monitor ist, das wird vielleicht die Brille mit dem etwas dicken Bügel sein, der uns das Bild darin einspiegelt; die Navigation, das Bedienen der Maus wird abgelöst von detektiertem Blick und Wort.
Die Infosphäre und damit auch unsere virtuelle Kommunikationsgemeinschaft wird also immer und überall mit uns sein. Auf einer Wanderung finden wir die Informationen zu der Ruine vor uns anhand der GPS Koordinaten, dazu lesen und ergänzen wir womöglich den Beitrag der Wikipedia; oder, bei einer Pause auf der Bank im Wald zitieren wir uns aus den Werken Eichendorffs, wie wir sie im Gutenberprojekt finden. Es ist ein neuer Kosmos, den wir da betreten, ein Neuland in dem es noch unendlich viel zu entdecken und zu gestalten gibt; es ist der Prozess, der die reale Welt mit einer digitalen Informationswelt durchdringt; schon jetzt speisen unsere Augen und Ohren durch sie im Orbit der Satelliten und der Netze rund um die Welt.
Diese Informationssphäre ist in Aspekten so, wie schon Douglas Adams in seinem Werk „Per Anhalter durch die Galaxis“ den Reiseführer beschrieb, darauf die Worte stehen Don't Panic!
Wollen wir dieses totale Infotainment? Fast alle Menschen tragen schon das Handy in der Tasche; es ist heute schon vielfach internetfähig.
In der Geschichte der Menschheit, in ihrer zivilisatorischen Entwicklung, in ihrer Memesis, sind die großen Meilensteine das Wort, die Entzifferung der Gestirne, die Schrift, das Geld, das Buch, die Technik, die Wissenschaft und der Computer.
Futurologisch wie real sind wir schon der Cyborg, diese Symbiose des Menschen mit den Maschinen und der Technik.
Ich verstehe den Begriff Cyborg in einem weiteren Sinne, ähnlich wie Walther Christoph Zimmerli, schon als die Verquickung der Zivilisation mit Technik und Maschinen. Unsere Kultur ist darin mittlerweile so stark verschränkt dass man durchaus von einer Symbiose mit der Maschinenwelt reden könnte.
Die wirklich inkorpurierte Technik beschränkt sich bislang auf Dinge wie Schrittmacher und Endoprothesen; in diesem strengen Sinne ist der Cyborg aber noch wenig relevant.
Der erweiterte Cyborgbegriff ist viel brisanter; wenn wir uns das hier einmal ein wenig vor Augen führen. Ich möchte eine von Herrn Peter Sloterdijk häufig benutze Terminologie entlehnen; er spricht sehr anschaulich von den Verwöhnungsräumen im Komforttreibhaus Zivilisation; ich betone in diesem, seinem Szenario, mit den Beispielen Verbrennungsmotor und Elektrifizierung, wie viel Anteil an dieser Verwöhnung doch die Technik und die Maschinen begründen; unser Einlassen auf den motorisierten Verkehr und Transport sind darin die wohl prominentesten Komponenten.
Mit den Informationstechnologien, also der vernetzten Datenverarbeitung, den Softwareprogrammen, der Fuzzy-Logik, der künstlichen Intelligenz der Computer, ist uns die technische Materie in unseren Verwöhnungssphären nun zum omnipotenten Roboter geworden der unsere Arbeit tut; in dieser nahezu exponentiellen Kumulation von Mächtigkeiten steckt die Bias, mit der die Menschheit den Planeten überwuchert.
Das dieses Zivilisationsmyzel in der Schöpfung kein Krebsgeschwühr sei, ist unsere hehre Hoffnung; jedoch die Diagnostiker der Zeit sehen den Patienten seit langem in der schweren multifaktoriellen Krise.
Ein Großteil unserer schulischen, beruflichen und universitären Aufrüstung dreht sich um die Fertigkeiten zur immer weiterreichenden Indienstnahme der durch Informationstechniken sublimierten physikalischen Kräfte; in jüngster Zeit auch um die Manipulation der Biosphäre einschließlich des Menschen selbst. Die alltägliche Nutzung und Erweiterung dieser Kraft-, Leistungs-, Beschleunigungs- und Informationsextensionen verändert auch den Menschen in Verhalten und Konstitution.
Als solche Cyborgs also reiten wir heute auf Raketen, kreisen im Weltall um den Globus und spähen mit Hubble zurück zum Anbeginn des Kosmos.
Wes Geistes Kind sind wir in dieser Komfortsphäre heute ... wessen werden wir es sein? Der fundamentalistisch Enthaltsame mit seinem Gott, oder der fundamental Verführte; das fundamental im Chaos der angepassten Orientierungslosigkeit treibende und gelenkte Schwarmpartikel Mensch, mit der Spiritualität auf Knopfdruck und mit Pille ... dessen Begeisterung die Entgeistigung bedeutet?
Ich zeichne da ein Extrem, dass mir gleichwohl oft so erscheinen will. Für mich leben groß Teile der Menschen ohne echte Eigenorientierung, ohne wirklich persönliche Koordinatenfindung; sie leben als in vorgefertigten Entscheidungsbäumen flipflopende Singularitäten; die sich selbst nicht trauen oder sich als Einzelwesen zynisch oder mit Schuldgefühlen belastet empfinden und sind so in hohem Masse an externe Wertefelder korreliert; darin in der Hauptsache darum bemüht sich anzupassen und reale oder projizierte Erwartungen zu erfüllen.
In einer medial nivellierten Massenkult treibt so ein kompensatorischer Differenzierungskult an überspannten Egoflächen die buntesten Lifestyleblüten heraus; wer sich durch die Weblogs klickt findet darin solcherart exaltierter selbstreferenter Ichbaustellen ohne zahl.
Der nicht verführte, nüchterne, intelligente User wird das Medium anspruchsvoll sinngebend nutzen. Ihm ist die Infosphäre wie die reale Welt ohne angestrebte Meisterschaft eine Bedrohung, die Auflösung, ein geistiger Tod wie in der Zombisphäre.
Wie aber findet der Mensch zu sich? Wie bleibt er bei sich? Wie kann er den Verführungen zum Nichtsein, dem zerstörerischen Verhalten gegenüber sich und der Schöpfung entgehen? Die Frage wie die Antwort ist vermutlich so alt wie der Mensch; sie fällt in den Bereich der Religionskultur und ihrer Prinzipien ebenso wie in den der Ethik und des Rechts.
Lieber Netcitizen, lieber Netzbruder am Fenster deiner Infosphäre, am Fenster zum globalen Wort, ... dir und dem Menschen an sich bist du auch näher, wenn du sprichst. Es ist wie eine Art von Erwachen aus der Hypnose der stillen Schriftrezeption, wenn du diese Worte mit der Lautkraft deines Körpers kleidest ... sprich ... sie also sprichst.
Das Leuchtfeuer des Erwachens zur und aus der Infosphäre ist das lebendige Wort, das gesprochene Wort ...
... es ist der Keim aller künstlichen Horizonte, der Durchdringer und Gestalter der Welten, das Kind der Mutter aller Epen ...
... so wird ja am Kosewort eine Kernkraft des Menschseins erbrütet.
Abschließlich nun, ... da ist das gemeinsame Mahl, unser tägliches Brot, vielleicht die Arbeit und der Haushalt; der Regen, der uns näßt; die Sonne, die uns schwitzen läßt; die Katze die uns schnurrt; die Natur die uns mit ihrer Grüne atmet und mit ihrer Bläue tränkt; die Liebe dazu, sei hier einmal der ultimative Algorithmus unserer Wetware zum Darüber Hinaus!
Das fundamentale Leben braucht keine Infosphäre; die Guten haben ihre Engel, die ihnen flüstern was sie wissen müssen, die ihnen zeigen, wo es lang geht, die ihnen das Brot und den Fisch zum Leben gereichen. In unserer Komfortsphäre ist uns denn auch eine Phase der Erfahrungen des essentiellen, wirklichen Lebens, der mystische Pilgerfahrt, nötiger denn alles und denn je.
14 Kommentare Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net 
10. August 2006, 09:26 Uhr, kaiAlexa...wo ist Sie und ihre Texte blos hin???
.......
Viel Fragen und keine Antworten!!!
Wie kann das sein???
Aloha
Hai de Kai
2 Kommentare Aus der Wortstation: http://kai.wortbeitrag.net 
07. August 2006, 14:28 Uhr, siebenkaesCaesiumRequiem phür das F – Neues von der „Rechtschreib“-Phront
So ist es denn nun dahingegangen, das F, aus meiner Schreibung. Phortan werde ich nur noch ph schreiben. Die künphtigen Texte werden kein F mehr enthalten. Phortgephlogen aus meinem Wortschatz.
So weit kann Protest gehen: Phrüher teilten sich die Wörtchen noch in die mit f und die mit ph ein – aber da das Φ teilweise dummerhaphtig in ein F verwandelt wurde, kommt bei mir die Gegenreaktion. Kein F mehr, nur noch ph. Ihr mögt das phrevelhapht phinden, ich aber sage Euch: Es ist phamos und vortrephphlich. Tut mir leid, F, du warst ein getreuer Weggephährte bis itzo – nun ruh dich aus und harre deiner Wiederaupherstehung. Irgendwann vielleicht, wenn die „Rechtschreib“rephorm in vernünphtigen Bahnen läupht.
1 Kommentar Aus der Wortstation: http://siebenkaes.wortbeitrag.net 
05. August 2006, 20:57 Uhr, WilliNebenheiten und Unebenzeiten (oder so)Ich war einmal neunundvierzig,
du warst damals dreiunddreissig,
ich wusste nicht dass es Dich gibt.
Ich lebe gern, das ist kein Wunder,
bin gerne Mensch und lerne fleissig;-)
bin einer, den das Leben liebt.
Ich hab dich eben erst getroffen,
mein Gott ich mochte schon den ersten Ton,
deiner Stimme, sie wollte ich begleiten.
Du hast mir deine Hand gereicht,
und ich wusste damals schon,
dich liebe ich für alle Zeiten!
2 Kommentare Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net 
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