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28. September 2006, 23:10 Uhr, Epiphanius

Melanchole Depression

Die Blätter werden gelb und fallen. Es liegt ein Frieden auf der Erde. Es ist gewachsen und hat Frucht getragen. Erschöpftes Leben ruht und harrt der Winterstarre. Dank liegt auf der Erde. Das Lassen nun vom Leben ist wie melanchole Depression. Ja schau doch! All die Ernten sind nun eingefahren. Geniess die Ruhe noch vom kalten Sturm.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

24. September 2006, 17:47 Uhr, Epiphanius

Gaia-Dynamik

Hier ein Versuch, die aufbrechenden Konflikte zur islamischen Welt auf eine andere Ebene zu projizieren:

Zu dem Argument, die islamischen Staaten seien rückschrittlich, ohne industrielles Innovationspotential, ohne Willen zum guten Leben ...

Die westliche, säkulare Staatengemeinschaft ist fortschrittlich, innovationsfreudig, aggressiv in ihrer marktwirtschaftlichen Eroberung der Welt.

Wir leben hier in einer Phase von großer Meinungsfreiheit und der Toleranz gegenüber anders Denkenden, ja; jedoch, wir definieren dieses 'gute Leben' von innen heraus.

Wir wollen dabei festhalten, was wir erreicht haben und nach Möglichkeit immer mehr; ja, marktwirtschaftlich postulieren wir gar, es geht nur so weiter, indem wir immer mehr Wirtschaftswachstum erreichen.

Von einer intellektuellen Warte aus betrachten, leben wir in einer Welt mit fantastischen Möglichkeit, fantastischem Wohlstand und fantastischer Freiheit ... jedoch auch in einer Welt mit fantastisch anmutenden Problemen, ... sozial, politisch wie ökologisch.

Von dieser intellektuellen Weltsichtwarte aus, ist es aber für die meisten Menschen völlig jenseits der Realisierbarkeit, dass es noch eine fundamental andere Weltsicht gibt; ich bezeichne diese als eine holistische, ganzheitliche, fromme Sicht des wirklich religiös angerührten Menschen.

Alle großen Weltreligionen halten den Gläubigen zu einem nachhaltigen, einfachen und bescheidenen sozialen Leben an.

Wir in unserem Säkularismus verhalten uns diesem holistischen Leben gegenüber überheblich und fragen, was haben die schon erreicht, was haben die für ein Potential?

Der holistische Mensch könnte ebenso fragen: Was wollen die noch alles erreichen, haben sie nicht in ihrem Modernisierungs- und Fortschrittswahn die Welt schon nahe genug an den Rand des Abgrunds geschoben?

Ich verstehe die gegenwärtige Konfrontation mit der islamischen Welt auf dieser Metaebene. Der Westen schickt sich an den Menschen einschließlich des Globus und seiner Biosphäre auf eine nicht natürliche, entfremdende, sich selbst zerstörende Weise zu verändern.

Die genuin religiösen Menschen können eigentlich nicht anders, als unserem System wie Menschenbild konträr gegenüber zu stehen. Was wir hier leben und wirtschaften entspricht nicht dem ursprünglichen Christenbild, noch dem des Islam, noch dem des Buddhismus. Angemerkt sei hier, dass ich das Lebens des einfachen Moslems als viel frommer als das der Christen erachte.

Ich mühe mich in der Betrachtung, dass nicht aller Fortschritt vergeblich war und in der falschen Richtung erfolgt ist.

Anlässlich des Militärputsches in Thailand stieß ich in einem Beitrag von Jörg Auf dem Hövel in der Telepolis auf das Folgende: Thailands König Bhumibol mokierte in öffentlichen Ansprachen, dass die buddhistische feine Art, kein Verlangen nach irdischen Gütern zu entwickeln (non-desire), keine Zukunftsträchtigkeit besäße ...

Meine Haltung dazu dürfte ihnen klar sein; die kapitalistische Marktwirtschaft verführt den Menschen auf Abwege; dieses bei uns so lebensbeherrschende Motiv kennt, ob der Säkularisierung und der Verweltlichung des westlichen Menschen, noch nicht einmal mehr ein schlechtes Gewissen. Als Extrembeispiel erinnere ich hier an die fatale Marktpolitik eines großen Babynahrungskonzerns in den Entwicklungsländern.

Wikipedia Die Gaia-Hypothese

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

18. September 2006, 17:00 Uhr, aulay

Über alles! (2004)

Sie kamen in Scharen. Wie ein irrsinniger Mob verfolgten sie einige Mitglieder eines anderen Stammbaums. Zwischendurch blieben sie erstarrt stehen, ächzten trocken vor sich hin, rappelten sich nochmals auf und warteten gierig auf die nächste Hetze. Teilweise wälzten sie sich mühselig über den von Überresten übersähtem Asphalt. Fiebriges Gelb überzogen einzelne Streifen, die nervös tuschelten und wie elektrisiert herumzappelten.
Eine kleinere Gruppe riss sich los und jagte sich selbst. 3 mal im Kreis dann spiralenförmige Formationen ohne sich wirklich zu folgen. Ein Fenster knallte schreiend zu. Massenhysterie brach aus. Alles war in unkontrollierter Bewegung. Einzelteile wirbelten durch die Luft und sanken dann langsam zu Boden.Die grosse Horde lief Amok. Wie ein Meer von Krebsen auf dem Rückweg ins Wasser. Verirrte Einzelschicksale die sich nicht eingliedern konnten, suchten sich entweder den besten Fluchtweg ins Verderben oder blieben erwartungsvoll liegen, wo sie sich höheren Mächten anschlossen. Wie von Geisterhand versammelte sich plötzlich die ganze Masse, aufgepeitscht und zu allem bereit, hinter der rosa Mauer.
Verdächtige Stille frass sich in das knabbernde Geräusch. Ein ungeöltes Scharnier flehte wimmernd um sofortige Erlösung. Totenstille. Nur die stillgelegte Fabrik produzierte noch Geräusche. Es begann zu regnen. Trotzdem waren alle da und schwiegen: die Verkrüppelten, die Enthaupteten, die Entehrten, die Vergessenen, die Unbrauchbaren, die Vertriebenen, die Verfolgten, die Verbrauchten. Die Zeit war gekommen. Ein heftiger Windstoss fegte sie drohend über die Strasse und warnte sie mit knallenden Rollläden. Entfesselt wie sie waren flohen sie in alle Richtungen, um nie wieder zurückzukehren.

Am nächsten Morgen klebten noch einzelne auf dem nassen Boden. Nur wenige konnten sich vor dem endgültigen Tod retten und lagen verstreut unter einer Sitzbank. Bald würden auch sie beseitigt werden. Für immer verschwunden und von niemandem vermisst. Es war das letzte Mal, dass sie sich über alles hinwegsetzt haben. Nur ihr Führer schien zu schweigen. Die treibende Kraft war fortgezogen, in andere Länder zu anderen Bäumen, für ein neues Chaos. Es ist Herbst: Laub über alles!

O:Y (Herbst 2004)

::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
No se, pero creo que estoy enamorado.
Enamorado en el pensamiento de estar con tigo! Yo te protejo!

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Aus der Wortstation: http://aulay.wortbeitrag.net

18. September 2006, 16:11 Uhr, aulay

Kautabak

Oh, fancy shoes!
Ja, ja vielen dank du Penner.
Where did you bought them?
Sag ich dir sicher nicht, Schleimbeutel!
Expensiv?
Was soll die Scheisse?
Next time we should go together?
In die Hölle fährst du sicher alleine.
I know some huges shoe stores, with absolutely fantastic merchandise!
Auf jeden Fall und ich hoffe du verirrst dich
dort und ich seh dich nie wieder.
Dont be silly!
Habe ja gar nichts gesagt, verdammt!
Whatever, you will never listen to me!
Ach was, ich höre dir ja ständig zu, du Idiot!
You never answer!
Okay, nächstes Mal werde ich dich anspucken!
My frie...

O.Y.

.....................................................................
HAppY BiRthDaY MarInA!!!

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Aus der Wortstation: http://aulay.wortbeitrag.net

17. September 2006, 16:56 Uhr, Willi

Schöne Menschen, überall

Was sind Ehrenhymnen mit 90?
Egal ob du gesund bist, oder ob Du im Rollstuhl zitterst,
sie sind blechernes Geschepper,
an dem du nach und nach verbitterst.

Doch dann sehe ich es
das tausendfach gefältelte Lächeln,
glücklicher alter Menschen, die mir
Grund zur Freude am Leben zufächeln.

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

11. September 2006, 07:39 Uhr, Epiphanius

Gedanken zur Sprache

Auch ich kann von manchem Sprachgebrauch verletzt oder erregt sein; mitunter ganz heftig sogar; selbst wenn es mich nicht persönlich betrifft.

Ein nicht verletzender Sprachgebrauch, soll jedem erlaubt sein; da soll jeder reden können wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Der freie Sprachgebrauch ist ein zentraler Aspekt der Freiheit; inhaltlich soll man argumentieren können. Gut, auch eine bewußte Provokation kann hin und wieder ein Gespräch erst in Bewegung bringen.

Da gibt es ja auch so etwas wie die offizielle Sprachregelung für manche Themen; hier wird diese Freiheit eingeschränkt.

Aktuell versuchen die Franzosen und die Iraner ihren Sprachraum von Fremdwörtern zu reinigen; insbesondere von den Anglizismen. Auch im Deutschen gibt es „Sprachpflege“. Es leuchtet mir ein, dass man die eigene Sprache durch ein Übermaß an Fremdwörtern ganz schön verhunzen kann.

Zur Kontroverse um die Rechtschreibreform möchte ich anmerken, dass es mir manchmal so anmutete, als wurde da ein altes, zartes Pflänzchen mit der Brechstange in eine neue Form zu bringen versucht.

Sprachhygiene? So etwas kann wohl nur in der Familie mit Kind oder in den Medien von Relevanz sein. Und hier scheint mir auch die Pflege der grundlegenden Gefühlslage und der Kommunikation überhaupt wichtiger, als der Versuch, der Vulgärsprache an einzelnen Wörtern Einhalt zu gebieten.

Im Nachhinein betrachtet ist wohl meine jahrelange Sprachsozialisation an den Blasengeburten der Micky Maus nicht sonderlich schädlich ausgefallen; dass ich heute nicht umhin kann, überall die Onkel Dagoberts im Geld baden zu sehen, ist sicher einer solcher Prägung geschuldet; so etwas kann ja nun wirklich nicht wahr sein.

Sprache ist ein oder der wichtige Katalysator des kollektiven Bewußtsein. Sie zu beobachten und hin und wieder mit früheren Sprachgebrauch zu vergleichen ist schon interessant. Die Sprachbilder oder Metaphern sind ja überwiegend mythologischer Natur. Die alten Bilder sind uns heute oft schwer verständlich.

Wer die Klaviatur der Sprachbilder beherrscht der hat auch eine gewisse Macht im Sprachraum; der kann so etwas wie die Volksseele prägen oder ausdeuten. Ich denke hier an die Bedeutung, die Fjodor Michailowitsch Dostojewskij in Russland einnimmt oder einnahm. Die geradezu staatstragenden Sprachformungen und - Regelungen des Dritten Reichs erscheinen mir hier von Bedeutung und vielleicht einmal einer genaueren Betrachtung wert.

Als Schreibender interessiert mich hin und wieder die Etymologie eines Wortes, seine Ursprünge und Bedeutungen und Bedeutungswandel; insbesondere, wenn ich das Wort richtig verwenden oder verstehen möchte.

Der Sprachgebrauch verrät manchmal auch etwas über die psychologische Konstitution des Sprechers; über seine Sozialisation, über seine Gefühlslage, über seine geistige Klarheit und seine Intelligenz; über seine Traumata, seine Komplexe; vielleicht auch über seine verborgenen Absichten; über seine Stellung im Gespräch.

Sprache ist auch so etwas wie die Musik der Seele auf dem Instrument des Körpers oder gar des Volkskörpers; da ist alles drin, Rhythmus, Melodie, Satz, Tempi, Spannung, Klang, Struktur, Auflösung, Fluß und Bögen.

Sprache dient der Kommunikation; der Mitteilung ... da gibt es etwas zu Futtern oder ... ich liebe dich oder ... nun pass mal auf, die Welt ist so und so.

Sprache ist ein Werkzeug des Denkens.

Wer in der Sprache einleuchtende Formulierungen oder passende Wortzuweisungen für bislang nicht verstandene oder benannte Verhältnisse prägt, der ist so etwas wie ein Entdecker von Neuland für die Sprache.

Wer bekannte Verhältnisse elegant und prägnant neu formuliert und vielleicht auch mit neuem Sinn belegt ist ein Sprachkünstler oder Aufklärer.

Mit der Sprache kann der Mensch ... urteilen, heilen, lieben, benennen, herrschen, führen, erklären, bedeuten, erzählen, schweigen, erlösen, befreien, versklaven, bitten, verstoßen, Nähe schaffen, Gemeinschaft stiften, Frieden schaffen, lehren, lügen, wahr sein, strafen, demütigen, beglücken, ehren, verführen, blenden, verwirren, motivieren, die Fantasie anregen, schmerzen, verheimlichen, spiegeln, diskriminieren, aufklären, sich freuen, Freunde finden, beten, seinem Gott danken ...

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

10. September 2006, 09:35 Uhr, Willi

Bruder (ein wiedergeborener Präsident)

Sie schiessen aus frommen Unterständen,
tragen virtuelle Vollbärte,
(den Schnauzer tief in den Mund!)
und sie verkündigen Gott mit Gewalt.
Und was höre ich? 'Islamisten'

Da gibts was zu sagen, trotzt allen Einwänden,
ehe ich das voreilig bewerte,
(au ja das hat auch seinen Grund)
he ihr Heuchler, erinnert euch halt,
wie tolerant sind denn wir Christen?

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

09. September 2006, 00:22 Uhr, Epiphanius

Meine Unschuld !

Drückt Dich Dein Gewissen? Womöglich wäscht du dir auch oft die Hände! DLF: Wir sind Pilatus Telepolis: Der Macbeth-Effekt

Eine Schlussfolgerung aus diesen empirischen Befunden könnte also lauten ...

Der Zustand der Unschuld ist möglicherweise mit schmutzigen Händen, vielleicht auch Körpergerüchen und wirren Haaren, sowie einer nicht ganz so korrekten Kleiderwirtschaft charakterisiert ... Ja prima! Doch, so finde ich mich solchem Ideal recht nahe.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

08. September 2006, 03:12 Uhr, kai

Leben...

Das Leben ist schön!!!

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Aus der Wortstation: http://kai.wortbeitrag.net

08. September 2006, 01:36 Uhr, Willi

Missionsgeschädigt

Es war ein rundum gelungener Tag.
Besonders entspannend war das Wissen,
dass er in Zukunft keine geheuchelten
Komplimente mehr verdauen musste.
Gottschwätzer und Beweiser
gab es zu allen Zeiten.
Sie sind anstrengend!
Und sie tragen Streit in die Welt,
weil sie persönliche Erfahrungen
zu gemeingültigen Bildern kneten wollen.

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

06. September 2006, 22:34 Uhr, Willi

Geschwisterliebe

Ich hab nicht mit euch im Kreis, am Sterbebett gestanden.
Ich blieb auch euren Reden fern, zu der Asche meiner Mutter.
Ich blieb auf Kurs nach irgendwo, und nahm mir Zeit und Raum,
so zu trauern, wie ich es kann.
Ich kenne Menschen, mir wirklich zugewandt, die meine Trauer teilen.
Mit ihnen verbindet mich mehr, als Familie, Pflicht und Schuldigkeit.
Sie lieben mich, weil sie mich lieben wollen, nicht um ihre Grossmut zu beweisen.
Nein die Eltern fehlen mir nicht, ich habe sie so geliebt wie sie halt waren.
Da ist kein Groll, und viele schöne Bilder sind geblieben.
Die Rechnerei um eure grossen Opfer erspare ich mir leichten Herzens,
der Geschwisterrunde bleib ich fern;-
Und egal wo ich gerade bin bin, ist's weit genug von euch entfernt, habe ich euch richtiggehend gern!

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

04. September 2006, 06:38 Uhr, Epiphanius

Subliminale Botschaft

Hatte keinen Schlaf finden könne; jenseits des Fensters brausten stürmische Böen den Wald auf. Meine beiden Katzen habe ich nun schon den zweiten Tag nicht mehr gesehen. Wo mögen sie stecken? Womöglich haben sie sich per WLAN ins Netz gehackt und mich auf diesem letzten Blog in jene langatmige Diskussion verwickelt. Wenn ich über deren Inhalt nachdenke komme ich nun zu dem Schluß, dass der tiefere Sinn sehr wohl gelautet haben könnte, ›du sollst Deine Kätzchen mehr lieben‹. Nun, in der noch schärferen Introspektion, erkenne ich da auch eine subliminale Botschaft, sie lautet .... kaufe uns nur das Katzenfutter von ... zensiert ... ich mache keine Schleichwerbung. Zu so früher Stunde liegt mir der Sinn auch noch nach einem kleinen Geständnis. Der aufrichtigen Worte sind ja so viele schon in diesem Blog. Es lautet ... in Seinem Tempel brennt ein beinahe ständiges Rauchopfer ... ich komme nicht davon weg, trotz Hilferuf im Gebet.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

01. September 2006, 15:01 Uhr, Epiphanius

Heiligenverehrung

Worte hier zu der Heiligenverehrung an Bildnissen und Symbolen, wie sie in einigen Kirchen von Gläubigen auch mit der Hingabe des Küssens verbunden ist.

Als im weltlichem Leben aus der Mode gekommen, fällt mir dazu als Entsprechung nur noch eine Werbeanzeige ein, auf der ein junger Mann in frivoler Manier einen Fächer aus Geldscheinen küsst. Wer küßt außerhalb der katholischen oder orthodoxen Kirche noch welche Gegenstände? Ja, da wird vielleicht noch das Bild eines geliebten Menschen den Lippen zugeführt.

Werden außerhalb der Kirche noch andächtig Symbole oder Gegenstände verehrt ohne sie zu küssen? Nun, da sind wir mitten drin angekommen in unserer Zeit; der Mensch scheint einen immanenten Sinn dafür zu haben; da werden Geld, Auto, Image, Status, Uhren, Schmuck, Kleider, Computer, das Neue verehrt. Die Werbeindustrie ist der milliardenschwere Lude dieses Triebes.

Wenn ich in die Verehrung auch noch die medialen Repräsentationen der Schauspieler und Musiker einbeziehe, wird das Maß endgültig voll. Wir sprechen hier schon von Idolen, was ja in seinem sprachlichen Ursprung das Götzenbild heißt.

Wenn ich von der Annahme ausgehen, dass das Verehrungsangebot in den Kirchen der nahezu blinden Verehrungswut an Banalitäten in der Welt ein qualitativ höherwertiges und wichtigeres Gut entgegenstellt, so springt doch das enorme Ungleichgewicht der Präsenzen im Leben sofort ins Auge.

Es finden sich keine werbetechnisch optimierten, animierten multimedialen Ikonen in den Schaufenstern, im Fernsehen oder im Internet. Es finden sich kaum Filme religiösen Inhalts, deren Anstoß von einer Kirche ausgeht. Wiewohl die katholische Kirche in ihren herrlichen, mitunter gewaltigen Prunk- und Prachtbauten aus diesem Blickwinkel heraus zumindest für die Geschmäcker früherer Zeiten einmal ausgesprochen gut platziert gewesen sein musste. Aber, es gibt ja nun auch die Kirchengroßveranstaltungen; so zu sagen die Kirchenwoodstocks, auf denen auch ihre Symbolwelt verhandelt wird.

Ich möchte diese Art der Symbolverehrung in den Kirchen hier ein wenig unorthodox zurechtrücken; und zwar am Beispiel der Maria mit dem Jesuskinde.

Im Leben geht für mich von Mutter und Säugling eine ungeheure Ausstrahlung aus, ein Ergriffensein; sie sind mir von einer großen Gottesnähe, von Seiner Heiligkeit umhüllt, von Ihr beschützt und verklärt.

Ich meine, die Verehrung gebührt also nicht dem Erinnerungsbild an dieses Gotteserscheinen am Menschen sondern der konkreten Mutter mit ihrem Kinde; in dem eben auch Jesus als Erlöser aufscheint.

Darin das weltnahe Heil Gottes zu sehen und sie zu lieben und zu unterstützen und zu beschenken ... wie es ja auch natürlicherweise vielfach geschieht ... daran zu erinnern, das ist es, meine ich, was das Heiligenbild in der Kirche dem Menschen sein sollte.

Analoges gilt wohl für all die anderen Heiligen ... nicht das Bildnis ist zu verehren sondern es gilt das Symbolisierte, das Beispiel der verwirklichten Gottesnähe im Leben zu suchen.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

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