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24. Oktober 2006, 06:34 Uhr, Epiphanius

Geist und Materie

Zitat Kuder: Sich ins Materielle zu verlieben, oder es als absolute Wahrheit zu definieren, bedeutet also in letzter Konsequenz, dem Irrtum, oder 'Satan' zu verfallen.

Ja Kuder, das klingt mir nachvollziehbar. Wobei ich einen gleichartigen Gedanken schon hinsichtlich der wissenschaftlich-technischen Zivilisation hege. Hier hat sich mir die Menschheit in die materielle Schöpfung verliebt oder vielleicht auch in sie hinein verkrochen ... aus Angst vor dem Erkennen ihrer viel mächtigeren wahren geistigen Natur.

Universell betrachtet ist diese Zielrichtung unserer Zivilisation oder Memesis, vielleicht auch als ein gewaltiger kollektiver karmischer Verdrängungsprozess zu erkennen.

Bedenke nur, mit welcher Vehemenz und Zwanghaftigkeit im Materiellen geforscht, produziert, konsumiert und bereichert wird; welche Panik in der Gesellschaft aufkommt, angesichts der Situation, nun nicht mehr genug Produktionsplätze für die Menschen zur Verfügung zu haben.

Natürlich ist den Regierenden klar, dass eine hohe Arbeitslosigkeit auch dazu führt, dass die Menschen anfangen zu denken, d.h. dass sie anfangen sich ihrer wahreren Natur bewußt zu werden und als geistige Wesen erwachen; als solche stellen sie nun fest, das ihr Leben nichts als ein lumpiger materieller Scherbenhaufen ist.

Das ist neben der atomaren Bedrohung vielleicht die größte Gefahr und Krise unserer Zivilisation überhaupt, dass die Menschen plötzlich zur Besinnung kommen könnten. Bei so Vielen gibt es ausser dem Produktivsein für den Lebensunterhalt und den Konsum, keinen tragfähigen Sinn im Leben ... keine geistige Orientierung die sie vor dem Absturz bewahrt.

Natürlich schreit eine geistig so unbefestigte Gesellschaft nach ihren Verführern.

Ich rekapituliere ... unser säkular aufgestellter Staat sieht seinen Lebenssinn und seine Existenzfähigkeit in der Hauptsache in der immerzu wachsenden industriellen Produktions- und Konsumgesellschaft.

Die geistige und religiöse Orientierung verfällt rapide. Der Mensch wird von den Medien in einer Wolke rationalistischer, intellektueller Konditionierung gehalten und darin je nach den Bedürfnissen der Machthabenden neutralisiert oder zielgerichtet manipuliert; gleichzeitig formt sich die Industrie den Menschen mit ihrer Werbepropaganda zum immer hippen Lifestylekonsumenten.

Diese Situation ist schon bedrohlich, wenn wir uns die Dynamiken vorstellen, die aufbrechen, wenn dieser gewaltige kollektive karmische Verdrängungszug ausgebremst wird oder gar zum Stehen kommt.

Die, die darin die Vorreiter waren, die die sich darauf am meisten eingelassen haben, wird es wohl auch am härtesten treffen.

Das Arbeiten, das Produktivsein ist nicht mehr möglich; das Konsumieren ist nicht mehr möglich; das alimentierte Leben auf niedrigstem Niveau ist vielleicht noch möglich.

Eine Zukunftsvision angesichts der anstehenden katastrophalen Problem zu skizzieren wäre wohl angebracht; ich versuche es hier einmal in aller Naivität.

Zurück zum einfachen Leben; die Besinnung auf die geistigen Werte des Lebens; die völlige Umstrukturierung des Wertesystems Deutschland und Europa hin zu einer nachhaltig wirtschaftenden humanistischen Kulturstaatengemeinschaft der Grundversorgung ... um noch ein wenig mit den Wortködern zu angeln ... das postmaterialistische Leben im Zeitalter des Wassermann; ein großer Schritt hin zum Reich Gottes.

Die drohende Alternative sieht mir so aus. Die Menschheit hat sich in einem gewaltigen, über Jahrhunderte währenden Verdrängungsprozeß ganz tief in das Materielle verbissen. Aus unseren gescheiterten zwanghaften Liebesverhältnissen kennen wir das. Da sprengt sich solches ineinander Verbissensein immer in einer schmerzhaften Explosion der Gefühle.

Wir wissen, welche Energien darauf warten, unser zwanghaftes Liebesverhältnis zur Materie zu beenden.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

20. Oktober 2006, 00:09 Uhr, Willi

NOVEMBER

Ich muss ja trostlos in die Gegend schauen.
Sitze ich im Café, nähern sich mir Frauen,-

sie schenken mir Traktätchen mit der Lösung aller Fragen,
und ich?- bin nicht mal dankbar, was soll man dazu sagen.

Liegt es an ihrem äh,- hypnotisierten Handeln,
daran, dass sie so ferngesteuert wandeln?

Oder eher weil sie mich an meinen Herrn Papa gemahnen,
der auch stets am missionieren war, - sie ahnen,

auch er war immer leicht gequält am Grinsen, selten froh.
Er las nur Wachturm und Traktätchen und wurde so.

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

13. Oktober 2006, 02:49 Uhr, Epiphanius

Chomskys weltliche Priesterschaft

In dem Buch ›On Nature and Language‹ von Noam Chomsky, University Press 2002, gibt es ein Kapitel, dass in keiner inhaltlichen Beziehung zu den eigentlichen Themen 'Minimalistische Synthaxtheorie und moderne theorethische Linguistik' steht. Die Übersetzung dieses Kapitels ins Deutsche klingt mir zwar grauenhaft in den Synapsen, aber sein Inhalt ist höchst gewichtig. Eine ungeschminkte und mir intuitiv wahrhaftige Sicht auf die geopolitischen Realitäten der Moderne. ZNET Die weltliche Priesterschaft und die Gefahren der Demokratie von Noam Chomsky

'… die Bürger demokratischer Gesellschaften sollten Kurse für geistige Selbstverteidigung besuchen, um sich gegen Manipulation und Kontrolle wehren zu können …' Quelle: 'Media Control' von Noam Chomsky (2003)

Gemäss einem oft zitierten Spruch Chomskys sei '... die Propaganda für die Demokratie wie der Knüppel für einen totalitären Staat.'

Wikipedia Das Propagandamodell

Hierzu die Klänge Griechenlands; die Sehnsucht, die Freiheit, das weite, anarchische Land und der nahe Orient ... manchmal. Onlineradio Orange932.fm

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

12. Oktober 2006, 23:32 Uhr, kai

Mein Leben mit den Drogen...ich wurde da

Lieber Slash und meine anderen Blogleser,

mein Drogenkonsum hat mit dem rauchen eines Hasch-Joints im zarten Alter von 17 Jahren begonnen.
In den Kreisen des damaligen Jugendraums ging es dann mit dem Kiffen erst los.
Zuerst nur an den Wochenenden mit dem rauchen von Joints und das hinzu zum schon ungewöhnlich hohen „gewohnten Alkoholkonsum“.
Dann auch vermehrt unter der Woche und weiter ging es mit der Einführung der Bong.

(Bong = Wasserpfeife)

Ich muss gestehen, es war eine spaßige Zeit und die Bongs wurden immer größer!?
Im Jugendraum und dessen Umfeld war das Drogen Missbrauchen verboten und so hat sich meine damalige Clique nur noch jeden Abend dort getroffen.
Um dann mit einigen Autos in den nahe gelegen Rebberg zu fahren, sich gemütlich mit guter Musik die Birne wegrauchen, war unser damaliges Moto.
Es war glaube ich 1993, dass die Technowelle auch unsere kleine Stadt erreichte.
Einige von uns lösten sich nun aus dem Kreis des Jugendraumes und zogen an den Wochenenden in die näheren Städte wie Freiburg und Basel.
Techno boomte und die Pillen mit den Namen Ecstasy erreichte früher oder später unsere Truppe.
Ich war auch dabei und die Weekendreisen gingen in immer fernere Gefilde.
Frankfurt am Main mit unserem damaligen Guru „Sven Väth“ lockte uns.
Und so lernten wir die ganze Palette der „Partydrogen“ kennen und leider auch zuschätzen.
Unter der Woche jeden Tag Gras und an den Wochenenden Speed, Ecstasy und Kokain.
Die Reihe der Dogen erweiterte sich dann noch mit dem Konsum von Drogenpilzen und LSD.
Das ging dann so bis nach meinem Zivildienst, ich war dann 23Jahre Alt und ich fing eine Stelle in einem tollen Betrieb an, in dem ich zum Glück immer noch arbeite.
Die harten Drogen nahm ich nun von Zeit zu Zeit immer weniger, aber das Kiffen beherrschte meinen Alltag mehr als zuvor noch.
Jetzt hatte ich durch meine Arbeit endlich die Möglichkeit aus meinem Gefängnis „Elternhaus“ auszubrechen.
Ich mietete meine erste eigene Wohnung an und ich fing nun endlich wieder an mich frei zu entfallten.
Doch das hieß auch das Eigenanbauen von Gras wurde für mich möglich…
So musste ich fast die ganzes Jahr über keinen Pfennig Geld für meine Kifferei ausgeben.
Das Leben in meiner eigenen kleinen, heilen Welt wiederholte sich bis ich 30 Jahre Alt wurde.

Mit siebenundzwanzig hat mich die Liebe gefunden und ich machte mir das erste Mal Gedanken über mein Leben bzw. meine Ziele.
Das hielt Tagsüber solange an, bis ich den zweiten oder dritten Joint geraucht hatte.

Kiffen macht gleichgültig, ist mir doch egal…

Durch meine damalige Freundin schränkte ich, erstmals meinen Drogenkonsum deutlich ein.
Harte Drogen, mit vorliebe Kokain konsumierte ich höchstens zweimal im Jahr.
Das Kiffen musste im dritten Jahr unserer Beziehung auch nicht mehr jeden Tag sein.
Doch im Herbst wurden meine Pflanzen im Maisfeld reif und hatte ich es erst wieder reichlich zu Hause so rauchte ich wieder intensiver und fast täglich.

Ich hatte mein Bewusstsein verloren, ich und meine Gedanken drehten sich im Kreise...

Vor 19 Monaten hat sie mich zu Recht aus ihrem Leben gekickt und somit wurden auch mir endlich die Augen geöffnet...um die Welt zusehen!!!

Seitdem habe ich keine der Hier beschriebenen Drogen mehr angerührt.

Die Abstinenz macht mir nichts aus ich denke nicht mehr an mein berauschtes Leben früher.
Ich habe auch heute noch Freunde die in meiner Gesellschaft kiffen...ich nie mehr!!!
Und jetzt im Nachhinein weis ich dass Drogen nicht das Bewusstsein erweitern, sondern es durcheinander bringen, vielleicht sogar zerstören.

Ich habe mein Bewusstsein gefunden und das macht mich sehr Glücklich.

Was ich erlebt habe gehört zu meinem Leben und es hat mich wachsen lassen.

Heitersheim, den 12.10.2006
Der Kai Peter Jasny

P.S.: an „WAHRES GESICHT“ zeigen ist viel Wahrheit dran!!!

  4 Kommentare

Aus der Wortstation: http://kai.wortbeitrag.net

05. Oktober 2006, 00:23 Uhr, Willi

AUFRÄUMEN (2.x)

Oh! -
Da hängt ja mein Gehirn, oder ist es am Ende
ein anderes Körperteil, an das ich meine Zeit verschwende?
Und hey! -
Da liegt ja auch mein Stolz, mit leicht vergilbten Flecken,
die Pracht verblasst der Staub setzt an, besonders in den Ecken.
Wo seid ihr Mut und Zuversicht, wo habt ihr euch verkrochen,
würgt ihr noch an eurem Suff, oder habt ihr euch erbrochen?
Ihr seid beleidigt allesamt, war der Applaus zu selten?
wir bauen Häuser um zu leben nicht um als originell zu gelten!
Drum wisst! -
Zipfel geht an seinen Platz, Hirn in seine Schale.
Eitelkeit ist für die Katz, und Suff was für's Sakrale.

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

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