27. November 2006, 08:38 Uhr, EpiphaniusDer freie Wettbewerb der MachtstrukturenEines unserer größten Problem bei der Betrachtung des Themas Gesellschaft, bei der Reflektion des Gesellschaftsmodells und seiner Prozesse ist, dass wir von Anfang an in den Strukturen der Gesellschaft drinnen stecken und so von Anbeginn indoktriniert sind; indoktriniert durch den Staat, die Religion, die Medien, die Wirtschaft.
Wenn wir von der Menschheit als einem Volkskörper ausgehen, dann sind die Konkurrenzen und Intoleranzen innerhalb der Menschheit geistige Systemkonkurrenzen. Was sind diese geistigen Systeme? Machtstrukturen; Machtstrukturen der Religion, des Staates, der Wirtschaft, des Intellekt.
Diese Machtstrukturen konkurrieren nicht nur zwischen Staaten sondern auch untereinander. Ich würde sagen, ihre gegenwärtige Reihenfolge auf dem virtuellen Siegespodest lautet: Wirtschaft, Staat, Religion; wobei es nun so aussieht, als ob sich die Wirtschaft den Staat so zu sagen überall einkauft.
Globalisierung ist aus dieser Perspektive die reale Übernahme der Weltherrschaft durch die Wirtschaft. Der Staaten Handeln ist also primär an den Interessen der Wirtschaft ausgerichtet. Die vor ein paar Jahren noch so viel benutzte Vokabel Wirtschaftskrieg ist nahezu bedeutungslos geworden. Das Hauptinstrument der Wirtschaft, das Kapital, hat den Sieg davongetragen. Globale Konkurrenzen bestehen nun also primär unter den Kapitalkonglomeraten. Immer um Wachstum und Mehrung ihres Reichtums bemüht sind sie nun die globalen Monopoly-Spieler, die Staaten heimlich usurpieren, ihnen ihren Willen aufzwingen um so Hand an die ihnen essentiellen Märkte und Rohstoffvorkommen legen zu können, um die Kosten für die Produktion zu minimieren.
Das prominente Beispiel, dass ein inzwischen der Korruption angeklagter Mann aus der Wirtschaft den Deutschen die Hartz Gesetzgebung auf den Weg bringen durfte, sei dazu erwähnt.
Der Gesetzgeber hätte hier eigentlich in der Pflicht gestanden, die schwache Position der Arbeitnehmer zu stützen. Der Arbeitsnehmer als Faktor im Marktgeschehen betrachtet, stellt eine Position im Überangebot dar.
Jedoch, anstatt auf breiter Front für den Bürger dennoch ein Menschenwürdiges Dasein sicher zu stellen, zum Beispiel dadurch, dass er das Überangebot an Arbeitnehmern durch die Einführung eines Grundeinkommens verknappte und den Arbeitnehmern so auch wieder eine Wahlfreiheit bezüglich der Annahme einer Arbeit ließe, die in ihrer Folge das Arbeitgeberverhalten dahingehend regulierte, nun wieder attraktiv gestaltete Arbeitsplätze anbieten zu müssen, hat der Gesetzgeber die Positionen des Bürgers massiv geschwächt und zwingt ihn nun sogar dazu, wider alle Gesetze des Marktes, jeden sich nur bietenden, wie immer schlecht auch bezahlten Job anzunehmen. Ja, der Staat zwingt den arbeitslosen Bürger sogar dazu, nun als geradezu rechtlose Verfügungsmasse im Rahmen der so genannten 1 Euro Jobs zu dienen.
Die Position der Wirtschaft ist bei uns im Verhältnis zum Arbeitsmarkt konkurrenzlos gestärkt. Ältere und auf Grund ihrer Betriebszugehörigkeit höher verdienende Arbeitnehmer werden entlassen oder aus dem Job gemobbt; Arbeitnehmern wird gar nicht mehr die Chance eingeräumt, in ihrem Betrieb alt zu werden; Arbeitnehmer werden in befristete Mini- und Teilzeitjobs gedrängt, die weniger Kosten verursachen.
Das ist mir ganz klar ein Verrat des Staates an seinen Bürgern. Dass im gleichen Zuge die Leistungen des Staates an seine Bürgern massiv zurückgefahren und privatisiert werden, darf hier natürlich nicht unerwähnt bleiben.
In allen nicht produktiven Gesellschaftsbereichen wird bis über die Grenzen des Ertragbaren gewirtschaftet, gewirtschaftet auf Teufel komm raus. Die Positionen der Familie, des Arbeitslosen, des Kranken, des Alten, der Kinder und Schüler, der Studenten, und der Gefängnisinsassen sind mittlerweile dramatisch gefährdet.
Und, der Staat rüstet sich immer massiver gegen seine Bürger auf. Unter dem Deckmantel der Terrorismusabwehr werden seine Grundrechte abgebaut und jeder Schritt und Tritt, jedes elektronische Wort und Rezipieren, wird mit immer raffinierteren Methoden dem Monitoring und der Überwachung zugänglich gemacht.
Recht und Gesetz sind innerhalb der Machtstrukturen eigentlich nur für den kleinen Bürger ausdifferenziert; bei ihm ist selbst das Wegwerfen eines Stück Abfalls mit einer Geldstrafe sanktioniert.
Zwischen der Wirtschaft mit ihren Staaten und Staatenbünden gelten Recht und Gesetz nur vordergründig. Da wird weltweit spioniert, manipuliert, erpresst, korrumpiert, gemordet und unter falschen Anschuldigungen Krieg geführt. Nachfolgend sei hierzu eine Auswahl an Medienberichten zitiert, die sich einer tiefergehenden Analyse des Mordes an dem russischen Ex-Spion und Überläufer Litwinenko widmen.
Telepolis Bond and The Return of the Evil Empire
Signs Of The Times Litvinenko - By Way Of Deception
Mein Resümee ziehend sage ich also, vertraue nicht dem Staat, vertraue nicht den Massenmedien, vertraue auf keinem Fall der Wirtschaft, vertraue nicht der Kirche, vertraue Gott und Dir selbst und handle nach Deinem besten Wissen und Gewissen. Und, wenn du schon Etwas über hast, gib es den Armen und nicht zu den Banken; mit der Zinsvermehrung des Geldes versklavst du dich und die Menschheit letztendlich immer mehr dem merkantilen Wahnsinn. Nur eigene Arbeit zählt etwas, Millionengehälter, wie immer sie auch legalisiert sein möchten, sind mir mit keiner equivalenten Leistung erklärbar. Die solchen 'Erfolgreichen' entgegengebrachte Verehrung ist natürlich ein Götzendienst, den uns auch hier die Medien vormachen.
Die modern Mythen der Medien verherrlichen den Konsumfreudigen, den Reichen und Erfolgreichen; in einem Licht, in dem dieses Ideal überaus sexy und für alle offen und erreichbar erscheint; in einem freien, demokratischen, guten und rechtsstaatlichen System der Marktwirtschaft, so sie nur fleißig sind und ordentlich mit den Ellenbogen stoßen.
Die modernen Mythen verherrlichen die Gewallt. Die Identifikationsfiguren sind egoistisch, einzelgängerisch, groß, stark, brutal, sexy, intelligent, sympatisch und erfolgreich. Ihre Problemlösungen mit den Mitteln der Gewallt werden als verstehbar und nachvollziehbar dargestellt. Die inherente Botschaft lautet, nicht mit dem Vorbild des intelligent miteinander Umgehens und Kommunizierens, also des gemeinschaftlichen Problemlösens sollst du nachhause gehen, sondern mit dem Bild des erfolgreich Gewalttätigen in der Konfrontation der starken Männer.
Es hat mich nicht wenig erstaunt, zu erfahren, dass Kriegs- und Spionagefilme auch von Militärhaushalten subventioniert werden. Im Kontext dieser Filme findet man regelmäßig den eigenen Staat, das eigene System, als das einzig Gute, überlegene und Wahre dargestellt und den Feind, nicht selten ist er in einem real Vorhanden Land wieder zu erkennen, als den absoluten Bösen. So wird hier mit den Mitteln der Kunst oft auch das eigentlich illegitime Handeln der Militärs und der Spione heroisiert. Die Interessenverfolgung und Konfliktlösung durch den Krieg wird als ein über alle Zweifel erhabenes, spannendes, heldenhaftes, legitmes, patriotisches Vorgehen in einer Geschichte vermittelt.
So werden hier und heute, mal leicht erkennbar, mal weniger offensichtlich, allerorten handfeste Interessen-Weltbilder in den Köpfen verankert. Natürlich gibt es auch andere Künstler und andere Skripte, aber ihre alternativen Mythen werden, solange sie den Interessen dieser Welt des Kapitals nicht entsprechen, nicht unterstützt und bekommen so nur selten eine Chance auf ein großes Publikum.
Ja, mein alternatives Reflektieren und Erzählen ist ein kleiner Anteil an jener wohl auch überall stattfindenden und stattgefunden habenden Konstruktionsarbeit an einer Mythe der Befreiung von den Lügenmythen. Der Leser darf auch meine Worte und Bilder nicht unreflektiert und unkritisch verinnerlichen; sie sollen ihn zum Nachdenken anregen und zum darüber hinausgehenden eigenen Verstehen.
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23. November 2006, 04:27 Uhr, EpiphaniusKleine Fische und das Heil der WeltSardinen. Hin und wieder öffne ich eine dieser kleinen und gewichtigen Dosen. Seit ein paar Jahren schon wundert es mich, wie es die verarbeitende Industrie schafft, diese Fischchen so ganz und gar säuberlich ihres Schuppenkleids zu entledigen. Meine Vermutung dazu war, dass da vielleicht mit einem Enzymbad gearbeitet würde. Es gibt ja sehr viele Enzymen, die in der Lebensmittelindustrie für alles Mögliche eingesetzt werden. Nun kam mir dabei an diesem Tag auch einmal wieder Yahoo! Clever in den Sinn. Warum schwimmen die Sardinen nun nackt in der Dose? So stellte ich dort meine Frage in das Forum. Ja, ich neige nun einmal dazu, in meiner Wortwahl nicht allzu langweilig zu klingen. Wenn du schon einmal hier bist, so dachte es mich da, dann kannst du gleich auch noch ein bisschen die Welt Infrage stellen. Warum betreiben die mächtigen Staaten der Welt immer nur ihre Interessenpolitik und nicht eine brüderliche Politik der Problemlösungen innerhalb einer Weltgemeinschaft, eine Politik in der alle Teilnehmer die Gewinner sind? Innerhalb weniger Stunden gingen ein Duzend Antwortmeldungen in meinem Postfach ein. So schrieb die inspirierte Gini: Ihre Haut ziehen sie sich alleine aus, weil es in dem Gedränge einfach zu warm wird, außerdem lieben Sardinen den Körperkontakt. Technotanzen2000 schrieb sinnig belebt: Die Sardinenbüchse ist der moderne Schwingerklub für Fische, deshalb der enge Körperkontakt und die nackten Fischchen. Hier nun fand ich mich ein wenig überrascht, ich hatte tatsächlich nicht damit gerechnet, dass mir auf meine Frage mit solch luftigem Humor begegnet würde. Auf diese Ebene katapultiert, empfand ich auf einmal die Diskrepanz zwischen der Frage nach den kleinen nackten Fischchen und dem Infragestellen der Weltpolitik. Wie kannst du nur beides quasi in einem Atemzug denken? Fragte es mich. Eine Dose nackter Sardinen und das Heil der Welt. Da lautete die Antwort von Elbnixe45: Weil man sie lässt. Und Laurin schrieb: Weil sie letztlich von Menschen geführt werden und was uns im Kleinen schon schwer fällt, wird im Großen fast unmöglich. Auch zur ersten Frage hatte sie mir eine Antwort, sie lautete: Die rechnen nicht damit das du ihnen Plötzlich das Dach über dem Kopf abziehst und sie dann alle nackt vor dir liegen ... würdest du vorher anklopfen, würden sie sich selbstverständlich etwas anziehen. Ich war baff. Wunderbar, dachte ich, da ist nun so ein neuer kleiner Witz geboren, es freute mich. Und Malerba schließlich klärte mich auf: Die Haut wird entweder mittels Handarbeit (bei Eigenproduktion) oder maschinell abgezogen. Was also hat der kleine Fisch mit der Weltpolitik tun? Dachte es mich da wieder. Liegt es vielleicht in einem noch tieferen Geheimnis des Fischsymbols der alten und noch wahren Christen? Und ja, siehst du, so hast du ein Wenig das Wissen, den Humor, das Christsein, das Heil der Welt und den Absatz der Sardinendosen befördert.
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19. November 2006, 04:06 Uhr, ZenonWie ich lebe (10): SexualitätSeit Jahren lebe ich 'beziehungs'-los, aber deshalb nicht keusch; denn die Lust ist - sowieso - sehr groß. Ohnehin hat die Autoerotik schon immer - Freud sagt, sogar seit der frühen Kindheit - eine Hauptrolle gespielt. Und sie tut es nun auch schon seit geraumer Zeit, ohne dass ein volksreligiös anerzogenes schlechtes Gewissen dazwischenfunkt.
'Autoerotik' trifft die Sache nicht ganz. Schließlich ist es stets der Anblick weiblicher Reize (per Film oder Foto), der mich anmacht.
Normalerweise nehme ich mir für diese Art des Liebeslebens beim Zu-Bett-gehen mindestens eine Dreiviertelstunde Zeit. Denn es ist ein Spaß, keine Notdurft.
Aber ich lasse mich vom Leben gern noch eines Schöneren belehren.
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17. November 2006, 14:35 Uhr, EpiphaniusWenn ...hunderttausende von Jugendlichen keine sinnvolle Beschäftigung mehr finden;
hunderttausende von jungen Menschen nur noch als Praktikanten herumgereicht werden;
zig millionen Menschen keine Arbeit mehr haben;
sich zig millionen Menschen deshalb zum Fronarbeiter versklavt finden;
deshalb diese Millionen bespitzelt, entrechtet und diffamiert werden als seinen sie die Verbrecher;
abermillionen Beschäftigte in immer mehr Leistung und immer weniger Lohn gepresst werden;
diese Abermillionen ständig um ihre Beschäftigung und Existenz fürchten;
millionen ältere Arbeitnehmer von ihrem Job weggemobbt werden;
Eltern ihre Kinder zu Tode lieben;
Häftlinge sich foltern und umbringen;
die Alten in den Pflegeheimen verhungern;
Pfleger im Krankenhaus ihre Patienten ermorden;
Innepolitiker tagtäglich nach immer mehr Überwachung rufen;
Wirtschaftsleute mit der Gestaltung der Sozialgesetze betraut werden;
diese Wirtschafter dann in zig Fällen der Kriminalität überführt werden;
Wirtschaftskriminelle mit dem Entzug ihrer Portokasse bestraft werden;
überall die Dollarzeichen in den Augen blitzen;
alle Welt nur noch ruft 'Heil Wirtschaft schenk uns dein Wachstum';
dieses Land schon wieder die drittstärkste Wirtschaftsmacht der Welt ist;
die Moneten die höchste Moral sind;
dieses Land sich Nacht für Nacht mit dem Albtraum der durchökonomisierten Gesellschaft quält und ihm jährlich Hunderttausende davonlaufen;
selbst Grüne sagen Braun sei bedeutungslos;
sich Philosophen nur schöngeistig mit den Köpfen nicken;
die Kirchen zu all dem schweigen und kollaborieren;
ich es hier nur in der Einsamkeit oder auf der Straße aushalte;
Politiker mit Stammtischluzidität wohlfeil Kleinklein regieren;
wir uns erinnern, dass dieses Land vorgestern noch den 2. Weltkrieg und den Holocaust vollbrachte, dann hat sich in ihm nichts verändert, dann ist es noch genau so faschistisch, dann hat sich dieses Land nun hoffentlich endlich das Gericht Gottes zugezogen.
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14. November 2006, 11:08 Uhr, kleinerdenkerLeidhotelTagein, tagaus, seit über vier Jahren an der Information und Notaufnahme vorbei, den Patienten keine Beachtung schenkend – bis heute.
Ihr wünschte ich viel Glück, jener Person, die ich kenne. Bloss ihr – die ich kenne? Weil sie mich in gewisser Ansicht selbst betrifft?
Erst jetzt spüre ich die Last, das Trauern, das Leben und das Genesen, das Spiel um Überleben und Aufgeben der dutzend Etagen Behandlungstrakt. Auf engstem Raum treffen Menschen Entscheidungen für Mitmenschen bezüglich Eintritt ins Paradies, Fegefeuer oder Rückreise ins triviale Alltägliche – je nach Auffassung. Manchen bedeutet dies „Eintreffen – Endstation“, Abonnement nicht erneuerbar.
Ironie des täglichen Schicksals: Werde ich heute das Ein und Aus dieses Labyrinths selbst überleben? Morgen, nächste Woche? Für den Fall der Fälle ist die Notversorgung wenigstens bereits erledigt.
1 Kommentar Aus der Wortstation: http://kleinerdenker.wortbeitrag.net 
13. November 2006, 16:03 Uhr, EpiphaniusNamasteSich einem Stück Literatur zu widmen ist wie eine Meditation; es ist ein sich Herausheben aus dem Tun des Alltags; es ist ein sich Hingeben an neue Gedanken und Bilder; an einen Strom von Gedanken und Bildern; ein sich neu Erkennen und Bilden im Spiegel dieses Stromes.
In einer Unterhaltung findet noch etwas anderes statt; hier geschieht die interaktive Geschichte; hier beeinflußt jeder der Gesprächsteilnehmer die Richtung und die Dramaturgie; hier ergänzen sich die Perspektiven, hier fließen zwei Ströme ineinander und vermischen sich zu einem Größeren.
Holger reist in einem Monat nach Japan. Er bereitet sich auf diese Reise vor. Auf meine Frage, ob er schon etwas über die Begrüßungsformen der Japaner in Erfahrung gebracht habe, sagte er 'ja'. Er begann mir nun auch sein Begrüßungsprogramm vorzuführen. So das Verneigen vor dem Gegenüber unter gleichzeitiger leichter Drehung des Kopfes nach einer oder zwei Seiten; die Hände vollführen dazu mitunter eine Art Geste der Beruhigung; sie repetieren quasi das Aufschlagen eines Großen Balles auf die Erde; vielleicht das Aufnehmen der Energie des Gegenübers, wie die eines Balles und ihr zur Ruhe Bringen in der Reflektion zwischen den Händen und der Erde. Diese Begrüßung sei mehr von einer unterwürfigen Art, sagte er; im Gegensatz zu der der Inder, bei der die Gestik des die Hände Aneinanderlegens im sich voreinander Verneigen, im hier bemerkenswert schön dokumentierten Namaste, von ihm mehr als eine Respektbekundung in Achtung und Würden empfunden wird.
Wir sind beide von einer Generation, die in ihrer Kindheit noch ein wenig von den alten Höflichkeitsformen unserer Kultur mitbekommen haben. So kam denn auch der Diener der Jungens und der Knicks der Mädchen zu Sprache. Bei Holger schien dazu die Erinnerung auf, dass sich einmal eine alte Bekannte der Mutter erregt hatte, dass er, der Sohn, ihr eben nicht artig den Diener zur Begrüßung entboten hatte. Die Mutter hatte aber dem Sohn beigestanden, ihm versichert, er bräuchte sich an solche alten Förmlichkeiten nicht mehr zu halten.
Dass Höflichkeiten und gute Manieren nicht nur das elterlicher Drangsalieren der Kinder bedeuten, ist mir im Leben hin und wieder auch dankbar bewußt geworden. So war es mir ein kleiner Schocker, als eine liebe Freundin bei Tisch nun Messer und Gabel mir der Faust ergriff; eine andere wiederum neigte dazu ihr Messer mit der Zunge zu reinigen. Beim Essen mit den Fingern unter Pakistanern* wiederum war ich vermutlich hier der kulturelle Tolpatsch.
Diesem Text vorausgehend saß ich etwa ein Stunde unfokussiert; die Gedanken kamen und gingen, wie die kleinen Holzperlen der Kette zwischen meinen Fingern glitten sie durch mein Bewußtsein, waren jedoch der Teil jener viel größeren Perlenschnur, deren Beginn und Ende ich niemals übersehe.
Dass mir in solcher Situation unbeabsichtigt ein Mensch in Erinnerung tritt, an den ich lange Zeit nicht dachte, ist mir etwas Besonderes; ich glaube dann, wir stehen in diesem Moment in Verbindung. Es ist mir hier, als würde darin eine höhere Natur des Menschen offenbar, nämlich die, einander wie die Sterne zu sein, wie die Sterne am Firmament des Geistes; hierzu und Ihnen sei nun mein Namaste.
* Anmerkung hier noch an die Damen und Herren von Horch&Guck und ihrer befreundeten Dienste ... nein, lassen sie das, ich werde schon von der Arge observiert, ich war auch nicht im pakistanischen Grenzgebiet zur Ausbildung, vielmehr verdingte ich mich hier in meinen Jugendjahren als konspirative Küchenhilfe in einem Restaurant in Birmingham. Beim Zwiebelschälen beobachtete ich heimlich die zwei jungen Köche mit ihren vergoldeten Fingern. Neben einigen rezepturalen Geheimnissen erfuhr ich so auch das gesellschaftspolitisch in höchstem Maße brisante, geheime Ingredients Pakistans, es lautet ... wir lieben uns alle. Ja, so macht man das. Die heimische Küche ist ein sehr scharfes Essen, very hot food! Vorsicht!
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09. November 2006, 13:35 Uhr, AlastorGestern Nacht....Nun rannte er. Er rannte um sein Leben. Die Nacht war schwül und der Schweiß, gemischt von Angst und der Hast, rann ihm von der Stirn und über seinen halb nackten Oberkörper.
Sein Hemd war zerfetzt von den Strapazen der vorherigen Nacht und aus den vereinzelt hervorblitzenden Wunden tropfte immer noch Blut.
Was hatte er getan? Seine Vergangenheit war wie weggespült. Über seinen Erinnerungen legte sich ein tiefschwarzer Schatten und umschloss jeden noch so winzigen Gedanken. Selbst die Gegenwart verschleierte sich vor seinen Augen.
Wo war er?
Vor was rannte er mit dieser riesigen Angst davon?
Er hielt so ruckartig an, dass er stolperte und sich mehrere male überschlug. Er landete auf dem Rücken.
Stille. Nach einigen Minuten schlug er die Augen auf.
Er sah zwischen den hohen im Sommerwind seuselnden Bäumen direkt auf den vollen Mond, der gerade von einer Wolke freigegeben wurde. Fahles Mondlicht schien die dichten Blätter der Bäume wegzudrücken, so, dass er nun die volle Pracht des sommerlichen Nachthimmels sehen konnte.
Unzählige Sterne funkelten auf einem Teppich aus purem Samt.
Eine Sternschnupper löste sich vom Himmel und als er sie mit den Augen verfolgte, schaute er direkt in zwei große funkelnde Augen, die Augen einer Frau. Alles um ihn herum verschwand, der Wind legte sich, selbst das leichte seuseln der Blätter verstummte augenblicklich.
Diese Augen waren das einzige was es noch für ihn gab.
Langsam wanderten die Augen herum und ein zierlicher Körper presste sich auf seinen.
Sie trug nur ein leichtes Sommerkleid…
Sie sahs einfach nur auf ihm, hatte sich mit den Händen neben seinem Kopf abgestützt und schaute ihn an. Eine leichte Brise kam auf und wehte durch ihre langen Haare, die im Mondlicht silbrig glänzten.
Langsam beugte sie sich zu ihm herunter, schloss die Augen und küsste ihn lang und zärtlich.
Vor seine Augen schien sich die Welt zu drehen und im wurde heiß und kalt. Langsam löste sie ihren Kuss und glitt langsam und behutsam zu seiner Brust herunter, öffnete sein Hemd und küsste seinen Körper.
Ihre Küsse brannten wie Feuer und ihre Zunge verbreitete ätzende Säure, doch er wollte sich nicht bewegen. Langsam leckte sie ihm seine Wunden, welche sich langsam zu schließen begannen. Wieder glitt sie nach oben, zu seinem Gesicht und schaute ihn an. Seine Hände glitten nun sanft ihre Oberschenkel hinauf, streiften ihren Rock leicht nach oben, wanderten ihre Taille empor, bis hin zu ihrem Nacken. Er zog sie langsam zu sich herunter, schloss die Augen und küsste sie.
Als er die Augen wieder öffnete, stütze sie sich in der alten Pose und Tränen rannen über ihre Wangen. Er hob die Hand und trocknete ihre Tränen mit seinen Fingern. Sie küsste daraufhin seine Finger und schmiegte ihr Gesicht in seine Hand. Bis sie sie wieder sanft zu Boden drückte.
Der Wind verstummte abermals als sie zu einem letzten Kuss ansetzte.
Heiß und innig, wie die Nacht.
Die Welt schwand vor seinen Augen, verzerrte sich. Als der letzte Atemzug von seinen Lippen wich, schob sich eine Wolke vor den Mond und die Frau löste sich auf in dichte Nebelschwaden.
Vor ihr war er geflüchtet und hatte sie doch so sehnlichst erwartet…
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06. November 2006, 13:32 Uhr, AlastorNovembermärchenKennt ihr das Gefühl, das man hat, wenn man liebt?
Ist es das, dass man einen Menschen hergeben würde, nur allein um ihn glücklich zu machen?
Ich weis nicht ob ich da erste bejahen kann, aber ich weiß, dass ich ihn hergeben würde.
Oder mag ich einfach nur nicht, dass Menschen in meiner Umgebung unglücklich sind?
Hat das gar nichts mit Liebe zu tun?
Und was ist, wenn er gar nicht unglücklich ist?
Warum habe ich dann dieses Gefühl, diese Traurigkeit in mir?
Ich bin so glücklich und gleichzeitig am Boden zerstörrt.
Ich kann es nicht fassen, nicht aussprechen...
Nächtelang kann ich nicht schlafen, mich nicht auf das wesendliche konzentrieren.
Werde ich am Ende doch wieder leiden?
Warum sind die Menschen so kalt und sprechen erst aus wenn sie entschieden haben.
Wie soll man dann miteinander leben?
Wir leben aneinander vorbei!
Und am Schluss sind es wir alle die leiden...
Denkt das nächste mal an mich!
Einen wunderschönen Start in dich Woche *keepsmiling*
eure Susi
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01. November 2006, 22:36 Uhr, AlastorCareNr.2
Die erdrückende Last ist fort.
Keine Pflichten.
Warum kann der Tod nicht schon heute über mich hereinbrechen,
mich zu Bode reißen,
meine Luft abpressen,
mir die Adern aufreißen...
Selbst der langsamste und Qualvollste Tod,
ist nichts im Vergleich zu dem
was man im Leben erfährt.
Der pure Hass...
Folterrungen
und die Liebe.
Sie ist das bitterste Leid auf Erden.
Das schlimmste Los.
Behüte sie wie eine Glassperle,
nimm sie in Schutz vor dem Bösen,
ehre sie,
denn wenn sie verblüht,
wenn ihre Seele erlischt,
wenn sie zerbricht,
Wird der einzige Himmel zur Hölle,
nimmt dir deine Freude,
dein ganzes Leben,
Stößt dir einen Pflock durch dein blutendes Herz
und macht es zu Stein.
In dieser Leere deines Herzens bleibst du dann zurück,
allein,
bis der Mantel der Nacht sich hebt
und du wieder die Augen öffnen kannst
um dieses lang vermisste Licht zu spüren,
um es dann nach einer kurzen Zeit wieder ziehen zu lassen...
So entsteht der grausame Zirkel der Natur,
der alles umgibt und verschlingt,
was zu lieben wagt.
Alles ist vergänglich.
Wie jede Liebe,
hört auch jede Blume einmal auf zu blühen,
so das ihre Blätter fallen,
ihre schöne Gestallt verfliegt
und auf ewig nicht mehr zurückkehrt.
So leben auch wir,
weiter in der blinden Hoffnung,
das etwas ewig wärt,
das man es halten kann,
ganz für sich allein.
Liebe macht blind.
P.S.: Kennt ihr auch oder?? So banal und doch so wahr...
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