WWW.WORTBEITRAG.NET  :  im Mai
WORTBEITRAG
Impressum
Hauptseite
---
Login
---
Februar
Dezember
Februar
Januar
November
Oktober
Juni
März
Februar
Dezember
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
Dezember
November
Oktober
September
August
Juli
Juni
Mai
April
März
Februar
Januar
Dezember
November
Oktober
September
August
---
WORTBEITRAG

31. Mai 2007, 13:30 Uhr, Epiphanius

Das Königtum des Epiphanius

Zitationen aus Tiefenpsychologie und Exeges, E. Drewermann, S. 454: ... der Archetyp König steht in jedem Fall für das Selbst, gleichgültig ob seine Gestalt auf das Königtum Gottes oder das Königtum des Messias bezogen wird. ... Alles hingegen, was der psychischen Entwicklung des Selbst dient, läßt sich wirklich nicht anders verstehen denn als Erfüllung einer Verheißung 'am Anfang': des Wesensauftrages, die eigene Freiheit und Unabhängigkeit von allen äußeren und inneren Bindungen zu gewinnen, mithin ein 'Exodus' aus der Verhaftung an die Gunst anderer Menschen sowie aus der Verhaftung an das eigene Ich zu wagen und dabei zugleich – im Bild von dem Zionsberg – das eigene Zentrum, die Mitte des Herzens zu finden. Ende der Zitation.

Hier gibt Eugen Drewermann in wenigen, klaren Worten die Essenz seiner psychischen Konstitution, seiner Erfahrungen und seines intuitiven Weges wieder - wenn auch sein Archetyp sich eher in das Wort vom Bettelmönch kleidet, so war und wird ihm das darin inherente geistige Königtum durchaus immer wieder bewußt und vom Menschen gespiegelt.

Nachfolgend eine weitere Zitation aus oben genannter Quelle, S. 464/465: Vollends in die Irre geht vor allem die Aufspaltung, mit der oft und gern der tiefenpsychologischen Hermeneutik vorgeworfen wird, sie pflege in unverantwortlicher Unbekümmertheit die Träume der Innenwelt, während in der Außenwelt sich die Kriesen immer mehr zuspitzen. Das Gegenteil ist richtig: man wird die Engstirnigkeit z.B. der nationalökonomischen Interessen oder die zweckrationale Logik kapitalistischen Unternehmertums nicht zuungunsten einer globalen Weltbrüderlichkeit und Weltverantwortung überwinden können ohne die 'irrationale' Macht und Magie menschheitlicher Bilder und Symbole, ohne die Kraft traumhafter Visionen und ohne gemeinsame religiöse Bilder. Seit mehr als 20 Jahren erlebt etwa ein Bürger der Bundesrepublik die äußerst scharfsinnige Debatte darüber, ob wir für die Entwicklungshilfe wohl 0,35 oder schon 0,37 % des Bruttosozialprodukts verantwortlicherweise investieren dürfen; er erlebt, wie der Hunger in der Dritten Welt immer mehr anwächst, während Rüstung und Waffenhandel unsummen verschlingen; er muß zuschauen, wie die Natur immer rücksichtsloser ausgebeutet wird, bis daß Pflanzen und Tiere nur noch als Teil einer industrialisierten Nahrungsmittelproduktion oder als Statisten der Freizeitindustrie oder als Opfer der Bauwirtschaft ect. zu Buche schlagen.
All dieser Wahnsinn funktioniert auf der Basis höchst vernünftiger Argumente, die doch alle nur solange gelten, als wir von Gott und allen guten Geistern verlassen sind. Erst die Macht tieferer Träume und Visionen, wie sie in den Religionen der Menschheit leben, vermöchten uns aus dem Gefängnis unserer Vernunft ins Weite zu führen. Nur die Träume können Berge versetzen und recht hat jener Indio in W. Herzogs Film Fitzcarraldo, wenn er die Alten seines Stammes sagen läßt: „Unser Leben ist eine Illusion, hinter der sich die Realität der Träume verbirgt.“ Aber wir müssen an die Wahrheit der Träume wieder glauben lernen, um die Wirklichkeit draußen nach der Wahrheit der Religion zu gestalten. Ende der Zitation.

   kommentieren

Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

30. Mai 2007, 17:29 Uhr, Willi

Still

Grillen legen den Rhythmus, füllen die Nacht
und der Wind streicht durch die Bäume.
Ein Motorrad jault über den See,
meine Ohren öffnen mir Räume.
Wortfetzen, Gelächter ein fernes Gebell,
die Autobahn summt monoton.
Eine Türe schlägt der Wind wird jetzt schnell,
es dudelt ein Telefon.
Die Nachbarin ruft nörgelnd nach 'Klaus!',
ein Blumentopf schlägt auf Asphalt.
Ein endloser Güterzug rattert durch's Haus
und mir wird allmählich kalt.
Jemand dreht einen Wasserhahn an,
das Geräusch dringt wie Eis durch die Wände.
Irgend ein Trommeln nervt mich schon lang,
dann merke ich, es sind meine Hände.

  8 Kommentare

Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

27. Mai 2007, 14:06 Uhr, Epiphanius

Die religiösen Heilungswunder ... II

Zitation: Die religiösen Heilungswunder sind also nicht nur der modernen Naturwissenschaft ein Dorn im Auge, sie widerlegen vor allem eine Theologie, die sich an die faktische Seelenzerrissenheit des neuzeitlichen Menschen soweit angepasst hat, daß sie die Krankheit selber, den Status der Angst, der Naturfremdheit und den Dualismus einer gefühlskalten, vollkommen unkörperlichen und dennoch absolut materialistischen Rationalität, statt sie vom Glauben her zu heilen, sogar in eine eigentliche Form christlichen Glaubens umzudeuten wagt. Die Heilungswunder der Schamanen ebenso wie die der Bibel legen ein deutliches Zeugnis ab von einer Frömmigkeit, in der Gott und Welt, Natur und Mensch, Geist und Körper eine Einheit bilden und in welcher der Glaube gerade darin besteht, in diese Einheit einzutreten. Zitation Ende. Aus: Tiefenpsychologie und Exegese, Seite 129, Band II, Walter Verlag

Es ist schon eine höchst merkwürdige Konstellation, aus der heraus er von hier liest, zitiert und schreibt. Er verdankt es der Reiseunfähigkeitsbescheinigung eines, von seiner Menschlichkeit ganz wunderbaren Bewunderers und Mediziners, dass er das obige 800 Seiten Werk aus der Landschaftsbücherei entleihen, und nun in Ruhe studieren kann. Die Klarstellunge E. Drewermanns zu diesem Thema rollten ihm einen schweren Stein vom Herzen. Eigentlich findet sich ihm in diesem Werk so viele Wesentlichkeiten, dass das Wenige, das er hier zitiert eine ungehörige Verkürzung darstellt, jedoch, es geschieht in der Absicht, den Sympatisanten so zur eigenen Lektüre zu animieren.

Zitation Fortsetzung, Seite 138: Während der Schamane ganz der Mittler und das Sprachrohr seines Traumes ist, scheinen die Heilungen, die Jesus wirkt, eines eigenen Rituals nicht mehr zu bedürfen; und wenn er auch immer wieder von seiner Person ablenkend, das Wunder der Heilung mit den Worten erklärt, es sei der Glaube des Kranken selbst, der ihn gerettet habe, so ist dieser Glaube doch, wie in Mk 9,14-29, ganz entscheidend an die Begegnung mit seiner Person, an seinen eigenen Glauben, gebunden.

Zitation, Seite 156: Es ist stets die Überwindung des eigenen Traumas, die zum Heilen befähigt, ...

Zitation, Seite 163: Es handelt sich um dieselbe Mißachtung und Warnung vor einer bloßen Medikamentengläubigkeit, die wir bereits bei den Sioux-Schamanen angetroffen haben. Auch die Thrakischen Ärzte des Gottes Zamolxis scheinen es geradezu für eine verheerende Gefahr, für eine durch Berufseid zu unterdrückende Versuchung gehalten zu haben, daß man die Anstrengung der seelischen Auseinandersetzung scheut und das ärztliche Heilverfahren durch Verabreichung von Tabletten vereinfacht, d.h., in Wahrheit zu einer Karrikatur entwertet. Eine wirkliche Heilung an Seele und Körper war für die thrakischen Ärzte offenbar nur als Einheit von Wort und Mittel vorstellbar - als Sakrament, ganz so, wie wir es beider Darstellung der schamanistischen Heilverfahren gesehen haben.

Zitation, Seite 164: Insbesondere der Glaube, von dem die Wundererzählungen sprechen, ist so allgemeinverständlich wie sein Gegenteil: die menschliche Angst, und jede Religion, wenn sie sich nicht selbst als ein Gebäude institutionalisierten Zwanges und psychischer Entfremdung etablieren will, besteht wesentlich darin, auf diese Angst heilende Antworten zu geben. 'Die Religion', sagte daher zurecht der indische Religionsphilosoph S. Radharkrishnan, 'gründet sich auf Glauben im Sinne von Vertrauen. Das mechanische Glauben, das sich der Autorität unterwirft und dem der Wunsch zugrunde liegt, die Tröstungen der Religion ohne die Mühen eines religiösen Lebens zu erfahren, unterscheidet sich vollkommen von dem religiösen Glauben, deren Wurzeln in der Erfahrung ankern ... (Glauben) ist die Schau der Seele, die Kraft, durch die Geistiges wahrgenommen wird, so wie Materielles von den Sinnen wahrgenommen wird. Der blinde Glaube an das Dogma ist nicht der Glaube, der rettet. Es ist eine unglückliche Entwicklung, die die christliche Theologie in Europa genommen hat, daß der Glaube zur Unterwerfung unter eine Autorität wurde. Wenn wir den Glauben in der richtigen Weise als Vertrauen oder geistige Überzeugung verstehen, ist Religion Glaube oder Intuition.' (S. Radharkrishnan: Weltanschauung der Hindu). Ende Zitation aus: Tiefenpsychologie und Exegese, Band II, Eugen Drewermann, Walter Verlag

   kommentieren

Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

12. Mai 2007, 19:03 Uhr, Willi

Pilcher, Rosamunde

Rote Rosen blaue Veilchen
und zum Klischee Cupidos Pfeilchen,
so ist und bleibt kein Lieben lange.

Liebe, das macht mir bange.

  2 Kommentare

Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

Februar | Dezember | Februar | Januar | November | Oktober | Juni | März | Februar | Dezember | September | August | Juli | Juni | Mai | April | März | Februar | Januar | Dezember | November | Oktober | September | August | Juli | Juni | Mai | April | März | Februar | Januar | Dezember | November | Oktober | September | August | Juli | Juni | Mai | April | März | Februar | Januar | Dezember | November | Oktober | September | August | Juli | Juni | Mai | April | März | Februar | Januar | Dezember | November | Oktober | September | August |
1895 Wortbeiträge in 227 Wortstationen | RSS-Feed | Kredits | Hosted by NETZONE | © 2003 - 2004 by NETZLABOR