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28. August 2007, 05:41 Uhr, kai

Die Geburt einer sehr schönen Rose...

Sie war gerade mitten in ihrer Reifephase als ihr durch irgendwelche Umstände das Lebenselixier Wasser entzogen wurde.
Die Notreserven in ihrem Untergrund wurden langsam aber sicher knapp und ihre weit geflochtenen Wurzeln zogen sich zusammen und verkümmerten langsam aber sicher.
Die Schwächsten unter ihnen starben als bald und dieser Sommer lies keinen Regen zu.
Der Züchter seiner Rose schenkte dieser kleinen reifenden Plume kein Augenmerk, denn sein Garten bestand aus tausenden von Rosen und die meisten seiner Zuchtwerke blühten schon in den schönsten Sommerfarben.
Sie die noch sehr kleine, am überleben kämpfende, halb schon gereifte Rose gab ihre Hoffnung nach ein Paar rettenden Regentropfen, die sie von ihren Qualen erlösen könnten nicht auf.
Und eines Tages war es doch tatsächlich soweit, der Regen kam und siegte eine Zeit lang über die sonst dauer scheinende Sonne.
Ihre Wurzeln erholten sich und speicherten soviel Wasser wie sie nur konnten.
In der darauf folgenden Nacht schoss das gewonnene Lebenselixier mit voller Kraft in den Teil der reifenden Rose welcher nicht vom Untergrund bedeckt war und sogleich begann das Wunder.
Ihre Knospe öffnete sich und eine wunderschöne und andächtige Blüte begrüßte das Leben im Garten.
Tage später erst erblickte der Rosenzüchter diese sehr klein geratene wundersame Pflanze.
Die geballte Schönheit ihrer Blüte, ließen im kaum Luft zum atmen.
Er verpasste durch Unaufmerksamkeit ihre Geburtsstunde, jetzt konnte er in ihrer Blüte, wie durch eine Vergrößerungsglas all die ganze Kraft und Schönheit seines Gartens sehen.
Sie, die geborene Rose spiegelte sein Leben wieder und zum ersten mal dachte er ernsthaft über sich und sein Leben nach.

Musste er all die Jahre seine gesamte Energie in tausende von Rosen stecken um von der einen gefunden zu werden!?

Kai

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Aus der Wortstation: http://kai.wortbeitrag.net

26. August 2007, 23:07 Uhr, kai

Reise durch die Nacht

Die Sonne weicht sanft und doch sehr weich dem Tag.
Sie lässt das all abendliche Liebesspiel, der nahen Nacht beginnen.
Der Mond küsst liebevoll und zärtlich die warm am Firmament, hoch oben leuchtenden Sterne.
Zart und doch ehrfürchtig danken sie ihm mit ihrer vollen
Leuchtkraft.

Ein Spiel der Liebe beginnt und völlig zeitlos ist sie, die zarte Reise durch die Nacht.

Heitersheim, den 24.08.2007
Kai

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25. August 2007, 20:33 Uhr, Epiphanius

Sich Zeit nehmen ...

Sich Zeit nehmen für das Nicht-Machbare,
Sich Zeit nehmen für das Unsagbare,
Sich Zeit nehmen für das Undenkbare,
Sich Zeit nehmen für das Unvorstellbare,
Sich Zeit nehmen für das ...
Sich Zeit nehmen für das unendliche Licht ... in dir, in ihm, in mir.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

19. August 2007, 06:46 Uhr, Willi

Die Liebe


Ja es erstaunt mich schon,
ich bin noch am Leben.
Habe eine Tochter, einen Sohn,
sogar das war mir gegeben.

Es lief anders als ich Dachte,
das war und ist mein grosses Glück.
und wenn ich mal auf meine Nase krachte,
stand ich wieder auf, meist an einem Stück.

Mein Leben hat mich überrumpelt,
ich wurde älter als ich zu denken wagte.
Bin hin und wieder auch gehumpelt,
stets dann, wenn ich jammerte und klagte.

Doch das Leben hat mich reich beschert
und das war auch mit Schmerz verbunden.
Oft habe ich mich bei Gott beschwert
doch die Liebe hat jeden Abgrund überwunden.

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Aus der Wortstation: http://willi.wortbeitrag.net

10. August 2007, 17:32 Uhr, Epiphanius

Die Unendliche Seinsbegierde ...

Nachfolgend Rekapitulationen zu Texten aus dem dritten Band der 'Strukturen des Bösen' Eugen Drewermanns. Es geht hier um die exegetische wie psychoanaltische und philosophische Interpretation der jahwistischen Urgeschichte, d.h., von Genesis 3,1-11. Diese Rekapitulation entstand auf der Grundlage des dritten Bandes; Theologie, Psychoanalyse, Existenzielle Psychoanalyse und dialektische Geschichtphilosophie stehen hier im Mittelpunkt des Diskussion; nachfolgend wird diese noch um Kierkegards Verständnis erweitert.

Die Psychoanalyse, die existenzielle Psychoanalyse und die dialektische Geschichtsphilosophie beschreiben das Böse in der jahwistischen Urgeschichte in ineinander äquivalenten Strukturen die um einen zentralen Mangel gelagert sind; diesen Mangel theologisch als Verlust Gottes deutend, sind Neurose und Selbstentfremdung in der jahwistischen Urgeschichte als Erscheinungsformen des Abfalls von Gott zu verstehen. Die jahwistische Urgeschichte zerfällt in zwei Teile; der erste Teil beschreibt die Grundstrukturen des Menschseins im Abfall von Gott, der zweite Teil die Strukturen des geschichtlichen Auftretens der Menschheit im Abfall von Gott. Auch psychoanalytisch erfolgt die Entwicklung in zwei Phasen, die durch die Latenzperiode getrennt sind; in der ersten Phase werden die Grundzüge der Charakterbildung auf den vier für die Neuroselehre relevanten Stufen (Oral, anal, genital, ödipal ?) festgelegt; in der zweiten Phase erfolgt unter diesen Strukturentwicklungen die Eingliederung in die Gemeinschaft in drei charakteristischen Reifungsschritten. Das strukturelle Verständnis der jahwistischen Urgeschichte durch die existenzielle Psychoanalyse und Geschichtsphilosophie Sartres vertieft, zeigt nun nicht mehr nur kausale Ursachen, sondern den Ausdruck geistiger Einstellung und freiheitlichen Tuns.
Schon exegetisch sehen wir, daß die Erzählung von den Noah-Söhnen einem zweiten Sündenfall gleichkommt, der die gleichen Folgen hat (Nacktheit, Scham, gegenseitige Unterwerfung). Das Motiv der Kain und Abel Erzählung mit ihrem Segen und Fluch zeigt wie die Selbstbehauptung vor Gott, das Streben nach Rechtfertigung, zu dem Sadomasochismus des Verhaltens im personalen wie im politischen Bereich führt. Inhaltlich erschien eine Parallele zwischen Lamech und Nimrod, in der sich die eigene Macht in der Ohnmacht des anderen durchzusetzen sucht, der nun in eine zählbare Serialität (Sartre) verwandelt wird. Das Verlangen nach Vergöttlichung des Menschseins durch den Anderen findet sein Pendant in dem Bemühen nach Vergöttlichung der Menschheit; beides endet in der Katastrophe von Sintflut und Zerstreuung.

In der Freudschen Theorie besetzt die Libido im Prozess der psychischen Entwicklung nacheinander die Körperzonen von Mund, Anus und Vagina bzw. Phallus; dabei kommt es zu Konflikten und Abtrennungsängsten, die in der Fehlverarbeitung die Ursache bekannter Neurosen und Perversionen werden; der Ödipuskomplex und die Kastrationsangst dieses Konzeptes zeigen sich ebenfalls für patriarchalische Gesellschaften zur Interpretation der jahwistischen Urgeschichte tauglich, sie werden aber der Allgemeinheit ihrer Aussagen nicht gerecht. Die psychoanalytischen Konflikte in Gn 3-6 ergaben jedoch auch unabhängig von der Libidotheorie eine elementare Bedeutung für die menschliche Existenz.
Die Bedürfnisse der Oralität, Analität und Genitalität sind als 'obszöne Durchlöchertheit' einer unendlichen Seinsbegierde des Bewußtseins im Angesicht der Erkenntnis seiner eigenen Nichtigkeit zu verstehen. Hier werden 'biologisch-organspezifische' Bedürfnisse ins Maßlose übersteigert, aus Angst und der Flucht vor sich selbst. Diese Angst ist die Angst aus der Erfahrung des Nichts, das das Bewußtsein ist; diese Angst zwingt dazu Gott aus den Augen zu verlieren; diese Angst nimmt zu, je weiter die Entfernung von Gott wächst, bis sie ganz mit dem Dasein verschmilzt. Es ist diese Urangst, die die Wünsche: zu sein, zu besitzen, zu gelten (Oralität, Analität, Genitalität) ins Absolute steigert, endlos, maßlos, frustriert und überkompensiert.
Das zugehörige Schuldgefühl rührt jetzt nicht mehr nur aus der Ambivalenz der oralen (kannibalistischen), analen (sadistischen) und ödipalen Triebregung der psychischen Entwicklung, nicht nur von den Wertnormen der Gesellschaft die durch die Eltern introjiziert wurden, vielmehr schämt sich das Dasein nun selbst vor den anderen seiner eigenen ungerechtfertigten Nichtigkeit, auf die es ohne Gott, nur in der Relation zum Menschen, gnadenlos zurückfällt, und so zum Menschen hin schuldig werden muß. Unter der Übermacht der Angst verformt sich das Dasein zum reinen Widerspruch seiner selbst, weil es sich weder im Zirkel der Selbstheit noch im Sein-für-Andere sich selber anzuerkennen und der Entfremdung seines Seins wie Handelns in der Lage findet.

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Aus der Wortstation: http://epiphanius.wortbeitrag.net

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